ROUNDUP, Warken

Warken setzt auf andere rechtssichere Triage-Regelung

04.11.2025 - 16:55:42

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken setzt nach dem Entscheid des Bundesverfassungsgerichts zur UnzulĂ€ssigkeit gesetzlicher Vorgaben fĂŒr die sogenannte Triage auf tragfĂ€hige andere Lösungen.

"Wir brauchen rechtssichere Regelungen in solchen Ausnahmesituationen fĂŒr Betroffene und fĂŒr Ärztinnen und Ärzte", sagte die CDU-Politikerin in Berlin mit Blick auf zulĂ€ssige PrioritĂ€ten bei zu knappen BehandlungskapazitĂ€ten.

Die Schutzpflicht des Staates gegenĂŒber der Bevölkerung gelte ohne jegliche EinschrĂ€nkung auch fĂŒr Menschen mit einer Behinderung, sagte Warken. Sie mĂŒsse auf ein rechtssicheres Fundament gesetzt werden. "Dieser Pflicht werden und mĂŒssen wir gerecht werden." Die Bundesregierung werde daher zusammen mit den LĂ€ndern die notwendigen SchlĂŒsse ziehen, denn sie hĂ€tten nach der Entscheidung des höchsten Gerichts die Regelungskompetenz.

Gesetz aus der Corona-Zeit

Die Karlsruher Richter hatten ein vom Bundestag 2022 noch in der Corona-Krise beschlossenes Gesetz fĂŒr nichtig erklĂ€rt, das die Zuteilung von KapazitĂ€ten bei zu knappen Behandlungsressourcen regelt - damit sollten Benachteiligungen etwa wegen einer Behinderung oder hohen Alters ausgeschlossen werden.

Der SPD-Gesundheitsexperte Christos Pantazis sagte, Ziel sei nun eine Regelung, die die WĂŒrde und den Schutz jedes Menschen wahre und gleichzeitig das Ă€rztliche Berufsethos respektiere.

Die Vorsitzende der Enquete-Kommission des Bundestags zur Aufarbeitung der Pandemie, Franziska Hoppermann (CDU), sagte, im RĂŒckblick wisse man manchmal besser, wo Regeln nachgeschĂ€rft werden mĂŒssten. "Es geht nicht darum, Fehler herauszustellen, sondern Lehren fĂŒr kĂŒnftige Krisenereignisse zu ziehen." Dies habe die Entscheidung des Verfassungsgerichts unterstrichen.

@ dpa.de