Orientierungswert fĂŒr KassenbeitrĂ€ge 2026 auf jetzigem Niveau
10.11.2025 - 06:29:02 | dpa.de"Unsere Aufgabe ist es, gemeinsam im sogenannten SchÀtzerkreis mit den Kassen und anderen Experten festzulegen, wie hoch der durchschnittliche ausgabendeckende Zusatzbeitrag zu erwarten ist", sagte die CDU-Politikerin der "Rheinischen Post". "Und den werden wir an diesem Montag auf 2,9 Prozent festlegen und veröffentlichen."
Laut Gesetz gibt das Ministerium die Orientierungsmarke fĂŒr die ZusatzbeitrĂ€ge der Kassen fĂŒr das Folgejahr eigentlich bis 1. November bekannt. Dies verzögert sich nun wie im Vorjahr leicht. Die angepeilten durchschnittlichen 2,9 Prozent folgen der Berechnung eines SchĂ€tzerkreises - und entsprechen dem jetzigen Niveau. Um den Druck fĂŒr Beitragsanhebungen zu mindern, hatte Warken gerade ein Sparpaket von zwei Milliarden Euro durch den Bundestag gebracht.
Kassen warnen vor neuen Beitragserhöhungen
Die Kassen warnen vor dennoch nötigen Beitragsanhebungen und davor, dass der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2026 drei Prozent ĂŒbersteigt. Hintergrund ist auch, dass die Prognose des SchĂ€tzerkreises nicht berĂŒcksichtigt, wenn Kassen Reserven auf vorgeschriebene Mindestniveaus auffĂŒllen mĂŒssen. FĂŒr dieses Jahr hatte das Ministerium die Orientierungsmarke auf durchschnittlich 2,5 Prozent festgelegt, tatsĂ€chlich sind es inzwischen aber 2,9 Prozent.
Warken wies auf die wirtschaftliche Situation der jeweiligen Krankenkasse hin. "Da Wettbewerb unter den Kassen herrscht, muss jede einzelne schauen, wie sie mit ihren Einnahmen und Ausgaben wirtschaftet. Manchen gelingt das besser als anderen, und deshalb gibt es unterschiedliche ZusatzbeitrĂ€ge." Versicherte mĂŒssten fĂŒr sich abwĂ€gen, ob sich ein Kassenwechsel lohne. "Beitragssatz und Leistungen sollten immer abgewogen werden."
Kassen legen Zusatzbeitrag jeweils selbst fest
Direkt stabile BeitrĂ€ge bei jeder einzelnen Kasse festlegen kann die Politik nicht. Ăber die konkreten ZusatzbeitrĂ€ge fĂŒr 2026 fĂŒr ihre Versicherten entscheiden die Kassen je nach ihrer Finanzlage in den kommenden Wochen selbst. Der gesamte Beitrag, den sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen, umfasst daneben den allgemeinen Satz von einheitlich 14,6 Prozent des Bruttolohns. Bei Anhebungen des Zusatzbeitrags haben Mitglieder ein SonderkĂŒndigungsrecht. Erst Anfang 2025 hatte es eine Welle krĂ€ftiger Erhöhungen gegeben.
