ROUNDUP, Merz

Merz will Ukraine-Waffenstillstand mit absichern

06.01.2026 - 20:11:26

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat eine militÀrische Beteiligung Deutschlands an der Absicherung eines möglichen Waffenstillstands in der Ukraine in Aussicht gestellt.

"Dazu kann zum Beispiel gehören, dass wir nach einem Waffenstillstand KrĂ€fte fĂŒr die Ukraine auf benachbartem Nato-Gebiet einmelden", sagte er nach einem Treffen der VerbĂŒndeten der Ukraine in Paris.

"Über Art und Umfang eines deutschen Beitrags mĂŒssen und werden Bundesregierung und Deutscher Bundestag entscheiden, sobald die genannten Bedingungen geklĂ€rt sind", sagte der CDU-Vorsitzende. "Ich will fĂŒr mich sagen und auch fĂŒr die Bundesregierung: Wir schließen dabei grundsĂ€tzlich nichts aus." Das bedeutet, dass auch eine Stationierung von Bundeswehrsoldaten in der Ukraine selbst nicht ausgeschlossen ist.

Frankreich und Großbritannien treibende KrĂ€fte

Bereits seit Monaten wird unter den VerbĂŒndeten darĂŒber diskutiert, wie ein möglicher Waffenstillstand abgesichert und die Ukraine vor neuen Angriffen Russlands geschĂŒtzt werden kann. Frankreich und Großbritannien waren dabei bisher die treibenden KrĂ€fte. Deutschland hat dagegen die Position eingenommen, dass sich die Frage erst stelle, wenn die Bedingungen eines Waffenstillstands geklĂ€rt seien.

Jetzt Ă€ndert Merz diesen Kurs. Er erklĂ€rt seine grundsĂ€tzliche Bereitschaft zu einer militĂ€rischen Beteiligung Deutschlands. Wie viele deutsche Soldaten sich beteiligen und welche Aufgaben sie ĂŒbernehmen wĂŒrden, bleibt aber zunĂ€chst offen.

26 LÀnder erklÀrten Bereitschaft bereits im September

26 andere westliche LĂ€nder hatten sich bereits im September bereit erklĂ€rt, Truppen zur Absicherung eines Waffenstillstands oder Friedens zwischen Russland und der Ukraine zu entsenden. Dabei geht es um Bodentruppen oder KrĂ€fte in der Luft oder auf See. Der Truppeneinsatz soll jede neue grĂ¶ĂŸere Aggression verhindern und zur dauerhaften Sicherheit der Ukraine beitragen. Frankreich hatte mehrfach klargestellt, dass es nicht um einen Fronteinsatz, sondern eine Friedenswahrung von weiter weg gehe.

Vier Nato-Staaten grenzen an die Ukraine

An die Ukraine grenzen die Nato-Staaten Polen, RumÀnien, Ungarn und die Slowakei. Diese LÀnder kÀmen also als Einsatzorte infrage.

Die Bundeswehr ist bereits jetzt an der Nato-Ostflanke im Einsatz. So sind deutsche Soldaten in Litauen stationiert, wo sie zwischen Belarus und der russischen Exklave Kaliningrad einen deutschen Beitrag zur Abschreckung Russlands zu leisten.

In Polen waren MĂ€nner und Frauen der Bundeswehr von Januar bis Dezember erneut mit dem Luftverteidigungssystem Patriot zur Sicherung des militĂ€risch wichtigen Knotenpunktes Rzeszow, ĂŒber den die militĂ€rische Ukraine-Hilfe abgewickelt wird. Der Flughafen dort liegt gut 70 Kilometer Luftlinie und rund 100 Kilometer Fahrtstrecke von der Grenze zur Ukraine entfernt.

Im Dezember hat die Luftwaffe zum verstĂ€rkten Schutz der Nato-Ostflanke Kampfflugzeuge vom Typ Eurofighter nach Polen verlegt. Sie werden auf dem polnischen MilitĂ€rflugplatz Malbork fĂŒr EinsĂ€tze bereitgehalten. Eurofighter-Besatzungen und UnterstĂŒtzungskrĂ€fte sind auch in RumĂ€nien nahe der Nato-Außengrenze zur Ukraine.

@ dpa.de

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