Bundesliga-PrÀsidium, Gerichtsstreit

Bundesliga-PrÀsidium warnt vor Gerichtsstreit um 50+1-Regel

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 13:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Rund zwei Monate nach der grundsĂ€tzlichen BestĂ€tigung der 50+1-Regel durch das Bundeskartellamt hat das PrĂ€sidium der Fußball-Bundesliga immer noch großen GesprĂ€chsbedarf bei der einheitlichen und vor allem langfristig sicheren Umsetzung eingerĂ€umt.

Nach einer Klausurtagung des PrĂ€sidiums und einer Besprechung mit allen 36 Clubs der ersten und zweiten Liga geht es vor allem um eine Frage: Wie kann eine einvernehmliche Lösung auch mit den Ausnahmeclubs Bayer DE000BAY0017 Leverkusen und VfL Wolfsburg gefunden werden, die weiteren Streit auf lange Zeit ausschließt?

"Eine breit getragene Lösung bietet im Sinne aller Beteiligten die grĂ¶ĂŸten Chancen, langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen innerhalb des Ligaverbands zu vermeiden und damit die Rechtssicherheit der Regel tatsĂ€chlich nachhaltig zu stĂ€rken", heißt es in einer Mitteilung des neunköpfigen Bundesliga-PrĂ€sidiums, dem der LigaprĂ€sident Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund DE0005493092 genauso angehört wie ein Vertreter des FC Bayern MĂŒnchen (Jan-Christian Dreesen) und des FC St. Pauli (Oke Göttlich).

Appell an "hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein"

Der klare Appell an alle Vereine ist: Es brauche in den nĂ€chsten Wochen und Monaten weiterer intensiver GesprĂ€che und "ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein aller Beteiligten". Denn: "VerkĂŒrzte und vorschnelle BeschlĂŒsse auf Liga-Ebene könnten der Rechtssicherheit der Regel dagegen erheblich schaden, statt diese zu stĂ€rken."

Das Bundeskartellamt hatte am 12. August entschieden, dass die nur im deutschen Profifußball geltende 50+1-Regel grundsĂ€tzlich zulĂ€ssig ist. Eine Lösung muss jedoch fĂŒr die Ausnahmegenehmigungen gefunden werden, die die Werksclubs Bayer Leverkusen und VfL Wolfsburg besitzen. Und diese Lösung muss so aussehen, dass deren Mutterkonzerne und Volkswagen DE0007664039 dagegen nicht vorgehen werden.

Im Kern gibt die 50+1-Regel vor, dass die Mitglieder und der eingetragene Verein immer das letzte Wort haben mĂŒssen, wenn Clubs ihren Profifußball-Bereich in eine Kapitalgesellschaft ausgliedern. Investoren dĂŒrfen daran zwar Anteile erwerben, aber nie die Stimmenmehrheit besitzen.

So soll es weitergehen

FĂŒr den weiteren Umgang mit dem Thema hat das Bundesliga-PrĂ€sidium nun einen Zeitrahmen festgesetzt. ZunĂ€chst sollen sich bei der kommenden Mitgliederversammlung im Dezember alle zur 50+1-Regel bekennen, "um angesichts der strategischen und sportpolitischen Bedeutung die grundsĂ€tzliche Ausrichtung durch die Breite der Clubs zu legitimieren". Im ersten Halbjahr 2027 will das PrĂ€sidium dann dem Ligaverband "finale VorschlĂ€ge zur einheitlichen Ausgestaltung und Anwendung von 50+1 bei allen Mitgliedern darlegen".

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