Steinmeier, Rolle

Steinmeier sieht stÀrkere geopolitische Rolle Lateinamerikas

20.03.2026 - 06:00:52 | dpa.de

BundesprÀsident Frank-Walter Steinmeier sieht angesichts der aktuellen Krisen und Konflikte eine wachsende geopolitische Bedeutung Lateinamerikas.

"Gerade Mexiko als starke Mittelmacht in Lateinamerika ist fĂŒr uns deshalb ein herausragender Partner", sagte er in einer Pressekonferenz mit Mexikos PrĂ€sidentin Claudia Sheinbaum in CancĂșn.

Gemeinsam stehe man fĂŒr rechtsstaatliche und demokratische GrundsĂ€tze und Menschenrechte und setze sich fĂŒr die StĂ€rkung der regelbasierten multilateralen Ordnung ein. "Und wir setzen auch auf regelbasierten Freihandel", sagte Steinmeier. "Eine Welt ohne Regeln mag fĂŒr GroßmĂ€chte ertrĂ€glich erscheinen, fĂŒr uns ist sie das nicht. Und fĂŒr die ĂŒberwĂ€ltigende Mehrheit der Staatengemeinschaft auch nicht."

Engagement deutscher Unternehmen ist langfristig angelegt

Sheinbaum betonte mit Blick auf die schwieriger werdende Weltlage: "In solchen Situationen ist es immer gut, gute Freunde und gemeinsame Ziele zu haben." Auch Sheinbaum sah große Chancen fĂŒr die deutsche und die mexikanische Wirtschaft durch das modernisierte Freihandelsabkommen zwischen ihrem Land und der EU, das noch unterzeichnet werden muss.

Der BundesprĂ€sident sagte, man ignoriere nicht die Probleme fĂŒr deutsche Unternehmen in der Region. Diese fĂ€nden in Mexiko aber ein gutes Investitionsumfeld. "Das ist eben kein kurzfristiges Engagement, sondern ein dauerhaftes Engagement zum beiderseitigen Vorteil."

Mexiko fĂŒr Deutschland ein wichtiger Wirtschaftspartner

Mexiko ist fĂŒr Deutschland ein strategischer Partner in der Region. Mehr als 2.000 deutsche Unternehmen sind dort vertreten. Der Volkswagen-Konzern zum Beispiel stellte im vergangenen Jahr in seinem Werk in Puebla nach eigenen Angaben rund 336.000 Fahrzeuge her.

Mexiko ist nach den USA fĂŒr die deutsche Wirtschaft der zweitwichtigste Investitionsstandort und Handelspartner in Nord- und SĂŒdamerika. Das Handelsvolumen betrug im vergangenen Jahr laut Deutsch-Mexikanischer Industrie- und Handelskammer 25,1 Milliarden Euro - allerdings zuletzt mit abnehmender Tendenz.

Mexiko letzte Station auf Steinmeiers Lateinamerika-Reise

Steinmeier beendete mit dem Besuch in Mexiko eine fĂŒnftĂ€gige Lateinamerika-Reise. Sie hatte ihn zuvor nach Panama und Guatemala gefĂŒhrt. Wegen Streiks und Demonstrationen in der Hauptstadt Mexiko-Stadt war das Treffen mit Sheinbaum kurzfristig in den Badeort CancĂșn verlegt worden. Am Abend flog Steinmeier nach Berlin zurĂŒck.

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