ROUNDUP, Unikliniken

Ärzte an Unikliniken wollen in Warnstreik treten

30.01.2024 - 07:35:03

Bundesweit mĂŒssen Patientinnen und Patienten an Unikliniken an diesem Dienstag (30.

Januar) mit EinschrĂ€nkungen rechnen. Im Tarifstreit mit den LĂ€ndern hat die Gewerkschaft Marburger Bund die mehr als 20 000 Ärztinnen und Ärzte der bundesweit 23 landeseigenen Unikliniken zu einem Warnstreik aufgerufen. Zur zentralen Kundgebung in Hannover werden am Dienstag (13.00 Uhr) laut Marburger Bund mehrere Tausend Teilnehmende erwartet.

Die Gewerkschaft fordert 12,5 Prozent mehr Lohn fĂŒr die Ärzte sowie Verbesserungen der Arbeitsbedingungen. In drei Verhandlungsrunden konnte bisher keine Einigung mit der Tarifgemeinschaft deutscher LĂ€nder (TdL) erzielt werden.

Betroffen sind auch die beiden niedersÀchsischen Unikliniken, also die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) und die UniversitÀtsmedizin Göttingen. Die Versorgung der Patientinnen und Patienten - insbesondere die Notfallversorgung - sei gewÀhrleistet, teilte die UniversitÀtsmedizin Göttingen auf ihrer Internetseite mit. In einigen Bereichen könne es am Dienstag zu Verzögerungen und TerminausfÀllen kommen. An der MHH ist laut Marburger Bund bereits um 11.30 Uhr eine Protestaktion geplant.

Die Arbeitsbedingungen an den Unikliniken schadeten der Patientenversorgung, sagte Hans Martin Wollenberg, Erster Vorsitzender des Marburger Bundes Niedersachsen. Die Unikliniken mĂŒssten dringend ihre AttraktivitĂ€t als Arbeitgeberinnen erhöhen, damit wieder mehr Ärztinnen und Ärzte dort arbeiten wollten. An den Unikliniken liegt das Grundgehalt fĂŒr Mediziner der Gewerkschaft zufolge bei höherer Arbeitszeit rund 200 bis 600 Euro unter dem der kommunalen KrankenhĂ€user.

Die TdL bedauerte das Scheitern der letzten Verhandlungsrunde mit dem Marburger Bund und kĂŒndigte Kompromissbereitschaft an. "Es bleibt dabei, dass sich unsere WertschĂ€tzung fĂŒr die Arbeit der Ärztinnen und Ärzte an den UniversitĂ€tskliniken auch in Geld ausdrĂŒcken soll", sagte Monika Heinold (GrĂŒne), Finanzministerin von Schleswig-Holstein und VerhandlungsfĂŒhrerin der TdL.

@ dpa.de