Burnout-Gefahr, Offene

Burnout-Gefahr: Offene Kommunikation wird zum Schlüssel gegen Überlastung

23.01.2026 - 22:40:12

Fast jeder zweite Beschäftigte fühlt sich ausgelaugt. Experten sehen die Lösung in einer offenen Unternehmenskultur, die psychische Belastungen systematisch thematisiert und angeht.

Fast die Hälfte der Beschäftigten fühlt sich oft ausgelaugt. Das zeigt ein aktueller Report der Techniker Krankenkasse (TK). Als Gegenmittel rückt ein Kulturwandel in den Fokus: die radikale Transparenz über Arbeitsbelastung. Experten fordern, dass das offene Gespräch über Stress zur Normalität wird.

Alarmierende Zahlen aus der Arbeitswelt

42 Prozent der Beschäftigten fühlen sich durch ihre Arbeit häufig verbraucht. Ein Drittel kann abends oder am Wochenende nicht mehr abschalten. Psychische Erkrankungen zählen laut TK-Report längst zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit. Die Hauptstressfaktoren sind klar:
* Eine zu hohe Arbeitsmenge (68 Prozent)
* Ständiger Termindruck (61 Prozent)
* Häufige Störungen (58 Prozent)

Diese Dauerbelastung führt zu Erschöpfung und emotionaler Distanzierung – klassische Burnout-Symptome. Die Erkenntnis wächst: Burnout ist oft ein systemisches Problem, das in der Unternehmenskultur steckt.

Anzeige

Viele Arbeitgeber tun sich schwer, eine rechtssichere psychische Gefährdungsbeurteilung aufzusetzen — und Aufsichtsbehörden prüfen inzwischen genauer, ob psychische Belastungen systematisch erfasst werden. Der kostenlose Download enthält praxiserprobte Vorlagen, detaillierte Checklisten und einen leicht verständlichen Leitfaden, mit dem Sie Belastungen identifizieren, dokumentieren und konkrete Maßnahmen ableiten können. So reduzieren Sie rechtliche Risiken, verbessern Ihre Prävention und schaffen Transparenz für Führungskräfte und Mitarbeitende. Gefährdungsbeurteilung-Vorlagen jetzt herunterladen

Gesetz verpflichtet – doch die Umsetzung hapert

Eigentlich ist die Lage klar. Seit 2013 sind Arbeitgeber durch das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet, die psychische Belastung am Arbeitsplatz zu ermitteln. Diese psychische Gefährdungsbeurteilung soll präventiv wirken. In der Praxis fehlen jedoch oft konkrete Vorgaben, was viele Unternehmen verunsichert.

Initiativen wie die “Offensive Psychische Gesundheit” des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) sollen Akteure besser vernetzen. Doch reicht das?

Transparenz als wirksames Gegenmittel

Der Schlüssel zur Prävention liegt in einer offenen Arbeitsumgebung. Teams und Führungskräfte müssen regelmäßig über Arbeitsmenge, Kapazitäten und Engpässe sprechen. Überlastung darf nicht als individuelles Versagen gelten, sondern als organisatorische Herausforderung.

Instrumente zur transparenten Aufgabenplanung können helfen, die tatsächliche Auslastung sichtbar zu machen. Wer sieht, wer an was arbeitet, kann Prioritäten neu setzen und Ressourcen fair verteilen. Das stärkt die Work-Life-Balance und das Vertrauen im Team.

Warum der Wandel für Unternehmen überlebenswichtig ist

Chronischer Stress verursacht hohe Kosten: lange Ausfallzeiten, sinkende Produktivität und teure Fluktuation. Eine Studie der Pronova BKK zeigte 2023, dass 61 Prozent der Bevölkerung Angst vor einem Burnout haben.

Unternehmen, die in die psychische Gesundheit investieren, sichern also ihre eigene Zukunftsfähigkeit. Belastungs-Transparenz ist kein “Nice-to-Have”, sondern eine strategische Notwendigkeit. Sie markiert den Weg weg von der “Always-on”‑Mentalität hin zu einem nachhaltigeren Arbeitsmodell.

Die Zukunft: Technologie unterstützt, Führung entscheidet

Künftig werden digitale Tools eine größere Rolle spielen, um Arbeitslasten zu visualisieren und gerecht zu verteilen. Der entscheidende Faktor bleibt aber der Mensch. Führungskräfte müssen Warnsignale erkennen und ein Klima der psychologischen Sicherheit schaffen. Nur dann trauen sich Mitarbeiter, Belastungsgrenzen offen anzusprechen.

Langfristig wird sich nur eine Kultur durchsetzen, die die psychische Gesundheit ebenso wichtig nimmt wie den wirtschaftlichen Erfolg. Die Politik ist gefordert, die gesetzlichen Vorgaben zu konkretisieren. Die Zeit des Wegschauens ist vorbei.

Anzeige

PS: Sie möchten Überlastungen früh erkennen, Ausfallzeiten verringern und rechtssicher dokumentieren? Das kostenlose Download-Paket enthält einsatzbereite Excel-Tools, Word-Muster und einen Gesprächsleitfaden, mit dem Sicherheitsbeauftragte und HR-Verantwortliche Überlastungsanzeigen systematisch erfassen und Maßnahmen nachverfolgen können. Zahlreiche Sifas und Arbeitsschutz-Experten schätzen die praxisnahen Vorlagen, weil sie Prüfungen standhalten und die Zusammenarbeit mit Betriebsräten erleichtern. Überlastungs-Checklisten und Vorlagen kostenlos sichern

@ boerse-global.de