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Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 10:03 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Pragmatischer Weg zur digitalen SouverĂ€nitĂ€t: Die meisten Unternehmen setzen auf Resilienz statt auf vollstĂ€ndige UnabhĂ€ngigkeit Berlin -- 93 Prozent der Organisationen weltweit diskutieren digitale SouverĂ€nitĂ€t auf Vorstandsebene - Zwei Drittel definieren digitale SouverĂ€nitĂ€t als resiliente Interdependenz und sehen in der gezielten Kontrolle kritischer Technologien sowie strategischen Partnerschaften einen praktikableren Ansatz als vollstĂ€ndige technologische UnabhĂ€ngigkeit - Mehr als die HĂ€lfte ist ĂŒberzeugt, ihre digitale SouverĂ€nitĂ€t stĂ€rken zu können, ohne ihre WettbewerbsfĂ€higkeit zu beeintrĂ€chtigenDigitale SouverĂ€nitĂ€t ist fĂŒr die meisten Organisationen inzwischen ein Thema auf Vorstandsebene.

Pragmatischer Weg zur digitalen SouverÀnitÀt: Die meisten Unternehmen setzen auf Resilienz statt auf vollstÀndige UnabhÀngigkeit Berlin (ots) -

- 93 Prozent der Organisationen weltweit diskutieren digitale SouverĂ€nitĂ€t auf Vorstandsebene - Zwei Drittel definieren digitale SouverĂ€nitĂ€t als resiliente Interdependenz und sehen in der gezielten Kontrolle kritischer Technologien sowie strategischen Partnerschaften einen praktikableren Ansatz als vollstĂ€ndige technologische UnabhĂ€ngigkeit - Mehr als die HĂ€lfte ist ĂŒberzeugt, ihre digitale SouverĂ€nitĂ€t stĂ€rken zu können, ohne ihre WettbewerbsfĂ€higkeit zu beeintrĂ€chtigen

Digitale SouverĂ€nitĂ€t ist fĂŒr die meisten Organisationen inzwischen ein Thema auf Vorstandsebene. Gleichzeitig halten 59 Prozent eine vollstĂ€ndige digitale SouverĂ€nitĂ€t fĂŒr kein realistisches Ziel. Dies geht aus dem aktuellen Report "Digital Sovereignty: From Policy Ambition to Executive Imperative" des Capgemini Research Institute hervor. FĂŒr die Studie wurden weltweit 1.300 Entscheider aus Wirtschaft und Technologie befragt. Die Studie zeigt, dass Unternehmen statt einer vollstĂ€ndigen technologischen UnabhĂ€ngigkeit einen pragmatischen Ansatz verfolgen. Im Fokus stehen der Schutz kritischer GeschĂ€ftsprozesse, die Kontrolle ĂŒber zentrale digitale FĂ€higkeiten sowie die Vermeidung von AbhĂ€ngigkeiten von einzelnen Anbietern.

TechnologieabhÀngigkeiten machen Unternehmen verwundbar

Laut der Studie haben Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren die Migration in die Cloud, die EinfĂŒhrung von KI sowie ihre digitale Transformation massiv vorangetrieben - hĂ€ufig schneller, als sich Governance- und Resilienzmodelle weiterentwickeln konnten. Gleichzeitig sind sie zunehmend von einer kleinen Zahl globaler Technologieanbieter abhĂ€ngig geworden; geopolitische Spannungen und Störungen von Lieferketten haben in den vergangenen Jahren die Risiken dieser Konzentration deutlich gemacht. Wie stark diese Risiken ausgeprĂ€gt sind, zeigt der ergĂ€nzend zur Befragung entwickelte Digital Sovereignty Index von Capgemini. Er basiert auf der Analyse von 866 Organisationen in den USA, Europa und im asiatisch-pazifischen Raum (APAC) entlang von fĂŒnf SouverĂ€nitĂ€tsdimensionen. Die Ergebnisse zeigen: 86 Prozent sind erheblichen AbhĂ€ngigkeiten von auslĂ€ndischen oder extern kontrollierten Lieferketten ausgesetzt.

Die hohe AbhĂ€ngigkeit wird durch eine starke Konzentration auf wenige Anbieter, begrenzte Transparenz entlang der Lieferkette und lange Wechselzeiten zusĂ€tzlich verstĂ€rkt. Dadurch steigt ihre AnfĂ€lligkeit gegenĂŒber Störungen. Dennoch ist die Notfallplanung je nach Region unterschiedlich ausgeprĂ€gt. Nur 42 Prozent der Organisationen, die in jĂŒngster Zeit operative Störungen erlebt haben, verfĂŒgen ĂŒber entsprechende Vorkehrungen. Am besten vorbereitet sind die USA, wo nahezu zwei Drittel der Organisationen ĂŒber NotfallplĂ€ne verfĂŒgen. In Europa und APAC liegt dieser Anteil jeweils nur etwas ĂŒber einem Drittel.

Digitale SouverĂ€nitĂ€t rĂŒckt auf der Vorstandsebene nach oben

Digitale SouverĂ€nitĂ€t ist inzwischen ein zentrales Thema fĂŒr das Top-Management. Digitale SouverĂ€nitĂ€t zĂ€hlt fĂŒr 44 Prozent der Organisationen zu den wichtigsten Themen auf Vorstandsebene. Dies schlĂ€gt sich zunehmend in konkreten Maßnahmen nieder: Fast vier von fĂŒnf Organisationen setzen bereits eine entsprechende Strategie um oder entwickeln derzeit eine. Weitere rund 20 Prozent planen, innerhalb der kommenden zwölf Monate eine solche Strategie einzufĂŒhren. Diese Investitionen spiegeln die wachsende Sorge wider, kritische GeschĂ€ftsprozesse in einem zunehmend unsicheren geopolitischen Umfeld aufrechterhalten zu können - mehr als drei Viertel der Organisationen sind diesbezĂŒglich in hohem Maße besorgt.

Operative Resilienz gegenĂŒber geopolitischen Unsicherheiten und Störungen ist der wichtigste Treiber von Initiativen zur digitalen SouverĂ€nitĂ€t und wird von vier von fĂŒnf Befragten genannt. KĂŒnstliche Intelligenz (KI) hat sich dabei zum wichtigsten Schwerpunkt entwickelt. Drei Viertel der Organisationen identifizieren KI als zentrales Handlungsfeld auf ihrem Weg zu mehr digitaler SouverĂ€nitĂ€t. Ein besonders starker Fokus zeigt sich in Branchen wie Aerospace & Defense sowie Transport und Logistik, die kritische Infrastrukturen, Informationen oder BetriebsablĂ€ufe steuern.

Digitale SouverÀnitÀt wird in Deutschland vor allem als Resilienz- und Risikomanagementthema verstanden

Ein Blick auf die Deutschland-Zahlen zeigt die besondere Bedeutung von Resilienz und Risikomanagement. So verbinden 57 Prozent der deutschen Unternehmen damit vor allem die FĂ€higkeit, kritische GeschĂ€ftsprozesse auch unter geopolitischem Druck aufrechtzuerhalten. 81 Prozent sehen geopolitische Entwicklungen als Risiko fĂŒr kritische GeschĂ€ftsablĂ€ufe. Laut Digital Sovereignty Index weisen 94 Prozent der untersuchten Organisationen in Deutschland erhebliche digitale AbhĂ€ngigkeiten auf - der höchste Wert aller im Rahmen der Studie betrachteten LĂ€nder. Trotz dieser hohen Exponierung ĂŒberprĂŒfen nur 60 Prozent der betroffenen deutschen Unternehmen ihre digitalen AbhĂ€ngigkeitsrisiken regelmĂ€ĂŸig (globaler Durchschnitt: 66 Prozent), und nur 10 Prozent haben ihre AbhĂ€ngigkeiten vollstĂ€ndig erfasst (global: 14 Prozent).

Auf FĂŒhrungsebene wird das Thema dennoch zunehmend zur Chefsache: Etwas mehr als die HĂ€lfte der deutschen Unternehmen (53 Prozent) erwĂ€gen die EinfĂŒhrung eines Chief Sovereignty Officer (weltweit: 40 Prozent), und 45 Prozent haben digitale SouverĂ€nitĂ€t bereits als festen Tagesordnungspunkt mit eigener Board-Governance verankert (weltweit: 36 Prozent). Auch KĂŒnstliche Intelligenz spielt eine zentrale Rolle: 82 Prozent stufen sie als zentrale PrioritĂ€t im Kontext digitaler SouverĂ€nitĂ€t ein (global: 75 Prozent), was deutlich ĂŒber dem globalen Durchschnitt von 75 Prozent liegt.

"Unternehmen agieren heute in hochgradig vernetzten Technologieökosystemen. Digitale SouverĂ€nitĂ€t bedeutet daher nicht vollstĂ€ndige Autonomie. Vielmehr geht es darum, ein klares VerstĂ€ndnis der eigenen TechnologieabhĂ€ngigkeiten zu entwickeln, um die notwendige Kontrolle und FlexibilitĂ€t zur Steuerung von Risiken zurĂŒckzugewinnen", sagt Urs KrĂ€mer, Chief Sales Officer bei Capgemini in Deutschland. "Auf dieser Grundlage können Unternehmen einen pragmatischen Fahrplan entwickeln, der ihre strategischen Ziele unterstĂŒtzt und gleichzeitig Anforderungen an Datenlokalisierung, Zugriffssteuerung, Betriebsprozesse sowie regulatorische und technologische Rahmenbedingungen berĂŒcksichtigt. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, Resilienz aufzubauen, ohne die WettbewerbsfĂ€higkeit einzuschrĂ€nken. Gleichzeitig braucht es vertrauensvolle Partnerschaften, damit Unternehmen Innovationen vorantreiben und langfristiges Wachstum sichern können."

Trotz regionaler Unterschiede wird digitale SouverÀnitÀt nicht mit vollstÀndiger UnabhÀngigkeit gleichgesetzt

Obwohl digitale SouverĂ€nitĂ€t weltweit zu einer geschĂ€ftlichen PrioritĂ€t geworden ist, verfolgen Organisationen in den verschiedenen Regionen unterschiedliche Strategien. In APAC, Kontinentaleuropa und Großbritannien wird digitale SouverĂ€nitĂ€t vor allem mit Risikominimierung und dem Aufbau von Resilienz verbunden. In den USA betrachten hingegen mehr als die HĂ€lfte der Organisationen (52 Prozent) digitale SouverĂ€nitĂ€t in erster Linie aus einer Compliance-Perspektive, 40 Prozent verstehen sie vor allem als Instrument zur StĂ€rkung der Resilienz.

DarĂŒber hinaus Ă€ußern Organisationen im asiatisch-pazifischen Raum und in Kontinentaleuropa deutlich grĂ¶ĂŸere Sorgen hinsichtlich der Aufrechterhaltung kritischer GeschĂ€ftsprozesse in Zeiten geopolitischer Unsicherheit als Unternehmen in den USA und Großbritannien. Trotz dieser regionalen Unterschiede besteht weitgehend Einigkeit darĂŒber, dass digitale SouverĂ€nitĂ€t nicht mit vollstĂ€ndiger technologischer UnabhĂ€ngigkeit gleichzusetzen ist. Weltweit definieren zwei Drittel der Organisationen digitale SouverĂ€nitĂ€t als resiliente Interdependenz. In Europa ist dieser Anteil mit 75 Prozent deutlich höher als in den USA mit 50 Prozent.

Auch hinsichtlich der Umsetzung unterscheiden sich die AnsĂ€tze. Weltweit erwarten mehr als zwei Drittel der befragten Organisationen, digitale SouverĂ€nitĂ€t durch eine Kombination aus interner Entwicklung und externer Zusammenarbeit zu erreichen. Organisationen in den USA setzen dabei stĂ€rker auf Ökosysteme und Branchenpartnerschaften zur gemeinsamen Entwicklung von FĂ€higkeiten als Organisationen in APAC und Europa.

Mangelnde Transparenz, Vendor Lock-in und Kosten erschweren die Umsetzung

Nur 14 Prozent der Organisationen verfĂŒgen ĂŒber eine vollstĂ€ndige End-to-End-Transparenz ihrer AbhĂ€ngigkeiten innerhalb des erweiterten Technologieökosystems. Dadurch fĂ€llt es vielen Unternehmen schwer, Risiken im Zusammenhang mit geopolitischen Entwicklungen oder kritischen Lieferanten frĂŒhzeitig zu erkennen und zu bewerten. Eine weitere HĂŒrde besteht darin, die AbhĂ€ngigkeit von kritischen Technologieanbietern zu verringern. Laut eigenen Angaben wĂŒrde ein Wechsel von einem kritischen Anbieter bei mehr als einem Drittel (36 Prozent) der Organisationen mehr als zwölf Monate dauern. Jede zehnte Organisation gibt an, ĂŒber keine realistische Alternative zu verfĂŒgen. Zudem ist nur knapp die HĂ€lfte der befragten Organisationen bereit, fĂŒr mehr digitale SouverĂ€nitĂ€t einen Aufpreis zu zahlen. Diejenigen, die dazu bereit sind, wĂŒrden im Durchschnitt Mehrkosten von 23 Prozent akzeptieren. Dies verdeutlicht die Herausforderung, die steigenden Anforderungen an digitale SouverĂ€nitĂ€t mit Kosten- und Wettbewerbsdruck in Einklang zu bringen.

Weitere Informationen unter: https://www.capgemini.com/de-de/news/pressemitteilu ng/studie-digitale-souveraenitaet/

Methodik der Studie

FĂŒr diese Studie befragte das Capgemini Research Institute im April 2026 insgesamt 1.300 FĂŒhrungskrĂ€fte aus Wirtschaft und Technologie verschiedener Branchen. Die befragten Organisationen verfĂŒgen ĂŒber einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar, staatliche Einrichtungen ĂŒber ein Jahresbudget von mehr als einer Milliarde US-Dollar. Die Untersuchung umfasst Organisationen in den USA, Großbritannien, Kontinentaleuropa (Deutschland, Frankreich, Italien, die Niederlande, Spanien und Schweden) sowie im asiatisch-pazifischen Raum (Australien, China, Indien und Japan). DarĂŒber hinaus fĂŒhrte das Forschungsteam Interviews mit 13 FĂŒhrungskrĂ€ften fĂŒhrender globaler Organisationen durch.

Über Capgemini

Capgemini ist der Partner fĂŒr die GeschĂ€ftstransformation im KI-Zeitalter. Das Unternehmen unterstĂŒtzt Organisationen dabei, eine intelligente und nachhaltige Zukunft zu gestalten. Dabei verbindet Capgemini KI, Technologie sowie menschliche KreativitĂ€t und verĂ€ndert somit, wie Unternehmen agieren, Innovationen vorantreiben und Wachstum generieren. Über Strategieentwicklung, Technologie, Engineering und Intelligent Operations hinweg verbindet das Unternehmen fundierte Branchenexpertise mit marktfĂŒhrenden FĂ€higkeiten in den Bereichen KI, Cloud und Daten. So entsteht aus ambitionierten Vorhaben echter, skalierbarer GeschĂ€ftserfolg. Seit fast 60 Jahren und gemeinsam mit einem starken Partnernetzwerk stehen 410.000 Mitarbeitende in mehr als 50 LĂ€ndern fĂŒr Verantwortung wie auch Vielfalt. Die Gruppe erzielte im Jahr 2025 einen Umsatz von 22,5 Milliarden Euro.

Make it real | http://www.capgemini.com/de

Pressekontakt:

Stefanie Hauck Capgemini E-Mail: mailto:stefanie.hauck@capgemini.com

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/16952/6347626 OTS: Capgemini

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