Produktion/Absatz, Personalien

Buffett-WeggefÀhrte Charlie Munger mit 99 Jahren gestorben

29.11.2023 - 06:09:11

Charlie Munger, der engste Vertraute und WeggefÀhrte von Investoren-Legende Warren Buffett, ist im Alter von 99 Jahren gestorben.

Buffett betonte in einer Mitteilung am Dienstag, ohne Mungers Inspiration und Weisheit wĂ€re deren Investment-Holding Berkshire Hathaway US0846707026 nie so groß geworden. Munger sei am Dienstagmorgen in einem Krankenhaus in Kalifornien gestorben, hieß es ohne weitere Details. Er wĂ€re am 1. Januar 100 Jahre alt geworden.

Munger war Jahrzehnte zusammen mit Buffett (93) bei Berkshire Hathaway aktiv. Er war Vize-Verwaltungschef und einer der grĂ¶ĂŸten AktionĂ€re. Das machte ihn ebenfalls zu einem MilliardĂ€r. Berkshire Hathaway gehören unter anderem der Versicherer Geico, die Eisenbahngesellschaft BNSF und der Batteriehersteller Duracell. Das GespĂŒr fĂŒr gute GeschĂ€fte sorgte dafĂŒr, dass Berkshires Investments in verschiedene Unternehmen sich ĂŒber die Jahre deutlich besser entwickelten als der Aktienmarkt im Durchschnitt. Eine Investition von 1000 Dollar in Berkshire Hathaway Mitte der 60er Jahre ist heute mehr als 10 Millionen Dollar wert.

Munger und Buffett wuchsen beide in Omaha im US-Bundesstaat Nebraska auf. Munger jobbte in jungen Jahren sogar im Lebensmittel-GeschĂ€ft von Buffetts Großvater - aber die beiden MĂ€nner trafen sich zum ersten Mal erst 1959. Buffett sagte spĂ€ter, dass Munger seinen Ansatz als Investor verĂ€ndert habe.

UrsprĂŒnglich sei er nur auf der Suche nach SchnĂ€ppchen gewesen - "ordentlichen Unternehmen zum wunderbaren Preis", wie Buffett es formulierte. Munger habe ihn ĂŒberzeugt, dass wunderbare Unternehmen zum fairen Preis ein viel besseres GeschĂ€ft seien. Die neue Sichtweise habe ihn viel reicher gemacht als er es als SchnĂ€ppchenjĂ€ger je geworden wĂ€re, betonte Buffett.

Der Kauf der Textilfirma Berkshire Hathaway, aus der am Ende die berĂŒhmteste Investmentholding der Welt entstand, war noch ein klassisches Buffett-GeschĂ€ft: angeschlagen und billig. Einer der ersten großen Deals nach der neuen Philosophie war der Kauf der amerikanischen Pralinen-Kette See's Candies Anfang der 70er Jahre. Berkshire zahlte drei Mal mehr als die Firma wert war - aber See's warf ĂŒber die Jahre mehr als zwei Milliarden Dollar Gewinn ab und war damit eine lukrative Investition.

Munger war bereits selbst ein erfolgreicher Investor, bevor er offiziell Berkshire Hathaway beitrat. Er gilt als treibende Kraft hinter frĂŒhzeitigen Investitionen in Technologie-Unternehmen wie den chinesischen Elektroauto- und Batterie-Spezialisten BYD. Berkshire deckte sich auch groß mit Apple US0378331005-Aktien ein - wĂ€hrend der Preis vielen Anlegern bereits zu hoch erschien. Doch beflĂŒgelt vom Erfolg des iPhones stieg der Kurs noch deutlich höher.

WĂ€hrend Buffett oft bedeutungsschwer als das "Orakel von Omaha" rĂŒberkommt, mochten Anleger an Munger oft seine humorvolle Ader. WĂ€hrend 2000 die damalige Internet-Blase platzte, lieferte Buffett bei der AktionĂ€rsversammlung 2000 auf die Frage nach den Folgen von Spekulationen eine lange ernste Antwort ĂŒber Schneeball-Systeme. Munger bemerkte knapp und trocken: "Wenn man Rosinen mit Kot vermischt, bleibt es Kot." Ähnlich schĂ€tzte Munger auch KryptowĂ€hrungen ein, fĂŒr deren Verbot er sich noch in diesem Jahr einsetzte, weil sie wie GlĂŒckspiel seien.

Munger veranstaltete bis kurz vor seinem Tod seine Freitags-Mittagessen, zu denen zum Beispiel der Videospiele-Unternehmer Bobby Kotick und die GrĂŒnder der Bezahlfirma Stripe, Patrick und John Collison kamen. Seine LieblingsbeschĂ€ftigung sei, "herauszufinden, was funktioniert und was nicht - und warum das so ist", sagte er dem "Wall Street Journal" vor vier Jahren.

@ dpa.de | US0378331005 PRODUKTION/ABSATZ