ChatGPT-Karikaturen, Spaß

ChatGPT-Karikaturen: Spaß mit hohem Datenschutz-Risiko

11.02.2026 - 20:23:12

Ein viraler KI-Trend zur Karikatur-Erstellung gefährdet massiv die Privatsphäre, da Nutzer unwissentlich biometrische und persönliche Daten preisgeben. Experten sehen erhöhte Risiken für Betrug und Identitätsdiebstahl.

Ein viraler Trend mit KI-generierten Karikaturen alarmiert Datenschützer. Nutzer geben dabei massenhaft persönliche und biometrische Daten preis – oft ohne es zu wissen.

Seit Anfang Februar 2026 verbreitet sich auf sozialen Medien ein scheinbar harmloser Trend: Nutzer lassen sich von ChatGPT persönliche Karikaturen erstellen. Die Anweisung „Erstelle eine Karikatur von mir und meinem Beruf basierend auf allem, was du über mich weißt“ kombiniert mit einem persönlichen Foto führt zu verblüffend treffenden Ergebnissen. Doch Cybersecurity-Experten warnen: Der Spaß hat einen hohen Preis für die Privatsphäre.

Mehr als nur ein Filter: Die Daten hinter dem Porträt

Anders als einfache Foto-Filter verlangt dieser Trend eine gefährliche Kombination: biometrische Gesichtsdaten aus Fotos und kontextuelle Informationen aus Chat-Verläufen. „Nutzer liefern damit ein komplettes Profil ihrer Persönlichkeit“, warnt eine Sicherheitsanalystin. Das Problem: Gesichtsgeometrie ist – anders als ein Passwort – unveränderlich.

Die verblüffende Treffsicherheit der Karikaturen erklärt sich aus ChatGPTs Gedächtnis. Das System greift auf den gesamten Chat-Verlauf zu. Was als cleverer KI-Einfall erscheint, sind oft nur gespeicherte persönliche Details aus früheren Unterhaltungen. Selbst Fotos enthalten Risiken: Versteckte Metadaten wie GPS-Koordinaten können unbeabsichtigt mitgeteilt werden.

Unsichtbare Bedingungen: Wo landen die Daten?

Die größte Sorge betrifft die Datenverwendung nach der Karikatur-Erstellung. Laut Nutzungsbedingungen großer KI-Plattformen können hochgeladene Inhalte für Forschung und Modell-Training gespeichert werden. Einmal hochgeladen, verlieren Nutzer die Kontrolle über ihre biometrischen Daten – sie könnten Teil riesiger Trainings-Datensätze werden, ohne Möglichkeit zur Löschung.

„Das normalisiert gefährliches Verhalten“, kritisiert ein Datenschutzexperte. „Nutzer gewöhnen sich daran, intime Details mit KI-Systemen zu teilen, ohne die Konsequenzen zu bedenken.“ Besonders problematisch: Die langfristige Nutzung dieser Daten bleibt für den Durchschnittsnutzer undurchsichtig.

Vom Spaß zum Betrug: Die Sicherheitsrisiken

Die gesammelten Daten sind für Kriminelle äußerst wertvoll. Detaillierte Profile ermöglichen maßgeschneiderte Betrugsversuche, Identitätsdiebstahl und die Erstellung überzeugender Deepfakes für Erpressung. Der öffentliche Teilen der Karikaturen – oft mit realem Namen und Beruf – öffnet Tür und Tor für Social-Engineering-Angriffe.

Anzeige

Die in dem Trend genutzten biometrischen Daten und KI-generierten Deepfakes sind kein theoretisches Risiko — sie ermöglichen maßgeschneiderte Betrugsversuche. Wer sich und sein Unternehmen schützen möchte, findet praxisnahe Schutzmaßnahmen im kostenlosen E-Book „Cyber Security Awareness Trends“. Es erklärt aktuelle Angriffsszenarien und zeigt einfache Maßnahmen, die sofort helfen: Jetzt kostenloses Cyber-Security-E-Book herunterladen

Noch bedenklicher: Teilnehmer signalisieren, dass sie KI-Tools nutzen, möglicherweise auch beruflich. Das macht sie zu Zielen für Account-Übernahmen, bei denen Angreifer auf sensible Firmendaten zugreifen wollen, die vielleicht in den Chatbot eingegeben wurden.

KI und Privatsphäre: Ein Spannungsfeld

Der Trend zeigt das wachsende Ungleichgewicht zwischen rasanter KI-Nutzung und mangelndem Datenschutz-Bewusstsein. Der zweite Internationale KI-Sicherheitsbericht vom 3. Februar 2026 dokumentiert bereits die zunehmende kriminelle Nutzung KI-generierter Inhalte für Betrug und Betrugsversuche.

Experten raten zu äußerster Vorsicht: Keine persönlichen Fotos mit KI-Tools teilen, Informationen in Prompts minimieren und Datenschutzeinstellungen genau prüfen. Wer dennoch teilnehmen möchte, sollte generische Prompts verwenden und nur Bilder teilen, die problemlos öffentlich sein dürfen. Die sicherste Option bleibt jedoch: Diese Features gar nicht erst nutzen, wenn man mit der Datenverarbeitung nicht einverstanden ist.

@ boerse-global.de

Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt anmelden.