ChatGPT, Werbetest

ChatGPT startet Werbetest – Nutzer reagieren mit Protest

13.02.2026 - 08:27:12

OpenAI führt gesponserte Inhalte in seiner KI ein, auch für zahlende Nutzer. Die Monetarisierung stößt auf massive Kritik und löst die Protestbewegung #QuitGPT aus.

OpenAI führt Werbung in seinem KI-Chatbot ein und löst damit eine Welle der Empörung aus. Die Monetarisierungsstrategie betrifft auch zahlende Nutzer und stellt die Akzeptanz des populären Dienstes auf die Probe.

Die Testphase läuft seit dieser Woche für angemeldete erwachsene Nutzer in den USA, die die kostenlose Version oder das günstigere Abo-Modell „ChatGPT Go“ für acht Dollar monatlich nutzen. Premium-Pläne wie Plus, Pro, Business und Enterprise bleiben vorerst werbefrei. Die als „gesponsert“ gekennzeichneten Inhalte erscheinen laut Unternehmen klar getrennt unter der Antwort der KI.

OpenAI betont, die Integrität der Antworten bleibe unangetastet. Werbung laufe auf separaten Systemen, und Werbetreibende hätten keinen Zugriff auf Konversationen oder persönliche Daten. Das Targeting erfolge basierend auf dem Gesprächsthema, der Chat-Historie und früheren Interaktionen mit Anzeigen – sofern die Personalisierung aktiviert ist.

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Zwischen Monetarisierung und Nutzervertrauen

Nutzer können die Personalisierungseinstellungen verwalten und gesammelte Werbedaten einsehen und löschen. Wer die Werbung auf der kostenlosen Stufe komplett deaktiviert, muss jedoch mit einer Reduzierung der täglichen Nachrichten rechnen. Konkrete Limits nannte das Unternehmen nicht.

Bereits in der Pilotphase sind namhafte Marken wie Adobe, Ford, Audible und Target an Bord. Für Analysten ist der Schritt überfällig: OpenAI kämpft trotz hoher Bewertung und Abo-Erfolge mit der Profitabilität seines rechenintensiven Dienstes. Die Entscheidung, auch das bezahlte „Go“-Abo in den Test einzubeziehen, stößt jedoch auf massiven Widerstand. Viele Nutzer erwarten, dass jede Gebühr ein werbefreies Erlebnis garantiert.

#QuitGPT: Nutzer-Proteste formieren sich

Die Reaktionen in sozialen Netzwerken und Foren wie Reddit sind überwiegend negativ. Viele Nutzer drohen, zu Konkurrenzangeboten wie Anthropics Claude zu wechseln. Der Begriff der „Enshittification“ – die schleichende Verschlechterung einer Plattform zugunsten von Investoren – macht die Runde.

Aus dem Unmut ist die Graswurzel-Bewegung „#QuitGPT“ entstanden. Sie ruft dazu auf, Abos zu kündigen und die App zu löschen, um gegen die Werbung und ethische Bedenken zur Unternehmensführung zu protestieren. Der Zeitpunkt des Rollouts wirkt wie ein Eigentor: Erst Tage zuvor strahlte der Rivale Anthropic einen Super-Bowl-Spot aus, der werbefinanzierte KI lächerlich machte. Die Debatte um das Geschäftsmodell der Branche ist damit eröffnet: Nutzerfinanziert und werbefrei oder kostenlos mit Werbung, wie weite Teile des heutigen Webs?

Weichenstellung für die gesamte KI-Branche

Die Einführung von Werbung in ein Tool, das viele als persönliches oder professionelles Hilfsmittel sehen, markiert einen Wendepunkt für die generative KI. OpenAI argumentiert, der Schritt ermögliche „breiteren Zugang zu leistungsfähigeren ChatGPT-Funktionen“. Doch das Risiko, eine treue Nutzerbasis zu vergraulen, die an eine ungestörte Interaktion gewöhnt ist, ist real.

Experten sehen darin einen Stresstest für den gesamten Markt der Konversations-KI. Gelingt OpenAI die Integration ohne massiven Nutzerschwund, könnte sich ein dominantes Geschäftsmodell etablieren. Führt der Protest jedoch zu einer Abwanderung, müsste die Branche grundsätzlich über alternative Finanzierungswege nachdenken.

OpenAI bezeichnet den Start als ersten Test und will das Nutzerfeedback genau beobachten. Ein Zeitplan für einen globalen Rollout liegt nicht vor. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Werbung als akzeptabler Preis für leistungsstarke KI-Tools durchgeht – oder ob der Backlash das Unternehmen und die Branche zu einem Kurswechsel zwingt.

@ boerse-global.de

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