Starker, Preisanstieg

Starker Preisanstieg bei seltenen Erden im dritten Quartal

06.11.2025 - 06:26:09

Chinas ExportbeschrÀnkungen haben seltene Erden auf dem Weltmarkt im dritten Quartal weiter stark verteuert.

Es handelt sich um 17 Metalle, auf die Industriezweige von Auto bis RĂŒstung angewiesen sind. Ihre Dollarpreise sind im Vergleich zum Vorquartal um 8,2 Prozent gestiegen. Das hat die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) in der neuen Ausgabe ihres monatlichen Rohstoffpreisindex berechnet. Damit setzte sich die Entwicklung der Vormonate fort, bereits im zweiten Quartal hatten sich die Preise der seltenen Erden laut vbw um 8,9 Prozent erhöht.

"Wir mĂŒssen dringend unsere AbhĂ€ngigkeiten, insbesondere von China, reduzieren", sagte vbw-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Bertram Brossardt. Mittlerweile hat die chinesische FĂŒhrung die Exportkontrollen nach dem Treffen von Staatschef Xi Jinping mit US-PrĂ€sident Donald Trump zwar ausgesetzt, doch eine Einigung im Handelskonflikt gibt es nach wie vor nicht.

Die Pekinger FĂŒhrung hatte im FrĂŒhjahr zunĂ€chst Exportkontrollen fĂŒr sieben seltene Erden als Revanche fĂŒr die von Trump angedrohten Strafzölle verhĂ€ngt, im Oktober folgte eine weitere VerschĂ€rfung. Seltene Erden sind fĂŒr die Herstellung elektronischer Bauteile und von Magneten in der Elektronik-, Auto- und RĂŒstungsindustrie von Bedeutung.

In der Volksrepublik werden nach unterschiedlichen SchĂ€tzungen nahezu zwei Drittel der weltweit benötigten seltenen Erden abgebaut und 90 Prozent fĂŒr die industrielle Verwendung aufgearbeitet. Da die Metalle auch fĂŒr die westliche RĂŒstungsindustrie von Bedeutung sind, wollen sowohl die USA als auch die EU ihre AbhĂ€ngigkeit von China reduzieren. Allerdings glauben viele Fachleute, dass das Jahre dauern könnte.

Erheblich teurer geworden sind laut vbw-Rohstoffpreisindex im dritten Quartal nicht nur seltene Erden, sondern mit einem Preisanstieg von 12,6 Prozent auch die Edelmetalle Gold, Silber und Platin. "Das offenbart die aktuelle Unsicherheit", sagte Brossardt. "Investoren suchen vermehrt sicher scheinende Anlagen, wie beispielsweise Gold".

@ dpa.de