Coface Deutschland / Coface Risk Review: Moment der Wahrheit fĂŒr die ...
24.02.2026 - 14:31:23 | dpa.deDer internationale Kreditversicherer Coface erwartet fĂŒr 2026 ein globales Wachstum von +2,6%, ein leichter RĂŒckgang gegenĂŒber +2,8% im Jahr 2025. Diese Prognose steht im Kontext eines weiterhin anspruchsvollen internationalen Umfelds, das durch anhaltende geopolitische Spannungen, finanzielle Risiken und zunehmende soziale Unruhen geprĂ€gt ist. Gleichzeitig hat Coface die Risikobewertung fĂŒr insgesamt sieben LĂ€nder angepasst und unter anderem die EinschĂ€tzungen fĂŒr Polen, Schweden und Chile verbessert.
"RĂŒckblickend hat das Jahr 2025 eindrucksvoll gezeigt, wie widerstandsfĂ€hig die Globalisierung trotz zahlreicher Schocks bleibt. Zwar prĂ€gten politische und wirtschaftliche Verwerfungen das Jahr, dennoch entwickelte sich die Weltwirtschaft im Einklang mit der ursprĂŒnglichen Prognose von 2,8 Prozent Wachstum", sagt Coface-Volkswirt Markus Kuger. Entscheidend dafĂŒr war, dass die tatsĂ€chlichen wirtschaftlichen Belastungen geringer ausfielen als die vorausgegangene Unsicherheit, insbesondere im Hinblick auf Zölle und Handelskonflikte. "Gleichzeitig unterstrich die hohe AnpassungsfĂ€higkeit vieler Unternehmen, besonders der international ausgerichteten, die nach wie vor starke Dynamik globaler wirtschaftlicher Verflechtungen."
Das Jahr 2026 beginnt unter erheblichem Druck: Geopolitische Risiken haben sich durch Ereignisse in Lateinamerika, Iran und Grönland bereits materialisiert. Finanzielle Risiken verstÀrken sich angesichts hoher Schuldenniveaus und angespannten KapitalmÀrkten in einem Umfeld, das weiterhin durch hohe Zinsen geprÀgt ist. Hinzu kommen makroökonomische Risiken, die aus der unberechenbaren Wirtschaftspolitik der USA und der Gefahr neuer Handelskonflikte resultieren. Auch soziale Spannungen nehmen in vielen LÀndern, besonders in Europa, zu und werden durch gesundheitliche und klimatische Risiken zusÀtzlich verschÀrft.
Globales Wachstum: langsamer, aber stabil
Trotz dieser Herausforderungen bleibt das globale Wirtschaftswachstum mit prognostizierten +2,6% insgesamt stabil, wenn auch mit deutlichen regionalen Unterschieden. In den USA wird fĂŒr 2026 ein Wachstum von 2,2% erwartet, gestĂŒtzt durch robuste Konsumausgaben und trotz des jĂŒngsten Anstiegs der Unternehmensinsolvenzen. Die Eurozone dĂŒrfte ein Wachstum von rund 1% verzeichnen, getragen insbesondere vom deutschen Aufschwung infolge umfangreicher Investitionsprogramme, wĂ€hrend Frankreich aufgrund seines weiterhin sehr hohen Haushaltsdefizits nur leicht zulegen wird. Auch in Mittel- und Osteuropa zeigt sich eine robuste Dynamik, angefĂŒhrt von Polen mit einem erwarteten Wachstum von 3,8%. In Asien hingegen kĂŒhlt sich das Wachstum Chinas auf 4,4% ab und dĂ€mpft damit den regionalen Schwung, wĂ€hrend Indien seine Rolle als einer der wichtigsten globalen Wachstumstreiber mit einem prognostizierten Plus von 6,1% bestĂ€tigt.
Die Entwicklung der Energiepreise dĂŒrfte im Jahresverlauf fĂŒr zusĂ€tzliche Entlastung sorgen. "Coface erwartet, dass der Ălpreis von durchschnittlich 68 US-Dollar pro Barrel im Jahr 2025 auf etwa 60 US-Dollar sinkt. Diese EinschĂ€tzung basiert auf einer moderaten Nachfrageentwicklung und einer deutlichen Ausweitung des Angebots", sagt Markus Kuger. "Trotz möglicher geopolitischer AusschlĂ€ge dĂŒrften Energiepreise damit insgesamt neutral auf die Inflation wirken, die in vielen Regionen weiter nachgibt."
LĂ€nderrisiken: 6 Aufwertungen, 1 Abwertung
Im Bereich der LĂ€nderrisiken hat Coface insgesamt sieben Anpassungen vorgenommen, darunter sechs Aufwertungen. Das LĂ€nderrisiko beschreibt das allgemeine Umfeld eines Landes, um lokale Kreditrisiken zu bewerten und einordnen zu können. Chile wurde aufgrund deutlich steigender Investitionen im Kupfer- und Energiesektor sowie eines stabilen institutionellen Rahmens von A4 auf A3 hochgestuft. Polen verbessert sich ebenfalls von A4 auf A3, getragen durch ein hohes Investitionstempo infolge umfangreicher EU-Mittel und eine anhaltend robuste Konsumnachfrage. Schweden wird von A3 auf A2 angehoben, da eine widerstandsfĂ€hige private Nachfrage, ein sich erholender Arbeitsmarkt und eine expansive Fiskalpolitik das Land stabilisieren. Auch Zypern wurde angesichts eines Rekordjahres im Tourismus und hoher Investitionsimpulse aus europĂ€ischen Förderprogrammen von A4 auf A3 hochgestuft. Barbados erreichte eine Verbesserung des LĂ€nderrisikos von C auf B, nachdem eine konsequente fiskalische Konsolidierung und sinkende Staatsverschuldung das Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung gestĂ€rkt hatten. Ecuador wurde von D auf C angehoben, nachdem das Land sich nach der schweren Energiekrise 2024 stabilisiert und umfassende Reformen eingeleitet hat, die vom Internationalen WĂ€hrungsfonds (IWF) unterstĂŒtzt werden.
Die einzige Herabstufung im aktuellen Coface Risk Review erfĂ€hrt der Senegal , der von B auf C zurĂŒckgesetzt wurde. Ausschlaggebend dafĂŒr sind erhebliche fiskalische Fehlentwicklungen und eine inzwischen als untragbar geltende Schuldenlast, die die laufenden Verhandlungen mit dem IWF deutlich erschweren.
Das ausfĂŒhrliche Risk Review und sĂ€mtliche Risikobewertungen auf einen Blick: http://www.coface.de/
Pressekontakt:
Coface, Niederlassung in Deutschland Sebastian Knierim - Pressesprecher - Tel. 06131/323-335 mailto:sebastian.knierim@coface.com http://www.coface.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/51597/6223075 OTS: Coface Deutschland
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