Produktion/Absatz, Umstrukturierung

Berlusconis zum Stichtag ohne Mehrheit

18.08.2025 - 16:30:03 | dpa.de

COLOGNO MONZESE/UNTERFÖHRING - Das italienische Unternehmen Media for Europe (MFE) NL0015000N09 hat in der Bieterschlacht um den deutschen Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 DE000PSM7770 die angestrebte Aktienmehrheit zum Stichtag verfehlt.

(neu: PPF-Ergebnis ergÀnzt)

COLOGNO MONZESE/UNTERFÖHRING (dpa-AFX) - Das italienische Unternehmen Media for Europe (MFE) NL0015000N09 hat in der Bieterschlacht um den deutschen Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 DE000PSM7770 die angestrebte Aktienmehrheit zum Stichtag verfehlt. Das Unternehmen hĂ€lt laut aktueller Pflichtveröffentlichung mit Stand vom 13. August nunmehr rund 43,6 Prozent an der ProSiebenSat.1 Media SE. Die Berlusconis kaufen aber auch weiterhin noch Anteile an. In einer Nachfrist können AktionĂ€re ihre Aktien noch bis zum 1. September MFE andienen.

Media for Europe gehört den Kindern des 2023 gestorbenen frĂŒheren italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi. Der Konzern will eine europĂ€ische Sendergruppe aufbauen. Kartellrechtlich gibt es keine HĂŒrden fĂŒr den Deal. Die Übernahme wurde bereits 2023 der EuropĂ€ischen Kommission sowie 2024 der Bundeswettbewerbsbehörde zur PrĂŒfung vorgelegt. Damals hatten die Berlusconis die Grenze von 25 Prozent ĂŒberschritten.

NĂ€chster Kassensturz wohl am 4. September

MFE hatte sein Übernahme-Angebot Ende Juli deutlich erhöht. Vorstand und Aufsichtsrat der ProSiebenSat.1 Media SE hatten wenige Tage spĂ€ter ihren anfĂ€nglichen Widerstand gegen die Transaktion aufgegeben und den AktionĂ€ren das MFE-Angebot als "angemessen" zur Annahme empfohlen.

Das eigentliche Angebot ist am 13. August abgelaufen. Bis dahin hat MFE 10,26 Prozent der Anteile eingesammelt, zusÀtzlich zu den eigenen 33,31 Prozent. Nun beginnt eine zweiwöchige Nachfrist. Voraussichtlich am 4. September wird erneut dann Bilanz gezogen, ob die angestrebte absolute Mehrheit erreicht wurde.

Der tschechische Finanzinvestor PPF hatte den AktionÀren ebenfalls eine Offerte gemacht, diese aber im Gegensatz zum Berlusconi-Konzern zuletzt nicht mehr erhöht. Laut eigener Mitteilung hat PPF 2,79 Prozent erworben - zusammen mit den zuvor schon gehaltenen Anteilen haben die Tschechen 18,41 Prozent an ProSiebenSat.1.

Sender mit "Germany's Next Topmodel" und "The Voice"

Über Jahrzehnte hatte der Patriarch Silvio Berlusconi seinen Medienkonzern genutzt, um seine politische Karriere und die von ihm gegrĂŒndete Partei Forza Italia zu fördern. Die Berlusconi-Kinder sind bislang nicht in die Politik eingestiegen, stehen der Partei aber nach wie vor nahe.

ProSiebenSat.1 ist neben der RTL-Familie der zweite große private Fernsehkonzern in Deutschland. Neben klassischen Sendern wie ProSieben, Sat.1 und Kabel Eins gehört unter anderem auch der Streaminganbieter Joyn zu der Firmengruppe. Bekannte Formate sind zum Beispiel die Shows "Germany's Next Topmodel", "Joko & Klaas gegen ProSieben", "The Voice of Germany" und "Rosins Restaurants" sowie die Comedyserie "jerks.".

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