Commerzbank, Aktie

Commerzbank Aktie: Annahmefrist lÀuft heute ab

16.06.2026 - 23:05:02 | boerse-global.de

Bund lehnt UniCredit-Angebot ab, Staatsanwaltschaft ermittelt. UniCredit hÀlt fast 40 Prozent der Anteile. Annahmefrist endet heute.

Commerzbank Aktie: Übernahmekampf eskaliert mit Bund und Staatsanwaltschaft
Commerzbank - Commerzbank-Zentrale in Frankfurt bei DĂ€mmerung, moderne Glasarchitektur mit dramatischen Reflexionen und Stadtlichtern. 16.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Der Übernahmekampf um die Commerzbank spitzt sich zu. Die Bundesregierung hat das UniCredit-Angebot offiziell abgelehnt. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt. Und die Annahmefrist lĂ€uft heute um Mitternacht ab.

Bund lehnt ab — Geheimverhandlungen gescheitert

Die Bundesregierung, die ĂŒber die Finanzagentur rund 12 Prozent der Commerzbank-Anteile hĂ€lt, hat das Tauschangebot der UniCredit förmlich zurĂŒckgewiesen. Der interministerielle Lenkungsausschuss bemĂ€ngelte, die Offerte enthalte keine angemessene PrĂ€mie auf den aktuellen Aktienkurs. Berlin kritisierte das „aggressive Vorgehen" der Italiener und verwies auf die Bedeutung der Commerzbank fĂŒr den deutschen Mittelstand.

Hinter den Kulissen waren die GesprĂ€che bereits zuvor gescheitert. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hatte von UniCredit-CEO Andrea Orcel einen zweistelligen prozentualen Aufschlag verlangt — genug, um den Wert je Aktie auf deutlich ĂŒber 40 Euro zu heben. UniCredit lehnte ab. Das Tauschangebot bleibt bei 0,485 eigenen Aktien pro Commerzbank-Papier, was zuletzt einem rechnerischen Wert zwischen 37,25 und 37,73 Euro entsprach.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Marktmanipulation

Parallel zum politischen Veto rĂŒckt die juristische Ebene ins Bild. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt bestĂ€tigte am Dienstag Vorermittlungen wegen Marktmanipulationsverdachts — ausgelöst durch eine Strafanzeige des Commerzbank-Betriebsrats.

Die Commerzbank wirft UniCredit vor, gegenĂŒber der BaFin irrefĂŒhrende Angaben gemacht zu haben. Konkret bezweifelt sie, ob die gemeldeten Andienungen von rund 11 bis 12,4 Prozent tatsĂ€chlich aus freien MarktstĂŒcken stammen. Stattdessen vermutet sie Absprachen mit derivatebasierten Partnerbanken. UniCredit weist das entschieden zurĂŒck.

UniCredit kontrolliert bereits fast 40 Prozent

Trotz allem hat UniCredit seine Machtbasis massiv ausgebaut. Direkt gehaltene Anteile von 26,77 Prozent plus die angedienten Aktien ergeben rechnerisch ĂŒber 39 Prozent der Stimmrechte. Inklusive Derivaten sprechen einige Berichte sogar von bis zu 41,9 Prozent des Kapitals — oder 55,09 Prozent der Stimmrechte.

Mit dieser Position droht UniCredit offen: Gibt das Commerzbank-Management den Kurs der EigenstĂ€ndigkeit nicht auf, könnte der GroßaktionĂ€r auf einer außerordentlichen Hauptversammlung Aufsichtsrat und Vorstand abberufen.

Die Commerzbank-Aktie notiert aktuell bei 36,23 Euro — damit liegt der Kurs erstmals unter dem rechnerischen Angebotswert. Im Zwölfmonatsvergleich hat das Papier rund 27 Prozent zugelegt, bewegt sich aber knapp fĂŒnf Prozent unterhalb des Anfang Juni erreichten 52-Wochen-Hochs von 38,15 Euro.

Die regulĂ€re Annahmefrist endet heute um 23:59 Uhr. Eine Nachfrist bis zum 3. Juli gilt als wahrscheinlich. EndgĂŒltige Andienungsquoten will UniCredit voraussichtlich am 8. Juli veröffentlichen — dann wird klarer sein, ob die Übernahme noch zu stoppen ist.

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