Continental, AutozuliefergeschÀft

Continental baut weiter um: AutozuliefergeschÀft Aumovio startet an der Börse

18.09.2025 - 12:20:39

Continental DE0005439004 ist bei der Neuaufstellung des Konzerns einen guten Schritt vorangekommen: Die Abspaltung der bisherigen Tochter Aumovio DE000AUM0V10 ist mit dem reinen Spin-Off an der Börse vom Donnerstag vollzogen.

Der Dax-Konzern hakt damit einen weiteren Punkt des laufenden Großumbaus ab - am Ende soll nur noch die Reifensparte ĂŒbrigbleiben.

Der erste Kurs des Autozulieferers Aumovio an der Börse betrug 35 Euro, bevor zuletzt dann 34,70 Euro bezahlt wurden. Conti-Anteilsscheine notierten bei 58,28 Euro. Aus Sicht der Anleger ging es damit im Vergleich mit dem Vortagesschluss wertmĂ€ĂŸig spĂŒrbar nach oben: Beide Aktien im VerhĂ€ltnis kombiniert, lag der vergleichbare Kurs zuletzt bei 75,63 Euro und damit 3,6 Prozent ĂŒber dem Xetra-Schlusskurs vom Vortag, der 72,98 Euro betragen hatte. Je Conti-Papier bekamen die AktionĂ€re eine halbe Aumovio-Aktie automatisch ins Depot gebucht. Anleger hielten daher zunĂ€chst Anteile von beiden Unternehmen.

Als Auswirkung der Abspaltung hatte der Dax DE0008469008 am Donnerstag kurzzeitig 41 statt 40 Mitglieder. Damit soll die Abbildbarkeit des Dax fĂŒr Anleger gewĂ€hrleistet werden. Mit Handelsschluss wird Aumovio dann wieder aus dem Dax genommen.

Im Angebot hat das neue Unternehmen Aumovio mit Sitz in Frankfurt unter anderem Bremsen, Fahrwerke, Fahrzeugelektronik, Infotainment-Lösungen, Sensoren sowie Komponenten fĂŒr das assistierte und automatisierte Fahren. Bislang zĂ€hlt der Bereich rund 92.000 BeschĂ€ftigte - fast die HĂ€lfte der Conti-BeschĂ€ftigten. Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei 19,4 Milliarden Euro.

Der Börsengang von Aumovio reiht sich ein in den tiefgreifenden Umbau von Continental. Auch von der Kunststofftechniksparte Contitech will sich der Konzern trennen. Sie soll verkauft werden. 2021 hatten die Hannoveraner bereits die Antriebssparte Vitesco abgespalten, die mittlerweile im Schaeffler-Konzern aufgegangen ist. Letztlich soll nur das ReifengeschÀft bei Conti bleiben - es steuerte bisher auch den Löwenanteil des Gewinns bei.

Conti-Chef Nikolai Setzer spricht von der "bisher tiefgreifendsten Neuaufstellung" in der Unternehmensgeschichte. So sollen "neue KrĂ€fte" freigesetzt werden. Das lukrative ReifengeschĂ€ft muss dann auch nicht mehr die schwĂ€chere Autozulieferung stĂŒtzen. Großinvestoren könnten den getrennten Konzernteilen daher auch mehr Wert beimessen, so die Hoffnung in Hannover. GroßaktionĂ€r ist bei beiden Konzernen zunĂ€chst weiter mit je 46 Prozent der Anteile die Industriellenfamilie Schaeffler.

Contis AutozuliefergeschĂ€ft schrieb in den vergangenen Jahren immer wieder rote Zahlen. Zuletzt hatte der nach Umsatz ehemals grĂ¶ĂŸte Konzernteil aber etwas mehr verdient. Der Umsatz sackte im zweiten Quartal wegen der stockenden weltweiten Autoproduktion zwar um fĂŒnf Prozent ab, doch blieb davon mehr als Gewinn hĂ€ngen.

Zu verdanken ist das unter anderem Kostensenkungen und Preiserhöhungen. Der Sparkurs wurde zuletzt noch einmal verschÀrft. Mehr als 10.000 Stellen fallen weg, jeweils rund zur HÀlfte in der Verwaltung sowie in Forschung und Entwicklung.

@ dpa.de