Crans-Montana, Gericht

Crans-Montana: Gericht entlÀsst Bar-Besitzer gegen Kaution

16.03.2026 - 00:00:25 | boerse-global.de

Nach dem verheerenden Brand in Crans-Montana ist ein Mitbesitzer gegen Auflagen frei. Die Zahl der Todesopfer stieg auf 41, Ermittler sehen Pyrotechnik und SicherheitsmÀngel als Ursache.

Crans-Montana: Gericht entlĂ€sst Bar-Besitzer gegen Kaution - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Crans-Montana: Gericht entlĂ€sst Bar-Besitzer gegen Kaution - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Der Mitbesitzer des abgebrannten Schweizer Nobel-Skiort-Lokals „Le Constellation“ ist nicht mehr in Untersuchungshaft. WĂ€hrend die Ermittlungen zu dem Feuer mit 41 Toten weiterlaufen, steigt die Zahl der Opfer.

Jacques Moretti, einer der französischen EigentĂŒmer der Bar, wurde bereits Ende Januar gegen eine Kaution von 200.000 Schweizer Franken aus der Haft entlassen. Das bestĂ€tigen aktuelle Gerichtsakten. Zuvor kursierten falsche Berichte, er befinde sich noch in Untersuchungshaft. Das Walliser Kantonsgericht ordnete strenge Auflagen an: Moretti muss in der Schweiz bleiben, seinen Pass abgeben und sich tĂ€glich bei der Polizei melden. Seine AnwĂ€lte betonen die volle Kooperationsbereitschaft ihres Mandanten.

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Todeszahl steigt auf 41 – viele Opfer waren Jugendliche

Die menschliche Tragödie hat eine weitere traurige Wendung genommen. Ende Januar starb ein 18-jĂ€hriger Schweizer in einem ZĂŒrcher Spital an seinen schweren Verletzungen. Damit erhöht sich die offizielle Zahl der Todesopfer auf 41. Der Großbrand in der Silvesternacht zĂ€hlt zu den schwersten Katastrophen dieser Art in der jĂŒngeren europĂ€ischen Geschichte.

Die Dimension der Verletzungen war enorm: 116 Menschen wurden verletzt, 83 davon mit schwersten Verbrennungen. Die Intensivstationen in der Region Wallis waren ĂŒberlastet, Patienten mussten in die ganze Schweiz und ins europĂ€ische Ausland verlegt werden. Besonders erschĂŒtternd: Das Alter der Opfer lag zwischen 14 und 39 Jahren, etwa die HĂ€lfte war minderjĂ€hrig. Unter den Toten und Verletzten waren auch viele auslĂ€ndische Touristen.

Ermittler: Pyrotechnik löste Feuersturm aus

Im Fokus der Staatsanwaltschaft Wallis steht die genaue Ursache fĂŒr die rasante Ausbreitung des Feuers gegen 1:26 Uhr. Die Hauptthese: Indoor-Pyrotechnik löste die Katastrophe aus. Ermittler gehen davon aus, dass Wunderkerzen oder Bengalfackeln an Champagnerflaschen hochentzĂŒndlichen Akustikschaum an der Decke des Kellerclubs entzĂŒndeten. Experten sprechen von einem „Flashover“ – einem schlagartigen DurchzĂŒnden aller brennbaren Materialien im Raum.

Doch nicht nur die ZĂŒndquelle, auch massive SicherheitsmĂ€ngel rĂŒcken in den Blick. Obwohl die Besitzer beteuerten, alle Normen eingehalten zu haben, wurde bekannt: Eine offizielle Brandschau gab es seit 2019 nicht mehr. Zudem soll Jacques Moretti zugegeben haben, dass wĂ€hrend der Panik eine DiensttĂŒr von innen verriegelt war. Dieser verschlossene Fluchtweg behinderte die Evakuierung der rund 100 GĂ€ste im Keller erheblich.

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Debatte ĂŒber Sicherheit in Schweizer Clubs entbrannt

Die Katastrophe hat eine nationale Debatte ĂŒber Brandschutzvorschriften in der Gastronomie entfacht. Der Fall zeigt gravierende LĂŒcken bei der Durchsetzung von Bauvorschriften auf, besonders bei brennbaren DĂ€mmmaterialien in ĂŒberfĂŒllten Clubs. Sicherheitsexperten fordern nun verpflichtende, jĂ€hrliche Kontrollen fĂŒr alle Nachtlokale.

Der Vorfall erinnert an historische ClubbrĂ€nde durch Pyrotechnik. Die Kombination aus niedriger Decke, entzĂŒndlichem Schaum und offenem Feuer gilt unter Experten als extrem gefĂ€hrlich. Juristen erwarten, dass der Prozess gegen die Morettis einen PrĂ€zedenzfall fĂŒr die Haftung von Betreibern in der Schweiz setzen könnte. Der Druck auf die Politik wĂ€chst, die Gesetze zu verschĂ€rfen.

Was kommt als nÀchstes?

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wallis laufen auf Hochtouren. Forensiker analysieren weiterhin den Tatort und prĂŒfen Sicherheitsdokumente. Die Behörden mĂŒssen entscheiden, ob sie Anklage gegen das Ehepaar Moretti erheben – was einen aufsehenerregenden Prozess zur Folge hĂ€tte.

Gleichzeitig arbeiten Aufsichtsbehörden an schĂ€rferen Kontrollmechanismen fĂŒr Brandschutzinspektionen. Beobachter rechnen damit, dass die Erkenntnisse aus Crans-Montana noch vor der nĂ€chsten Wintersaison zu gesetzlichen Änderungen fĂŒhren – insbesondere beim Verbot von Pyrotechnik in InnenrĂ€umen und bei den Vorgaben fĂŒr freie Fluchtwege. Die Schweiz steht vor einem tiefgreifenden Umbau ihrer Sicherheitsstandards fĂŒr die Gastronomie.

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