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Kreise: LĂ€ngere Kurzarbeit soll Arbeitsmarkt stabilisieren

03.12.2025 - 14:23:43

Das Bundesarbeitsministerium plant erneut eine VerlĂ€ngerung der Bezugsdauer fĂŒr Kurzarbeitergeld auf bis zu 24 Monate.

Das geht aus einem neuen Verordnungsentwurf hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Als Grund wird die unsichere wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2026 genannt. Gerade exportorientierte Branchen wĂŒrden unter der sprunghaften Handels- und Sicherheitspolitik der USA und möglichen Gegenreaktionen durch Handelspartner leiden.

Bas: "Stehe an der Seite der BeschÀftigten und der Unternehmen"

Bundesarbeitsministerin BĂ€rbel Bas (SPD) teilte mit, sie kĂ€mpfe "um jeden guten Industriearbeitsplatz in unserem Land". Trotz des Investitionspakets von 500 Milliarden Euro seien "einige Unternehmen und vor allem ihre BeschĂ€ftigten in der aktuellen Situation auf UnterstĂŒtzung angewiesen", so Bas. Deshalb werde eine VerlĂ€ngerung des Kurzarbeitergeldes auf 24 Monate bis Ende 2026 jetzt "sehr schnell auf den Weg" gebracht. "Als Arbeitsministerin stehe ich an der Seite der BeschĂ€ftigten und der Unternehmen in diesem Land", betonte Bas.

Mehr Planungssicherheit, weniger Personalabbau

RegulÀr ist eine Bezugsdauer von lÀngstens zwölf Monaten vorgesehen. Eine VerlÀngerung solle auf Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite wirken: Den BeschÀftigten sollen ihre bedrohten Jobs gesichert werden. Den Unternehmen soll das Halten ihrer oft langjÀhrigen bewÀhrten ArbeitskrÀfte erleichtert werden.

Ohne eine VerlĂ€ngerung befĂŒrchtet das Bundesarbeitsministerium einen "erheblichen Personalabbau bei den von Kurzarbeit betroffenen Betrieben", heißt es in dem Entwurf. Das Bundesministerium rechnet mit Mehrausgaben zulasten des Haushaltes der Bundesagentur fĂŒr Arbeit (BA) "von schĂ€tzungsweise rund 180 Millionen Euro".

Mehr als 200.000 BeschÀftigte in Kurzarbeit

Kurzarbeit bedeutet, dass alle oder nur ein Teil der BeschĂ€ftigten in einem Betrieb weniger Stunden arbeiten, als sie normalerweise arbeiten mĂŒssten. Die Auszahlung des Kurzarbeitergeldes durch die Agentur fĂŒr Arbeit soll Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber bei den Kosten entlasten und KĂŒndigungen verhindern.

Aktuell arbeiten rund 209.000 BeschÀftigte in Kurzarbeit. Zum Vergleich: Vor Ausbruch der Corona-Pandemie im September 2019 waren es rund 75.000. Rund 76 Prozent entfallen auf das Verarbeitende Gewerbe, mit Schwerpunkten im Maschinenbau und in der Herstellung von Metallerzeugnissen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld ausgedehnt wird: Auch aktuell gilt eine Bezugsdauer von 24 Monaten, die aber am 31. Dezember 2025 auslÀuft./lfö/DP/jha

@ dpa.de