Marktforscher: Temu gewinnt schnell an Beliebtheit
10.10.2024 - 12:19:36Gemessen an der Anzahl der Bestellungen landete Temu im ersten Halbjahr 2024 auf dem sechsten Platz der Top-OnlinehĂ€ndler. Das geht aus einer Untersuchung der zum Meinungsforschungsinstitut YouGov gehörenden Consumer Panel Services GfK hervor. AngefĂŒhrt wird die Liste von Amazon US0231351067, Ebay US2786421030 und Otto, gefolgt von Zalando DE000ZAL1111 und Kaufland.
Von Januar bis Juni kauften demnach etwa 1,3 Millionen Menschen in Deutschland bei Temu ein. Das Unternehmen ist seit April 2023 hierzulande aktiv. Temu ist ein Marktplatz - also ein Portal, auf denen Menschen von mehr als einem Unternehmen Dinge zum Kauf angeboten werden. Der in China gegrĂŒndete und heute in Singapur ansĂ€ssige ModehĂ€ndler Shein landet auf dem 19. Platz des Bestell-Rankings, etwa 900.000 Menschen kauften dort ein.
Experte: Temu und Shein dĂŒrften noch beliebter werden
GfK-Marktforscher Christian Koch geht davon aus, dass die zwei OnlinehĂ€ndler aus Asien in den kommenden Jahren noch populĂ€rer werden: "Die Shoppingportale profitieren von den fĂŒr sie gĂŒnstigen Wettbewerbsbedingungen und schaffen es mit ihrer Art des Shoppings, Kunden zu begeistern", sagte Koch. AuĂerdem seien beide sehr prĂ€sent in der Werbung.
Das Angebot der Portale unterscheidet sich jedoch. Bei Shein finden Kundinnen und Kunden der GfK-Untersuchung zufolge fast ausschlieĂlich Mode. Temu hingegen hat ein breiteres Produktsortiment. Gemeinsam haben beide Anbieter, dass sie zahlreiche Artikel zu gĂŒnstigen Preisen anbieten - und so durch den zuletzt starken Preisfokus der Kunden profitierten.
Die gesamte Branche leidet hingegen unter der schlechten Konsumstimmung im Land. Nach zwei schwachen Jahren dĂŒrfte auch 2024 nicht den Aufschwung bringen: Im dritten Quartal gab es nach Angaben des Branchenverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland zwar ein Wachstum. Die Lage habe sich stabilisiert. Mit 55,4 Milliarden Euro lagen die Erlöse von Januar bis September aber noch 0,4 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums.
Shoppingportale aus Asien sind umstritten
Temu und Shein sind umstritten. Handelsvertreter, Politiker und VerbraucherschĂŒtzer kritisieren unter anderem ProduktqualitĂ€t, unfaire Wettbewerbsbedingungen und mangelnde Kontrollen. Die Plattformen weisen solche VorwĂŒrfe zurĂŒck.
Der Handelsverband Deutschland (HDE) wandte sich Ende September in einem Brief an EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen. HDE-PrĂ€sident Alexander von Preen forderte darin, DirektversandhĂ€ndler stĂ€rker zu kontrollieren und zustĂ€ndige Ăberwachungsbehörden wie den Zoll zu stĂ€rken.

