Aktien Europa Schluss: Verluste nach der Europawahl - vor allem in Paris
10.06.2024 - 18:12:59Nach dem US-Börsenstart hellte sie sich an den meisten HandelsplĂ€tzen dank einer stabilen bis leicht positiven Entwicklung an der Wall Street allmĂ€hlich ein wenig auf. Kaum dagegen in Frankreich, wo PrĂ€sident Emmanuel Macron nach der Niederlage seines Mitte-Lagers eine baldige Neuwahl des heimischen Parlaments ankĂŒndigte. Marktanalyst Konstantin Oldenburger vom Broker CMC Markets sprach von einem "politischen Paukenschlag in Paris".
Das starke Abschneiden rechter und rechtsextremer Parteien bei der Europawahl sei nicht nur fĂŒr die deutsche Ampelkoalition, sondern auch fĂŒr die französische Regierung eine bittere Pille, sagte Analyst Christian Henke vom Broker IG.
Der EuroStoxx 50 EU0009658145 verlor letztlich 0,69 Prozent auf 5016,48 Punkte, nachdem es zeitweise fĂŒr den Eurozonen-Leitindex um anderthalb Prozent abwĂ€rts gegangen war. Der französische Cac 40 FR0003500008 bĂŒĂte 1,35 Prozent auf 7893,98 Punkte ein und fiel auf den tiefsten Stand seit Februar. Der britische FTSE 100 GB0001383545 hielt sich dagegen recht stabil mit minus 0,20 Prozent auf 8228,48 Punkte.
Die Risikoscheu der Anleger zeigte sich auch am europĂ€ischen Anleihemarkt. Die Renditen stiegen auf breiter Front, besonders aber in Frankreich. Am Devisenmarkt sank der Eurokurs EU0009652759 weiter und knĂŒpfte so an den deutlichen RĂŒckschlag am Freitag nach dem monatlichen US-Arbeitsmarktbericht an.
Dass Frankreich nun noch vor Beginn der Olympischen Spiele im Land die Nationalversammlung neu wĂ€hlen soll, kommt laut Marktstratege Vincent Juvyns von JPMorgan Asset Management ĂŒberraschend. Das verstĂ€rkt ihm zufolge die Unsicherheit, zumal den Franzosen im spĂ€teren Monatsverlauf ohnehin noch ein Verfahren in der EU wegen des hohen Haushaltsdefizits drohe. Ăber die Zusammensetzung ihres Parlaments muss die Nation bald schon in zwei WahlgĂ€ngen, am 30. Juni und am 7. Juli, abstimmen.

