ROUNDUP, Gastgewerbe

Gastgewerbe hat Corona-Schock noch nicht verdaut

20.02.2024 - 11:43:56

Das Gastgewerbe in Deutschland erholt sich nur langsam vom Corona-Schock.

Die UmsÀtze legten 2023 im Vergleich zum Vorjahr zwar sowohl preisbereinigt (real) als auch nominal zu, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat. In einer ersten SchÀtzung waren die Wiesbadener Statistiker allerdings von höheren Steigerungsraten ausgegangen.

Den am Dienstag veröffentlichten Zahlen zufolge stiegen die realen UmsÀtze zum Vorjahr um 1,1 Prozent statt, wie zunÀchst berechnet, um 2,6 Prozent. Nominal hatten Hoteliers und Wirte 8,5 Prozent höhere Erlöse in der Kasse, hierbei war die erste SchÀtzung von 9,6 Prozent Plus ausgegangen.

Die gerade noch positive Bilanz des Jahres 2023 verdankten Hotels und GaststĂ€tten vor allem den besonders hohen realen ZuwĂ€chsen zu Jahresbeginn, wie die Statistiker erklĂ€rten. Im weiteren Jahresverlauf bremsten gestiegene Preise fĂŒr Lebensmittel, Personal und Energie die Branche.

Das Niveau der Vor-Corona-Zeit haben die UmsĂ€tze aber zumindest real nicht erreicht: Preisbereinigt waren die Erlöse im vergangenen Jahr 11,3 Prozent niedriger als 2019, dem Jahr vor Ausbruch der Pandemie in Deutschland. Preissteigerungen sorgten unterdessen fĂŒr einen 8,8 Prozent höheren nominalen Umsatz als 2019.

Im Dezember mit dem wichtigen WeihnachtsgeschĂ€ft sind nach vorlĂ€ufigen Ergebnissen des Bundesamtes die nominalen UmsĂ€tze wegen der stark erhöhten Preise zwar um 5,0 Prozent zum Vorjahresmonat gestiegen, preisbereinigt ergab sich aber ein RĂŒckgang um 0,2 Prozent.

Weil seit dem 1. Januar 2024 fĂŒr Speisen in der Gastronomie wieder der regulĂ€re Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent gilt und dadurch die Preise fĂŒr die Kundschaft steigen, rechnen Branchenbeobachter mit mehr Pleiten in der von der Corona-Flaute ohnehin gebeutelten Branche.

Der Finanzinformationsdienst Crif sprach Ende November von mehr als 15 000 insolvenzgefĂ€hrdeten Restaurants, GaststĂ€tten, Imbissen und CafĂ©s in Deutschland. "Die Anhebung der Mehrwertsteuer wird vor allem fĂŒr bereits finanziell angeschlagene Gastronomiebetriebe die Lage weiter verschĂ€rfen", erlĂ€uterte seinerzeit Crif-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Frank Schlein. Die Bundesregierung hatte den Steuersatz auf Speisen in Restaurants Mitte 2020 wĂ€hrend der Corona-Pandemie auf 7 Prozent gesenkt. SpĂ€ter verlĂ€ngerte die Ampel-Koalition die SteuervergĂŒnstigung mehrfach, unter anderem zur Abfederung der Energiekrise und der hohen Inflation.

@ dpa.de