Oberstes Gericht der USA hÀlt Zugang zu Abtreibungspille aufrecht
13.06.2024 - 16:37:35Die Entscheidung des Supreme Courts am Donnerstag kam rund zwei Jahre, nachdem das Gericht das landesweite Recht auf Schwangerschaftsabbruch gekippt hatte. Die Richter erklÀrten nun einstimmig, dass Abtreibungsgegner nicht das Recht hÀtten, gegen die Zulassung der Pille Mifepristone und die von der Arzneimittelbehörde erlassenen Zugangserleichterungen zu klagen.
Die KlĂ€ger hĂ€tten nicht nachweisen können, dass sie einen tatsĂ€chlichen oder unmittelbar bevorstehenden Schaden erlitten hĂ€tten oder erleiden wĂŒrden, hieĂ es. KlĂ€gern, die möglicherweise nur "allgemeine rechtliche, moralische, ideologische oder politische EinwĂ€nde" gegen die Verwendung von Mifepristone hĂ€tten, stehe keine Klagebefugnis zu.
Mifepristone kommt bei mehr als 60 Prozent der in den USA durchgefĂŒhrten Abtreibungen zum Einsatz. Das Medikament wurde im Jahr 2000 in den USA zugelassen und wird von der US-Arzneimittelbehörde FDA als zuverlĂ€ssig eingestuft. Ăblicherweise wird Mifepristone zusammen mit der Arznei Misoprostol fĂŒr den Schwangerschaftsabbruch eingesetzt - Misoprostol kann aber auch allein verwendet werden. Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge ist die Kombination aus beiden Medikamenten etwas wirksamer. In den vergangenen Jahren hatte die FDA mehrere Zugangserleichterungen fĂŒr Mifepristone erlassen. Dazu zĂ€hlen unter anderem die Einnahme bis zur zehnten Schwangerschaftswoche und die Versendung per Post innerhalb der USA.
Das Oberste Gericht hatte sich bereits bei einer Anhörung vor einigen Monaten skeptisch mit Blick auf die Argumente der KlĂ€ger gezeigt, die vor dem Supreme Court weitreichende BeschrĂ€nkungen beim Zugang zu der Pille erreichen wollten. Der Supreme Court ist unter Ex-PrĂ€sident Donald Trump weit nach rechts gerĂŒckt. Nur drei der neun Richterinnen und Richter gelten als liberal. Das Gericht löste vor knapp zwei Jahren ein politisches Erdbeben aus, als es das bis dahin seit rund 50 Jahren geltende landesweite Recht auf Abtreibung kippte. In der Folge können die Parlamente der Bundesstaaten per Gesetz regeln, ob und unter welchen Bedingungen Abtreibungen erlaubt sind.

