Medios will nach Gewinnsprung noch mehr verdienen
04.03.2025 - 15:55:56Im laufenden Jahr sollen Umsatz und operativer Gewinn weiter zulegen. Dabei sieht Konzernchef Matthias GĂ€rtner das 2016 gegrĂŒndete Unternehmen immer noch am Anfang seiner Wachstumsgeschichte, wie er in einem GesprĂ€ch mit dpa-AFX erklĂ€rte. "Mittelfristig wollen wir pro Jahr organisch im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. Hinzu kommt der ein oder andere Zukauf, sodass wir uns weiter in Europa ausdehnen werden."
FĂŒr das laufende Jahr 2025 peilt das Medios-Management um GĂ€rtner erstmals einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro an. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis soll auf rund 96 Millionen Euro klettern, wie das Unternehmen am Dienstag in Berlin mitteilte.
Im vergangenen Jahr hatte Medios den Angaben zufolge bereits Rekordwerte erzielt. Der Konzernumsatz kletterte vorlĂ€ufigen Berechnungen zufolge um 5,5 Prozent auf rund 1,9 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) schnellte um 31 Prozent auf circa 79 Millionen Euro hoch. Den ĂŒberproportionalen Ergebniszuwachs verdankte das Unternehmen nach eigenen Angaben vor allem der Ăbernahme des niederlĂ€ndischen Unternehmens Ceban. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 3,4 auf etwa 4,2 Prozent.
Damit schnitt Medios im Rahmen seiner Prognose ab, die der Konzern allerdings noch kurz vor Jahresende gesenkt hatte. GĂ€rtner hatte dies seinerzeit mit verzögerten AuftrĂ€gen begrĂŒndet.
Auch die Ziele fĂŒr 2025 sind inzwischen etwas weniger ambitioniert als vor rund zwei Jahren. "Wir kommen von einer etwas niedrigeren Ausgangsposition, als wir uns das ursprĂŒnglich vorgestellt hatten - auch aufgrund der spĂ€ter als geplant erfolgten Konsolidierung von Ceban", sagte GĂ€rtner zur BegrĂŒndung.
Im vergangenen Jahr hatten zudem strengere Preisregeln die ursprĂŒnglichen GewinnplĂ€ne des Unternehmens durchkreuzt. Dass die Krankenkassen fĂŒr bestimmte Wirkstoffe weniger erstattete, belastete laut dem Manager vor allem im ersten Halbjahr. FĂŒr Medios seien dies aber keine unĂŒblichen VorgĂ€nge, und das Unternehmen könne damit umgehen.
"Wir haben das in den Griff gekriegt, indem wir beispielsweise besser eingekauft oder nachverhandelt haben und auch Lieferwege neu justieren konnten."
Medios ist im Kleinwertesegment SDax DE0009653386 notiert und auf Individualmedizin spezialisiert. Das Unternehmen beliefert als GroĂhĂ€ndler spezialisierte Partnerapotheken mit Fertigarzneien. Daneben stellen die Berliner auch selbst sogenannte individualisierte Therapien her, deren Zusammensetzung und Dosierung auf den jeweiligen Patienten zugeschnitten sind. In der jĂŒngsten Vergangenheit ist das Unternehmen vor allem bei den individualisierten Therapien gewachsen, weil hier gröĂere Margen zu machen sind.
Durch die Ăbernahme der Ceban-Gruppe im vergangenen Jahr verfĂŒgt Medios inzwischen ĂŒber Standorte in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Spanien. Aktuell schaut sich das Management fĂŒr die Fortsetzung der Expansion neben den bestehenden auch weitere LĂ€nder an. Dies seien neben der Dach-Region mit Deutschland, Ăsterreich und der Schweiz auch Skandinavien und GroĂbritannien, sagte GĂ€rtner. Es wĂŒrden bereits erste GesprĂ€che mit einigen Unternehmen gefĂŒhrt. Ein möglicher Zukauf wĂŒrde aber kleiner ausfallen als Ceban, fĂŒr den Medios 259 Millionen Euro hingeblĂ€ttert hatte. "Wir haben etwa 50 bis 100 Millionen Euro fĂŒr Ăbernahmen zur VerfĂŒgung."
GroĂe Wachstumsmöglichkeiten sieht GĂ€rtner im GeschĂ€ft mit pharmazeutischen Wirkstoffen (API), in dem auch Ceban aktiv ist. "Das API-GeschĂ€ft ist in anderen LĂ€ndern nicht so stark reguliert, und das verschafft uns Zugang zu einem attraktiven und margenstarken Markt."
Einen neuen lukrativen GeschĂ€ftszweig erarbeitet sich der Konzern zudem derzeit im Bereich der Personalisierten Medizin, wozu etwa auf den Patienten zugeschnittene Krebs- und Zelltherapien gehören. Mit seinen inzwischen auf zehn angewachsenen Reinraumlaboren sei Medios in einer sehr guten Startposition, um an diesem Wachstumsmarkt zu partizipieren, betonte GĂ€rnter. "Die Unternehmen machen das nicht selber, sondern brauchen Partner, um die individuell zugeschnittenen Therapien fĂŒr die Applikation vorzubereiten." Erste AbschlĂŒsse mit bedeutenden Anbietern gebe es bereits, sagte der Manager. Das Umsatzpotenzial liege "langsam ansteigend im sechsstelligen Bereich".
Den vollstÀndigen GeschÀftsbericht zum vergangenen Jahr wird das Unternehmen am 25. MÀrz veröffentlichen.

