ROUNDUP, StÀrkstes

StĂ€rkstes Erdbeben seit 25 Jahren erschĂŒttert Taiwan

03.04.2024 - 06:35:05

Das stĂ€rkste Erdbeben in Taiwan seit 25 Jahren hat die ostasiatische Inselrepublik am Mittwoch erschĂŒttert und SchĂ€den an zahlreichen GebĂ€uden verursacht.

Die taiwanischen und japanischen Behörden gaben nach den ErdstĂ¶ĂŸen am Morgen Tsunami-Warnungen aus. Taiwans Wetterbehörde registrierte an der sĂŒdöstlichen KĂŒste der Insel bei der Stadt Hualien in einer Tiefe von 15,5 Kilometern eine BebenstĂ€rke von 7,2. Die Erdbebenwarte in den USA (USGS) gab eine StĂ€rke von 7,4 in dem Gebiet an. Taiwans PrĂ€sidentin Tsai Ing-wen und Premier Chen Chien-jen wurden am Vormittag in der zentralen Notfall-Leitstelle in Neu-Taipeh erwartet. Das genaue Ausmaß der SchĂ€den war zunĂ€chst noch nicht absehbar.

In der OstkĂŒstenstadt Hualien wurden GebĂ€ude durch die heftigen ErdstĂ¶ĂŸe teils schwer beschĂ€digt, wie lokale Medien berichteten. Auf Fotos war zu sehen, wie mehrere HĂ€user einsackten und in Schieflage gerieten. Laut Augenzeugen war das Beben auch in und um die Hauptstadt deutlich zu spĂŒren. In Neu-Taipeh, das die Hauptstadt Taipeh umschließt, wurden demnach drei Menschen verletzt, als ein Lagerhaus einbrach. Bewohner der Hauptstadt berichteten, dass in ihren HĂ€usern und Wohnungen EinrichtungsgegenstĂ€nde und Geschirr zu Bruch gingen. Der öffentliche Nahverkehr auf der Schiene wurde in mehreren großen StĂ€dten der Insel mit mehr als 23 Millionen Einwohnern eingestellt. Auch der Schnellzugverkehr wurde unterbrochen.

Auch Japan und die Philippinen warnen

Im nordöstlich von Taiwan gelegenen Japan löste das Erdbeben eine Warnung vor einem drei Meter hohen Tsunami fĂŒr nahegelegene Inseln der sĂŒdwestjapanischen PrĂ€fektur Okinawa aus. Die Bewohner der betroffenen Inseln wurden aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Japanische Medien sprachen zudem von einer ErdbebenstĂ€rke von 7,7. Auf den Philippinen lösten die Behörden ebenfalls eine Tsunami-Warnung aus. Es wĂŒrden hohe Tsunami-Wellen erwartet, die stundenlang andauern könnten, teilte das nationale Institut fĂŒr Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) mit. Menschen in mehreren Provinzen des Inselstaates wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen und die KĂŒstenregionen zu verlassen. Wenige Stunden nach dem Erdbeben hoben beide LĂ€nder die Warnungen auf.

Das große Nachbarland China bat Taiwan seine Hilfe an. Die chinesischen Behörden seien ĂŒber die Lage sehr besorgt, sagte die Sprecherin des chinesischen BĂŒros fĂŒr Taiwan-Angelegenheiten, Zhu Fenglian, am Mittwoch in Peking. Das Festland beobachte die Situation und sei bereit, Katastrophenhilfe anzubieten. Ob Taiwan die Hilfe Chinas annehmen wird, blieb offen. Zwischen den beiden Staaten gibt es immer wieder Spannungen, weil Peking die Insel zum Gebiet Chinas zĂ€hlt, obwohl in Taiwan seit Jahrzehnten eine unabhĂ€ngige und demokratisch gewĂ€hlte Regierung an der Macht ist.

Produktionsstopp bei wichtigem Chiphersteller

Taiwans wichtiger Halbleiter-Hersteller TSMC hielt die Produktion an, wie die Behörde des Industrieparks der Stadt Hsinchu mitteilte. Die Firma evakuierte laut Berichten Arbeiter wĂ€hrend des Bebens aus der Produktion. GegenwĂ€rtig ĂŒberprĂŒfe die Firma den Zustand der Maschinen. Zudem beschĂ€digten die ErdstĂ¶ĂŸe diverse Straßen in Taiwan. Der staatseigene Energieversorger berichtete von mehr als 308 000 Haushalten in Taiwan, bei denen mit dem Beben der Strom ausfiel. Zehntausende waren auch danach noch ohne Strom.

Zuletzt wurde Taiwan im September 1999 von einem Beben der StÀrke 7,3 getroffen. Damals kamen mehr als 2400 Menschen ums Leben. Taiwan liegt in einer erdbebengefÀhrdeten Zone auf der Grenze der eurasischen Platte und der philippinischen Meeresplatte.

@ dpa.de