Datenschutzbeauftragte, BvD

Datenschutzbeauftragte: BvD fordert mehr UnabhÀngigkeit und StÀrkung

28.01.2026 - 04:52:12

Der Berufsverband der Datenschutzbeauftragten fordert eine StĂ€rkung der internen DatenschĂŒtzer angesichts neuer EU-Regulierungen wie KI-Verordnung und NIS-2, um Vertrauen und WettbewerbsfĂ€higkeit zu sichern.

Der Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) appelliert an Politik und Wirtschaft: Die Rolle der internen Datenschützer muss gestärkt werden, um Vertrauen und Sicherheit in der digitalen Wirtschaft zu gewährleisten. Anlässlich des Europäischen Datenschutztages 2026 warnt der Verband davor, die Expertise der Beauftragten zu unterschätzen.

Unabhängige Wächter in der Compliance-Flut

In einer Zeit, in der Unternehmen mit einer wahren Flut neuer Regulierungen – von der NIS-2-Richtlinie zur Cybersicherheit bis hin zur kommenden KI-Verordnung – konfrontiert sind, sei die unabhängige Beratung durch den betrieblichen Datenschutzbeauftragten (DSB) entscheidender denn je. Der DSB agiert als zentrale Schnittstelle, übersetzt komplexe rechtliche Vorgaben in praktikable Prozesse und schult die Mitarbeiter.

„Datenschutz ist eine spezialisierte Fachkompetenz und kann nicht nebenbei erledigt werden“, so die klare Botschaft des BvD. Eine wirksame Compliance benötige eine klar definierte, im Unternehmen fest verankerte und vor allem weisungsfreie Position. Nur so könnten potenzielle Interessenkonflikte zwischen Geschäftszielen und Datenschutzvorgaben objektiv bewertet werden.

Anzeige

Die neue EU-KI-Verordnung stellt Unternehmen und interne Datenschutzbeauftragte vor erhebliche neue Pflichten – von Risikoklassifizierung bis zur ausführlichen Dokumentation. Wer die Kennzeichnungspflichten oder Übergangsfristen übersieht, riskiert Bußgelder und operative Einschränkungen. Unser kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt praxisnah, wie Sie KI‑Systeme richtig klassifizieren, notwendige Nachweise erstellen und interne Prozesse anpassen. Enthalten: Checkliste, To‑Do‑Plan und Formulierungsvorschläge für den Jahresbericht. Ideal für DSBs und Compliance‑Teams. Jetzt kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden herunterladen

Warum die Unabhängigkeit unter Druck steht

Die gesetzlich vorgeschriebene Unabhängigkeit des DSB steht in der Praxis jedoch häufig auf dem Prüfstand. Interne Konflikte oder eine unzureichende Verankerung in der Hierarchie können seine Autorität schwächen. In der Vergangenheit gab es zudem politische Bestrebungen, die Benennungspflicht für Datenschutzbeauftragte im Namen des Bürokratieabbaus aufzuweichen.

Der BvD stemmt sich konsequent gegen solche Pläne. „Eine Schwächung der Rolle des DSB reduziert keine Bürokratie, sondern gefährdet die Steuerungsfähigkeit und Sicherheit von Unternehmen“, betont BvD-Vorstandsvorsitzender Thomas Spaeing. Ein Evaluationsbericht des Bundesinnenministeriums bestätigt die wichtige operative Rolle der Beauftragten.

Vom Kostenfaktor zum Wettbewerbsvorteil

Die Forderung des BvD spiegelt einen Paradigmenwechsel wider: Datenschutz und Informationssicherheit sind längst keine lästigen Pflichtübungen mehr, sondern strategische Notwendigkeiten. Laut einer Gartner-Studie sehen 85 Prozent der CEOs Cybersicherheit als kritischen Wachstumsfaktor.

Ein proaktives Datenschutzmanagement wird so zum echten Wettbewerbsvorteil, der Kundenvertrauen schafft. Der DSB wird vom vermeintlichen Bremser zum internen Risikomanager, der Unternehmen hilft, die digitale Transformation sicher und rechtskonform zu meistern. Das seit 1977 im deutschen Recht verankerte Modell der betrieblichen Selbstkontrolle muss für die Herausforderungen der modernen Datenwelt fit gemacht werden.

Ausblick auf weitere Regulierungswellen

Der Appell ist ein Weckruf für die kommenden Jahre. Mit dem Inkrafttreten weiterer EU-Regelungen wie dem Data Act wird die Komplexität für die Wirtschaft weiter steigen. Ob der Gesetzgeber die rechtliche Stellung der Datenschutzbeauftragten noch präziser fassen wird, um ihre Unabhängigkeit zu schützen, bleibt abzuwarten.

Für Unternehmen wird es entscheidend sein, die Rolle des DSB nicht als bloße Pflicht, sondern als Investition in die eigene digitale Zukunft zu begreifen. In der Datenökonomie von morgen könnte die Stärke der internen Datenschutz-Expertise über Erfolg oder Misserfolg mitentscheiden.

Anzeige

PS: Die Fristen der KI-Verordnung laufen in Etappen – jetzt handeln lohnt sich. Dieser Gratis‑Leitfaden fasst die wichtigsten Schritte für Datenschutzbeauftragte zusammen, zeigt Anforderungen an Dokumentation, Risikobewertung und Kennzeichnung und liefert praxiserprobte Vorlagen zur schnellen Umsetzung. Mit Checkliste für den Management‑Report und Formulierungsbeispielen für interne Richtlinien. So vermeiden Sie Überraschungen bei Prüfungen und können Ihren Jahresbericht evidenzbasiert untermauern. KI-Umsetzungsleitfaden hier kostenfrei anfordern

@ boerse-global.de