DAX, Freundlich

DAX: Freundlich, aber fragil

04.05.2026 - 18:13:31 | boerse-global.de

Der deutsche Leitindex zeigt sich nach einer Erholung leicht im Plus, doch Zolldrohungen und Konjunktursorgen belasten die Stimmung.

DAX: Freundlich, aber fragil - Foto: ĂŒber boerse-global.de
DAX: Freundlich, aber fragil - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Der DAX startet freundlich in den Mai — und das nach einem bemerkenswerten Donnerstag, an dem der Index vom Tagestief bei 23.715 Punkten noch fast zweieinhalb Prozent zulegte und am Tageshoch schloss. Heute hĂ€lt sich der Leitindex knapp im Plus, pendelt aber immer wieder an der Nulllinie. Volle Überzeugung sieht anders aus.

Das Chartbild hat sich durch die Donnerstags-Rally zumindest aufgehellt. Chartanalysten sehen in der entstandenen Umkehrformation ein erstes Signal fĂŒr eine Stimmungswende. Allerdings war der vorgelagerte AbwĂ€rtstrend nicht ausgeprĂ€gt genug, um daraus bereits eine grĂ¶ĂŸere Bewegung abzuleiten. Im Blick bleibt die Widerstandszone zwischen 24.500 und knapp 24.800 Punkten — dort dĂŒrfte es spannend werden.

Zolldrohungen belasten Autobauer

Die politische Kulisse trĂŒbt die Stimmung. Trump kĂŒndigte am Freitag auf Truth Social schĂ€rfere Zölle auf EU-Fahrzeuge an, was BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen heute mit AbschlĂ€gen von bis zu 1,6 Prozent quittieren. Marktbeobachter weisen allerdings darauf hin, dass derartige AnkĂŒndigungen in der Vergangenheit hĂ€ufig als Verhandlungsmasse dienten — rasche bilaterale GesprĂ€che zwischen Washington und BrĂŒssel gelten als wahrscheinlich.

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Hinzu kommt die Lage im Nahen Osten. Der Iran-Krieg belastet die Ölpreise und hĂ€lt Anleger in Atem. PlĂ€ne der US-Regierung, in der Straße von Hormus festsitzende Schiffe zu eskortieren, haben die RohstoffmĂ€rkte bislang nicht beruhigt — der Iran warnte prompt vor einem solchen Eingreifen.

Deutschland fĂ€llt zurĂŒck

Im Makroumfeld verdichten sich die Sorgen um die deutsche Konjunktur. Der Sentix-Index fĂŒr Deutschland rutschte im Mai weiter ab: Die Lagebeurteilung fiel auf minus 42,3 Punkte, den tiefsten Stand seit Februar 2025. Gleichzeitig verbesserte sich der Eurozone-Gesamtindex erstmals seit Februar, was die Sonderrolle Deutschlands unterstreicht. Als einstige Exportnation profitiert die Bundesrepublik offenbar kaum noch von globalen Erholungstendenzen — eine strukturelle Abkopplung, die Investoren zunehmend beschĂ€ftigt.

Auf der Gewinnerseite stehen heute Halbleiterwerte: Aixtron und Infineon kletterten im Sog der Tech-Rally aus den USA und Asien. Rheinmetall legte nach einer Hochstufung durch Santander gut 2,8 Prozent zu. Douglas hingegen bĂŒĂŸte nach einer Prognosesenkung rund 4,3 Prozent ein, Thyssenkrupp geriet nach dem geplatzten Verkauf der Stahlsparte an Jindal zunĂ€chst unter Druck, erholte sich im Verlauf aber spĂŒrbar.

Das Allzeithoch vom 13. Januar bei 25.507 Punkten liegt noch gut 1.200 ZĂ€hler entfernt. Bis dahin bleibt einiges zu tun.

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