DAX, Märkte

DAX: Öl lähmt die Märkte

22.03.2026 - 21:49:43 | boerse-global.de

Geopolitische Spannungen am Persischen Golf belasten den DAX durch hohe Energiepreise und verzögerte Zinssenkungen. Die Märkte warten auf Entspannung.

DAX: Öl lähmt die Märkte - Foto: über boerse-global.de
DAX: Öl lähmt die Märkte - Foto: über boerse-global.de

Der Nahost-Konflikt hat die Börsenwelt fest im Griff. Trumps Ultimatum an den Iran, die Straße von Hormus zu öffnen, und die iranische Gegendrohung haben die Risikobereitschaft der Anleger in dieser Woche spürbar gedämpft – mit direkten Folgen für den DAX.

Der Mechanismus dahinter ist simpel, aber wirkmächtig: Hohe Energiepreise befeuern die Inflation, eine hartnäckige Inflation hält die Notenbanken in der Warteschleife, und ausbleibende Zinssenkungen entziehen den Aktienmärkten Luft nach oben. Solange rund ein Fünftel des weltweiten Öltransports durch eine blockierte Meerenge bedroht ist, bleibt dieser Druck bestehen.

Risk-Off als neues Marktregime

Besonders Europa trifft die Energieabhängigkeit hart. Der Risikoaufschlag auf Nordsee-Öl gegenüber der US-Sorte WTI spiegelt genau diese Verwundbarkeit wider. Gleichzeitig klettert die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen an die Hochs aus 2023 heran. Teure Energie kombiniert mit hohen Kapitalmarktzinsen – das ist keine günstige Mischung für einen exportlastigen Index wie den DAX.

Selbst Gold lieferte in dieser Lage keine Entlastung. Steigende Margin-Anforderungen und Druck am Anleihemarkt zwangen Anleger, Positionen aufzulösen und Liquidität zu schaffen. Wer auf den klassischen sicheren Hafen gesetzt hatte, sah sich enttäuscht.

Was die kommenden Wochen entscheiden

Inmitten des Abverkaufs stechen einzelne Titel heraus. Die Aktie der Deutschen Börse etwa konnte sich klar vom Markt abkoppeln – das Geschäftsmodell profitiert in volatilen Phasen strukturell, da höhere Handelsaktivität direkt auf die Erträge einzahlt.

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Die nächste Orientierung für den Gesamtmarkt liefern die Flash-PMIs für März. Sie werden zeigen, wie tief der Ölschock bereits in der realen Wirtschaftsaktivität angekommen ist. Darüber hinaus rücken ab Mitte April die ersten Quartalszahlen ins Bild – dann wird sich zeigen, wie stark die gestiegenen Energiekosten tatsächlich auf die Margen durchschlagen.

Bis dahin gilt: Die Märkte brauchen kein weiteres Notenbank-Statement. Sie brauchen ein Ende der Spannungen am Persischen Golf. Solange das ausbleibt, bleibt der DAX unter Druck.

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