DAX, Kurse

DAX: Ölpreis-Sorgen bremsen Kurse

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 18:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Geopolitische Spannungen treiben den Ölpreis und drücken den DAX trotz starker Quartalszahlen ins Minus.

DAX-Rückgang: Ölpreis-Schock durch Nahost-Konflikt belastet
Modernes Börsengebäude mit spiegelnden Glasfronten und angedeuteten Finanzgrafiken bei goldenem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Starke Quartalszahlen bei mehreren Schwergewichten, und trotzdem rutscht der Index ins Minus. An diesem Donnerstag zeigt sich einmal mehr, dass geopolitische Risiken schwerer wiegen als Unternehmensnews. Der Auslöser sitzt weit weg vom Frankfurter Börsenparkett – in der Straße von Hormus und vor der saudischen Küste.

Der DAX notiert am Nachmittag bei rund 25.019 Punkten, ein Minus von etwa 0,6 Prozent. Zeitweise war der Rückgang mit knapp einem Prozent noch deutlicher ausgefallen. Grund ist der eskalierende Nahost-Konflikt: Blockierter Öltransit durch die Straße von Hormus und eine Seeblockade der Huthi-Miliz gegen Saudi-Arabien treiben den Ölpreis nach oben. Ein Fass der Sorte Brent kostet inzwischen rund 98 Dollar, ein Plus von gut vier Prozent binnen eines Handelstages.

Berichtssaison mit klaren Gewinnern und Verlierern

Die Kursausschläge einzelner DAX-Werte fallen deutlich stärker aus als die Indexbewegung selbst. Daimler Truck legt nach einer angehobenen Jahresprognose kräftig zu – die Analysten von RBC verweisen auf einen höheren anerkannten US-Fertigungsanteil, der künftig die Zollbelastung des Nutzfahrzeugherstellers spürbar senken dürfte. Sartorius bestätigt nach einem robusten ersten Halbjahr seine Jahresprognose und gewinnt leicht hinzu.

Auf der anderen Seite steht Infineon deutlich unter Druck, ebenso Commerzbank. Der Kursrückgang bei der Commerzbank fällt zusammen mit Berichten, wonach die Übernahme durch Unicredit zwar formal näherrückt, hierzulande aber weiterhin auf erheblichen politischen Widerstand stößt. Auch Symrise und Scout24 gehören zu den schwächeren Werten des Tages.

Deutsche Börse hat operative Zahlen vorgelegt, die beim Umsatz und beim EBITDA über den Konsensschätzungen liegen – die Aktie tendiert dennoch leicht schwächer, ein Zeichen dafür, wie stark der Ölpreis derzeit auf die Stimmung drückt.

Am Nachmittag richtet sich der Blick auf die Europäische Zentralbank. Die Zinsentscheidung selbst gilt als Formsache – Marktteilnehmer erwarten, dass der Leitzins bei 2,25 Prozent bleibt. Entscheidend dürfte die anschließende Pressekonferenz von EZB-Chefin Christine Lagarde werden, insbesondere ihre Einschätzung zur Inflationsgefahr durch die steigenden Energiepreise.

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