DAX: Rekordjagd dank Ölpreis-Rutsch
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 13:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Nacht ohne Bomben reicht diesmal aus, um an der Börse für Erleichterung zu sorgen. Nachdem die USA ihre Luftangriffe gegen den Iran nach fast zwei Wochen pausierten, griff der DAX am Montag beherzt zu und rückte wieder in Sichtweite seines Rekordhochs.
Das Börsenbarometer legte im frühen Handel um 1,22 Prozent auf 25.405 Punkte zu. Das jüngste Allzeithoch von 25.900 Punkten, aufgestellt am 6. Juli, rückt damit erneut in greifbare Nähe. Der MDAX zog um 1,18 Prozent auf 32.344 Punkte nach, der EuroStoxx 50 gewann rund ein Prozent.
Ölpreis liefert den Rückenwind
Der eigentliche Treiber der Rally sitzt nicht in Frankfurt, sondern am Rohstoffmarkt. Die Nordseesorte Brent fiel im frühen Handel um bis zu 7,4 Prozent unter die Marke von 90 US-Dollar je Barrel, bevor sich das Minus auf rund fünf Prozent einpendelte. Auch die US-Sorte WTI gab deutlich nach. Trotz des Rutsches notiert Brent aber weiterhin mehr als 50 Prozent über dem Niveau vom Jahresanfang — die jüngste Entspannung ändert wenig an der grundsätzlich angespannten Lage im Nahen Osten.
Analyst Thomas Altmann von QC Partners sprach von neu genährter Hoffnung auf eine dauerhafte Deeskalation. Die zweite Nacht in Folge ohne Angriffe bringe ein Stück Zuversicht zurück, so seine Einschätzung. Marktbeobachter Andreas Lipkow von CMC Markets dämpfte allerdings die Euphorie: Ob es zu einem nachhaltigen Ausbruch über das Rekordhoch komme, hänge maßgeblich davon ab, wie lange die Waffenruhe halte und ob echte diplomatische Fortschritte sichtbar würden.
Tanker meiden weiter die Region
Von einer echten Normalisierung kann trotz der Kursgewinne keine Rede sein. Durch die Straße von Hormus passierten am Wochenende laut Schifffahrtsdaten weniger als zehn Rohstofffrachter pro Tag — ein Bruchteil des üblichen Volumens. Auch die zweite wichtige Route zwischen Rotem Meer und Golf von Aden bleibt riskant, nachdem Huthi-Rebellen saudische Ölanlagen angegriffen hatten. Hinzu kommen Drohnenangriffe auf russische Schiffe und Raffinerien im Zuge des Ukraine-Kriegs, die das globale Angebot zusätzlich belasten.
Ob der DAX sein Rekordhoch von 25.900 Punkten in den kommenden Tagen tatsächlich knackt, dürfte sich vor allem an der Frage entscheiden, ob die Waffenruhe zwischen Washington und Teheran über diese Woche hinaus Bestand hat.
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