DAX startet stark in den April: Hoffnung auf Iran-Kriegsende treibt Index um 2,7 Prozent höher – Ausblick für Anleger
02.04.2026 - 11:59:24 | ad-hoc-news.deDer deutsche Leitindex DAX hat am Mittwoch, 1. April 2026, den Monat April mit einem deutlichen Aufschwung eingeleitet. Nach einem Verlust von rund zehn Prozent im März aufgrund des Iran-Kriegs und explodierender Ölpreise schloss der Index bei 23.298,89 Punkten – ein Plus von 2,73 Prozent. Die Hoffnung auf ein schnelles Ende des Konflikts, angefacht durch Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, hat Anleger weltweit ermutigt.
Stand: Donnerstag, 2. April 2026, 10:59 Uhr (Europe/Berlin)
Geopolitischer Wendepunkt als Markttreiber
US-Präsident Donald Trump stellte in einer Rede in Aussicht, dass die Militärangriffe auf den Iran in zwei bis drei Wochen beendet werden könnten. Diese Erwartung an ein baldiges Kriegsende hat die Märkte beflügelt. Der DAX erholte sich damit von seinem Tiefststand am Freitag vergangener Woche bei 22.331 Punkten und legte seitdem knapp fünf Prozent zu. Ähnliche Gewinne zeigten sich europaweit: Der EuroStoxx 50 stieg um 2,93 Prozent auf 5.732,71 Punkte. Auch die US-Börsen notierten im Plus, nach dem stärksten Tagesgewinn seit fast einem Jahr am Vortag.
Der Iran-Krieg, der die Straße von Hormuz blockiert, hatte im März zu einem massiven Energiepreisschock geführt. Nun spekulieren Investoren auf rückläufige Ölpreise, was vor allem energieintensive Branchen entlastet. Experten sehen in den Kursgewinnen eine Mischung aus spekulativen Käufen, Auflösung von Absicherungen und Gewinnmitnahmen von Leerverkäufern.
RĂĽstungsaktien als klare Gewinner
Paradoxerweise profitierten Rüstungstitel trotz der Friedenshoffnungen stark. Rheinmetall führte den DAX an mit einem Zuwachs von 9,5 Prozent. Im MDax, der um 3,75 Prozent auf 29.205,84 Punkte stieg, legten Renk um 8,2 Prozent, Hensoldt um 9,4 Prozent und TKMS (ThyssenKrupp Marine Systems) sogar um fast 15 Prozent zu. Letzteres wurde durch einen positiven Analystenkommentar der Citigroup gestützt. Der europäische Rüstungsindex kletterte um knapp sechs Prozent.
Diese Dynamik unterstreicht die Volatilität: Während Airlines von sinkenden Kraftstoffpreisen profitieren, könnten Rüstungsunternehmen kurzfristig unter einer Deeskalation leiden. Langfristig bleibt die Nachfrage nach Verteidigungstechnologie in Europa hoch, getrieben durch geopolitische Spannungen in der NATO-Region.
Konjunkturelle Belastungen durch den Energiepreisschock
Die führenden Wirtschaftsinstitute haben ihre Prognosen für Deutschland gesenkt. Das Ifo-Institut erwartet für 2026 nur noch 0,6 Prozent Wachstum statt zuvor doppelt so viel. 'Der Energiepreisschock trifft die Erholung hart', betonte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Die Stimmung in der Eurozone-Industrie verbesserte sich im März jedoch zum dritten Mal in Folge, trotz des Ölpreisschocks.
Für private und professionelle Anleger im DACH-Raum bedeutet dies: Der DAX-Erholungstrend ist fragil. Eine anhaltende Blockade der Hormusstraße könnte die Inflation anheizen und EZB-Zinspläne durcheinanderbringen. Diversifikation in defensive Sektoren wie Versorger oder Pharmazie bleibt ratsam.
Einzelaktien-Highlights und Risiken
Im MDax fielen hingegen Einkaufszentrenbetreiber wie Deutsche Euroshop um 4,0 Prozent. Das Unternehmen meldete für 2025 Umsatz- und Gewinneinbußen, erwartet für 2026 steigende Mieteinnahmen, aber höhere Zinslasten. Die Dividende sinkt deutlich. Dies zeigt die anhaltenden Herausforderungen im Immobiliensektor.
Airlines und energieabhängige Titel wie Automobilhersteller gewannen, da sinkende Ölpreise die Margen entlasten. Der DAX als Ganzes nähert sich einer positiven Wochenbilanz von fast 3,5 Prozent. Dennoch warnen Analysten vor Volatilität: Die XDAX signalisiert eine schwächere Eröffnung am Donnerstagmorgen.
Ausblick: Was Anleger im DACH-Raum beachten sollten
Für Investoren in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der DAX der primäre Benchmark. Mit einer Marktkapitalisierung von über 2 Billionen Euro spiegelt er die Exportstärke wider. Der aktuelle Rally hängt von der Geopolitik ab: Neue Trump-Aussagen oder iranische Reaktionen könnten schnelle Korrekturen auslösen.
Technisch nähert sich der DAX der 200-Tage-Linie. Ein Durchbruch könnte weitere Käufe triggern. Risiken umfassen anhaltend hohe Ölpreise, Konjunkturschwäche und US-Zölle. Professionelle Portfolios sollten 20-30 Prozent in europäische Rüstung und Energie etablieren, private Anleger via ETFs wie den iShares Core DAX UCITS ETF (ISIN: DE0005933931).
Vergleich der Indizes: DAX vs. MDax vs. EuroStoxx
Der MDax outperformte mit 3,75 Prozent, was Mittelständler attraktiv macht. Der EuroStoxx 50, breiter gefasst, gewann 2,93 Prozent. Im Vergleich zu US-Indizes wie dem S&P 500, der ähnlich erholte, bleibt der DAX günstiger bewertet (KGV ca. 12 vs. 20).
| Index | Schlusskurs | Änderung |
|---|---|---|
| DAX | 23.298,89 | +2,73 % |
| MDax | 29.205,84 | +3,75 % |
| EuroStoxx 50 | 5.732,71 | +2,93 % |
Diese Tabelle verdeutlicht die Breite der Erholung.
Strategische Implikationen fĂĽr Anleger
Private Anleger sollten auf Value-Aktien setzen, die im März überverkauft waren. Professionelle Manager prüfen Derivate auf Volatilität. Die Deutsche Börse-Aktie selbst zeigte Resilienz, gestützt durch Jefferies-Kaufempfehlung und höhere Handelsvolumina durch Volatilität. Am 1. April 2026 notierte sie bei 250,80 Euro, mit einer Marktkap von 45,22 Mrd. Euro.
Im Kontext des Iran-Kriegs: Die Blockade hat Lieferketten gestört, was DAX-Exporteure trifft. Ein Ende würde den Euro stärken und Importe billiger machen. Dennoch: Prognosen sehen Rezessionsrisiken bei anhaltendem Konflikt.
WeiterfĂĽhrende Quellen
Marketscreener: DAX-Schlusskurs
n-tv: Börsentag 1. April
WiWo: Börse aktuell
Deutsche Börse Live
Disclaimer: Keine Anlageberatung. Finanzinstrumente und Märkte sind volatil.
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