Dax steigt auf 25.087 Punkte – Renditen in Frankreich sinken
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 18:03 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer Dax hat am Freitag deutlich zugelegt und den Xetra-Handel bei 25.087 Punkten beendet. Der deutsche Leitindex gewann damit 1,1 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss und baute seine Gewinne im Handelsverlauf weitgehend kontinuierlich aus.
Anleger setzen wieder stärker auf deutsche Aktien
„Die Investoren fokussieren sich zum Wochenschluss wieder verstärkt auf deutsche Aktien“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. Da die US-Finanzmärkte am Montag feiertagsbedingt geschlossen bleiben, könnten Ereignisse des bevorstehenden Wochenendes die europäischen Märkte stärker beeinflussen.
Nach Einschätzung Lipkows entlastete zudem die Entwicklung an den Anleihemärkten. Besonders die Renditen französischer Staatsanleihen hätten sich am Freitag abgekühlt und den Investoren damit etwas mehr Mut gemacht.
Energiepreise und KI-Sektor bleiben im Blick
Gleichzeitig prägten Energiepreise, Inflationsgefahr und Anleiherenditen weiterhin das Marktgeschehen. Lipkow verwies außerdem auf eine kritischere Bewertung des KI-Sektors und auf stärker hinterfragte Umsatzprognosen vieler Unternehmen.
Der Analyst sieht darin ein Risiko für die US-Aktienmärkte, weil Halbleiter- und KI-Aktien zuletzt zu deren wichtigsten Kurstreibern gehörten.
Zalando, SAP und Siemens vorn
An der Spitze der Dax-Kursliste lagen die Aktien von Zalando, SAP und Siemens. Nur wenige Titel des Dax 40 gaben nach; am deutlichsten verloren die Anteilsscheine der Deutschen Telekom.
Gas und Ă–l verteuern sich
Der Gaspreis für die Lieferung im November stieg um drei Prozent auf 81 Euro je Megawattstunde. Sollte dieses Niveau dauerhaft bestehen bleiben, entspräche das nach der dts-Berechnung einem Verbraucherpreis von mindestens rund 13 bis 16 Cent je Kilowattstunde einschließlich Nebenkosten und Steuern.
Auch Brent-Ă–l verteuerte sich. Ein Fass der Nordseesorte kostete am Freitagabend gegen 18 Uhr 104,70 US-Dollar und damit 45 Cent oder 0,4 Prozent mehr als am vorherigen Handelstag.
Euro gibt leicht nach
Die Gemeinschaftswährung notierte am Freitagabend schwächer. Ein Euro kostete 1,1193 US-Dollar, während für einen Dollar 0,8934 Euro gezahlt wurden.
Der Dax-Anstieg fällt in eine Handelswoche, in der Energiepreise, Anleiherenditen und politische Risiken die Richtung an den europäischen Aktienmärkten stark beeinflussen. Nach dem Rückgang auf 24.806 Punkte am Vortag eroberte der deutsche Leitindex am Freitag zunächst die Marke von 25.000 Punkten zurück und baute die Gewinne bis zum Xetra-Schluss aus.
Für die Bewertung der Bewegung ist der Blick auf die Finanzierungskosten entscheidend. Steigende Renditen erhöhen die Attraktivität festverzinslicher Anlagen gegenüber Aktien und verteuern zugleich die Finanzierung von Unternehmen und Staaten. Eine Entspannung bei französischen Staatsanleihen nimmt deshalb kurzfristig Druck vom europäischen Markt, beseitigt die haushaltspolitischen Herausforderungen Frankreichs aber nicht.
Energiepreise bleiben zentraler Risikofaktor
Die Marktreaktion wird zudem durch den Energiemarkt geprägt. Gas kostete zur Lieferung im November 81 Euro je Megawattstunde, Brent lag am Freitagabend über 104 Dollar je Barrel. Ein dauerhaft hohes Preisniveau kann die Inflation über Energie- und Transportkosten verstärken und damit den Spielraum der Notenbanken für Zinssenkungen begrenzen.
Für Anleger bleibt außerdem die Konzentration auf wenige Technologiewerte relevant. Werden Umsatz- und Gewinnprognosen im KI- und Halbleitersektor zurückgenommen, kann das besonders die Aktienmärkte belasten, weil diese Titel zuletzt einen wesentlichen Teil der Kursgewinne getragen haben. Der Feiertag an den US-Finanzmärkten am Montag kann die Bedeutung neuer Nachrichten aus dem Wochenende für den europäischen Handelsstart erhöhen.
Tagesschau: „Marktbericht: Ölpreis sinkt - DAX steigt über 25.000 Punkte“ (09.10.2026)
Der Beitrag bestätigt die Rückkehr des Dax über die Marke von 25.000 Punkten und hebt die Entlastung durch zunächst nachgebende Ölpreise hervor. Anders als die dts-Meldung konzentriert er sich stärker auf die charttechnische Bedeutung der 200-Tage-Linie sowie auf geopolitische Risiken; die französischen Anleiherenditen stehen dort weniger im Mittelpunkt.

