Dax steigt auf 25.278 Punkte – Rheinmetall gefragt
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 17:47 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSRheinmetall führt Kursliste an
- Der Dax schloss am Montag bei 25.278 Punkten und legte damit 0,8 Prozent zu.
- Rheinmetall gewann bis kurz vor Handelsschluss mehr als zwei Prozent und lag an der Spitze.
- Infineon verlor mehr als zwei Prozent und stand am Ende der Kursliste.
- Brent-Ă–l verteuerte sich am Nachmittag um 1,9 Prozent auf 106,70 US-Dollar je Fass.
Der Dax hat den Handel zum Wochenstart mit Gewinnen beendet. Zum Xetra-Schluss wurde der deutsche Leitindex mit 25.278 Punkten berechnet, was einem Plus von 0,8 Prozent gegenĂĽber dem vorherigen Handelstag entspricht.
Die Wall Street gab am Nachmittag zwar nach, dennoch behauptete der Dax seine Gewinne. Besonders gefragt waren Rheinmetall-Aktien, während Infineon deutlich unter Druck standen.
Rheinmetall und RWE vorne
Rheinmetall legte bis kurz vor Handelsschluss um mehr als zwei Prozent zu und fĂĽhrte damit die Kursliste an. Dahinter folgten die Aktien von RWE und Zalando.
Am unteren Ende standen die Papiere von Infineon, die bis kurz vor Handelsschluss ebenfalls mehr als zwei Prozent verloren. Es folgten Daimler Truck und BASF.
Geopolitische Unsicherheiten bleiben
Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, verwies auf die nachlassende Euphorie über eine mögliche Rückkehr Russlands auf die internationalen Energiemärkte. Zu groß blieben die geopolitischen Unsicherheiten, während tatsächliche Entlastungen bei Energiepreisen und Anleiherenditen bislang gering seien.
Zusätzliche Sorgen bereitet Lipkow zufolge die Entwicklung in Frankreich, nachdem sich der Renditeabstand zu deutschen Bundesanleihen erneut ausgeweitet habe.
Finanzierung von KI-Investitionen im Fokus
Auch die Finanzierung großer Investitionen in künstliche Intelligenz rückt laut Lipkow stärker in den Blick. Unternehmensanleihen von Oracle gerieten zunehmend unter Druck und näherten sich bei der Risikobewertung dem Hochzinssegment.
Damit stelle sich die Frage, wie lange große Technologiekonzerne ihre hohen Investitionen noch finanzieren könnten, ohne dass steigende Kapitalkosten ihre Geschäftsmodelle und Bewertungen belasteten.
Berichtssaison gewinnt an Bedeutung
Die beginnende Berichtssaison rückt nach Einschätzung des Marktanalysten deshalb stärker in den Mittelpunkt. Die Erwartungen an die Unternehmensgewinne seien insbesondere in den USA außergewöhnlich hoch.
Nach Wochen steigender Renditen und hoher Energiepreise mĂĽssten die Unternehmen nun selbst Argumente fĂĽr weiter steigende Aktienkurse liefern. Bei hohen Bewertungen reiche es nicht mehr aus, die Erwartungen lediglich zu erfĂĽllen.
Euro und Gold schwächer, Öl teurer
Die europäische Gemeinschaftswährung gab am Montagnachmittag nach. Ein Euro kostete 1,1166 US-Dollar, während ein Dollar für 0,8956 Euro erhältlich war.
Auch der Goldpreis zeigte sich schwächer. Für eine Feinunze wurden am Nachmittag 4.168 US-Dollar gezahlt, 0,6 Prozent weniger als zuvor. Der Preis entsprach 120,00 Euro je Gramm.
Der Ă–lpreis stieg dagegen deutlich. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 17 Uhr deutscher Zeit 106,70 US-Dollar und damit 1,9 Prozent mehr als zum Schluss des vorherigen Handelstags.
Der Dax beendete den Handel mit 25.278 Punkten und setzte damit seine Erholung zum Wochenauftakt fort. Rückenwind kam vor allem aus einzelnen Schwergewichten: Rheinmetall führte die Kursliste an, während Infineon am unteren Ende stand. Die uneinheitliche Entwicklung zeigt, dass der Anstieg nicht von einer breiten Entspannung an den Märkten getragen wurde.
Geopolitik und Energiepreise
Im Mittelpunkt der internationalen Einordnung standen Hoffnungen auf eine mögliche Rückkehr Russlands auf die Energiemärkte. Gleichzeitig stieg der Brent-Preis auf 106,70 US-Dollar je Fass. Damit bleibt der Energiemarkt ein Belastungsfaktor für Unternehmen, Verbraucher und die Inflationserwartungen. Entlastungen bei Energiepreisen und Anleiherenditen sind bislang begrenzt.
Berichtssaison als nächster Test
Für Aktienmärkte mit hohen Bewertungen gewinnt die beginnende Berichtssaison an Bedeutung. Unternehmen müssen nicht nur die Erwartungen erfüllen, sondern überzeugende Aussichten liefern, um weitere Kursgewinne zu rechtfertigen. Zusätzlich rücken die Finanzierungskosten großer KI-Investitionen in den Blick: Steigende Renditen und höhere Risikoaufschläge können die Bewertung kapitalintensiver Geschäftsmodelle belasten.
Auch die Entwicklung in Frankreich bleibt für europäische Anleger relevant, weil ein wachsender Renditeabstand zu deutschen Bundesanleihen die Finanzierungslage und die Risikowahrnehmung in der Eurozone beeinflussen kann. Für private Anleger bedeutet der Handelstag daher ein gemischtes Signal: Der Dax blieb fest, doch Energiepreise, Zinsen, geopolitische Unsicherheiten und die Gewinnsaison setzen weiterhin die entscheidenden Rahmenbedingungen.
