Dax steigt auf 25.449 Punkte – Hochtief-Aktien gefragt
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 17:48 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer Dax hat am Dienstag zugelegt und den Xetra-Handel bei 25.449 Punkten beendet. Das entspricht einem Plus von 0,8 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss.
Anleger bleiben vor Berichtssaison vorsichtig
Nach einem freundlichen Start hielt der deutsche Leitindex seine Gewinne im Tagesverlauf. Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets, verwies auf sinkende Energiepreise und eine Pause bei den Anleiherenditen, zugleich bleibe die Bereitschaft zu größeren Risiken gering.
Auch die ADP-Daten zum US-Arbeitsmarkt lieferten aus seiner Sicht keine klare Orientierung. Mit 23.750 neuen Stellen fielen sie zwar etwas besser aus als erwartet, stehen aber widersprĂĽchlichen Signalen vom US-Arbeitsmarkt und den schwachen offiziellen Arbeitsmarktdaten vom Freitag gegenĂĽber.
Hochtief und Continental vorn
In der Eurozone stiegen die Einzelhandelsumsätze lediglich um 0,1 Prozent. Nach Einschätzung des Analysten bleibt die Konsumerholung grundsätzlich intakt, wird aber durch hohe Energiepreise gebremst.
Bis kurz vor Handelsschluss standen die Aktien von Hochtief und Continental an der Spitze der Kursliste. Die Rheinmetall-Aktien bildeten das Schlusslicht.
Gas steigt, Ă–l gibt nach
Der Gaspreis für eine Megawattstunde zur Lieferung im November stieg auf 75 Euro und damit um drei Prozent gegenüber dem Vortag. Sollte dieses Preisniveau dauerhaft bestehen bleiben, entspräche das laut dts einem Verbraucherpreis von mindestens rund 12 bis 15 Cent je Kilowattstunde einschließlich Nebenkosten und Steuern.
Der Ă–lpreis gab dagegen deutlich nach. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete am Dienstagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 98,37 US-Dollar und damit 1,9 Prozent weniger als am vorherigen Handelstag.
Euro stärker
Die Gemeinschaftswährung legte am Dienstagnachmittag zu. Ein Euro kostete 1,1266 US-Dollar; ein Dollar war damit für 0,8876 Euro erhältlich.
Der Dax bewegte sich am Dienstag in einem Umfeld, das von gegenläufigen Signalen geprägt war. Unterstützung kam von einer freundlichen Entwicklung an der Wall Street und nachgebenden Ölpreisen. Gleichzeitig hielten hohe Anleiherenditen und die angespannte Lage im Nahen Osten die Risikobereitschaft der Anleger in Grenzen.
Die US-Arbeitsmarktdaten bleiben ein zentraler Einflussfaktor für die Zins- und Aktienmärkte. Die schwachen offiziellen Daten vom Freitag hatten die Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank gedämpft; die ADP-Zahl von 23.750 neuen Stellen lieferte am Dienstag jedoch kein eindeutiges Signal. Damit richtet sich der Blick stärker auf die Unternehmensgewinne und deren Ausblick.
Berichtssaison als nächster Prüfstein
Mit PepsiCo und Delta Air Lines stehen in dieser Woche erste wichtige US-Unternehmen auf der Berichtssaisonagenda. Die Vorabdaten von TSMC gelten zudem als besonders relevant fĂĽr Technologiewerte. FĂĽr den Dax bedeutet das: Die bisherige UnterstĂĽtzung durch Zins- und Technologiethemen muss sich zunehmend an konkreten Gewinnperspektiven messen lassen.
Die Energiepreise bleiben für Verbraucher und Unternehmen ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor. Ein Gaspreis von 75 Euro je MWh erhöht bei dauerhaftem Bestand den Druck auf Strom- und Heizkosten, während ein niedrigerer Ölpreis die Belastung bei Mobilität und Produktion teilweise abfedern kann. Die schwachen Einzelhandelsumsätze im Euroraum zeigen zugleich, dass der Konsum trotz einer grundsätzlichen Erholung nur wenig Dynamik entwickelt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: „Marktbericht: DAX gewinnt an Schwung“ (06.10.2026)
Der Beitrag ordnet den Dax-Anstieg in eine Tech-Rally an der Wall Street sowie in den Einfluss von Energiepreisen und Anleiherenditen ein. Anders als die dts-Meldung legt er zusätzlich den überraschend starken Rückgang der deutschen Industrieaufträge und die Sorgen um französische Staatsanleihen in den Mittelpunkt.
n-tv: „Der Börsen-Tag Dienstag, 6. Oktober 2026“ (06.10.2026)
Der Börsen-Liveticker bestätigt die anfänglichen Kursgewinne und beschreibt ebenfalls hohe Renditen, die US-Berichtssaison sowie die Bedeutung der Energiepreise für die Marktstimmung. Einen anderen Schwerpunkt setzt er auf Rheinmetall und die dortige Satellitenproduktion; der konkrete Dax-Schlussstand und die Tagesrangfolge der dts-Meldung stehen dort nicht im Vordergrund.
Beide Beiträge verbinden die freundliche Aktienmarktentwicklung mit einem vorsichtigen Anlegerverhalten. Unterschiede ergeben sich vor allem bei der Gewichtung: Während der eine Beitrag Konjunktur- und Zinsrisiken betont, richtet der andere den Blick stärker auf Einzelunternehmen und Rohstoffmärkte.
