ROUNDUPThyssenkrupp, Sparprogramm

Sparprogramm greift - UmsÀtze unter Druck

12.05.2026 - 11:19:57 | dpa.de

Dem Industriekonzern Thyssenkrupp DE0007500001 machen weiterhin eine maue Nachfrage im AutomobilgeschÀft sowie niedrigere Stahlpreise zu schaffen.

Die Essener senken daher ihre Umsatzprognose fĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr 2025/26 (per Ende September) leicht. Am ĂŒbrigen Ausblick hĂ€lt das Management um Konzernchef Miguel LĂłpez jedoch fest. So stĂŒtzt das laufende Restrukturierungsprogramm die Ergebnisse. Unterdessen treibt Thyssenkrupp den Umbau zu einer reinen Finanzholding voran.

Das zweite GeschĂ€ftsquartal fiel ĂŒberwiegend besser aus als von Analysten erwartet. Dennoch entschieden sich Anleger am Dienstag zunĂ€chst, in einem schwĂ€cheren Marktumfeld Gewinne mitzunehmen. Dabei konnte die im MDax DE0008467416 notierte Aktie Anfangsverluste von fast drei Prozent im Verlauf des Vormittags jedoch wieder etwas aufholen. Zuletzt stand noch ein Minus von 0,7 Prozent zu Buche. Allerdings waren die Papiere im Vorfeld der Zahlen von Ende MĂ€rz bis Anfang Mai in der Spitze um fast 60 Prozent gestiegen.

"Das Umfeld bleibt Ă€ußerst anspruchsvoll", sagte Unternehmenslenker LĂłpez in einer Telefonkonferenz. Der Umsatz ging daher im zweiten GeschĂ€ftsquartal (per Ende MĂ€rz) um zwei Prozent auf knapp 8,4 Milliarden Euro zurĂŒck, wie das Unternehmen am Morgen in Essen mitteilte. Dies war etwas besser als von Marktexperten angenommen. Wegen des anhaltend schwierigen Umfeldes senkte Thyssenkrupp seinen Umsatzausblick um jeweils einen Prozentpunkt und geht fĂŒr 2025/26 nun von einer Entwicklung von minus drei Prozent bis zu Erlösen auf Vorjahresniveau aus. An der Ergebnisprognose hĂ€lt der Konzern dagegen fest.

Gewinnseitig macht sich das Spar- und Restrukturierungsprogramm weiter positiv bemerkbar. So legte im zweiten GeschĂ€ftsquartal das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von im Vorjahr 19 auf 198 Millionen Euro zu. Analysten hatten mit einem geringeren Anstieg gerechnet. Die Stahlsparte lieferte neben dem MaterialgeschĂ€ft den grĂ¶ĂŸten Ergebnisbeitrag, auch dank gesunkener Kosten fĂŒr Rohstoffe und Energie sowie geringerer Personalkosten. Der Stahl habe deutliche Schritte in die richtige Richtung gemacht, so LĂłpez. Die spĂŒrbare Ergebnisverbesserung zeige, dass das Spar- und Restrukturierungsprogramm Wirkung entfalte, sagte der Konzernchef.

Positiv entwickelte sich auch der Auftragseingang. Dieser legte dank GroßauftrĂ€gen beim Marineschiffbauer TKMS DE000TKMS001 um knapp ein Drittel auf 10,6 Milliarden Euro zu. Ebenfalls positiv entwickelte sich das Wasserstoff-NeugeschĂ€ft bei der börsennotierten Elektrolyse-Tochter Thyssenkrupp Nucera DE000NCA0001. GedĂ€mpft blieben die AuftragseingĂ€nge hingegen im AutozulieferergeschĂ€ft sowie in der Stahlsparte.

Unter dem Strich verdiente Thyssenkrupp mit einer Million Euro nach Minderheiten deutlich weniger als im Vorjahr, in dem das Unternehmen allerdings erheblich vom Verkauf von TK Electrical Steel India profitiert hatte.

LĂłpez ist gerade dabei, den Traditionskonzern in eine Finanzholding umzubauen. Die Transformation komme gut voran, so der Manager. So wurde der Verkauf eines Bereichs im AutomobilzulieferergeschĂ€ft abgeschlossen. Im StahlgeschĂ€ft soll der geplante Verkauf der HKM-Anteile an Salzgitter DE0006202005 die ĂŒberschĂŒssigen KapazitĂ€ten senken. Nach dem Scheitern der GesprĂ€che mit dem indischen Konkurrenten Jindal Steel ĂŒber die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung sieht LĂłpez dies als wichtigen Schritt, um das GeschĂ€ft wieder wettbewerbsfĂ€hig aufzustellen. Den Abschluss des Verkaufs strebt Thyssenkrupp unverĂ€ndert zum 1. Juni an.

Thyssenkrupp hatte die GesprĂ€che mit Jindal kĂŒrzlich auf Eis gelegt und will nun die Sanierung des StahlgeschĂ€fts in Eigenregie vorantreiben. Man sei mit Jindal "freundschaftlich verbunden" und bleibe "im GesprĂ€ch", sagte der Manager. An der Entscheidung, perspektivisch nur noch eine Minderheit an der Sparte zu halten, rĂŒttelt LĂłpez dagegen nicht. Nicht infrage kommt fĂŒr ihn dagegen ein Einstieg des Staates. Durch die neue Zollpolitik der EuropĂ€ischen Union fĂŒr Stahl sieht LĂłpez zudem positivere Rahmenbedingungen, auch wenn diese sich, was höhere Preise angeht, seiner Ansicht nach wohl noch nicht in den nĂ€chsten ein, zwei Quartalen niederschlagen dĂŒrften.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis  Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
de | boerse | 69311829 |