ANALYSE: Julius BÀr erwartet Jahresendrally nach SeitwÀrtsbewegung an Börsen
26.06.2024 - 13:18:54Stattdessen dĂŒrften sich die Aktienkurse bis zur PrĂ€sidentschaftswahl in den USA ĂŒberwiegend seitwĂ€rts bewegen. Nach den US-Wahlen sei zum Jahresende hin sogar ein weiterer Aufschwung an den Börsen möglich.
"Das Kapitalmarktjahr 2024 könnte noch besser werden", sagte Lutz Welge, Leiter Portfolio Management von Julius BĂ€r Deutschland, am Mittwoch in Frankfurt. Gleichwohl wĂŒrden die BĂ€ume nicht in den Himmel wachsen. Die Aktienbewertungen seien nicht mehr so attraktiv wie noch vor einem Jahr.
Die Bewertung deutscher Aktien deute dagegen immer noch auf einen leichten Abschlag gegenĂŒber historischen Durchschnittswerten hin. Hier sieht Welge Aufholpotenzial, insbesondere im Dax DE0008469008. RĂŒckenwind dĂŒrften etwa die Zykliker spĂŒren, weil sich die Konjunktur besser entwickle als befĂŒrchtet. Von Kriegen und Konflikten in der Welt sollten sich Anleger nicht einschĂŒchtern lassen: "Die Vergangenheit zeigt, dass sich AktienmĂ€rkte in der Regel rasch von geopolitischen Ereignissen erholten", erklĂ€rte Welge.
Obendrein dĂŒrfte sich die Lage in der Industrie in Deutschland im zweiten Halbjahr verbessern, ergĂ€nzte David Kohl, Chefvolkswirt von Julius BĂ€r. Leicht werde ein Aufschwung jedoch nicht. "Deutschland hat die USA, Frankreich und das Vereinigte Königreich als das Land mit der gröĂten wirtschaftspolitischen Unsicherheit abgelöst", sagte Kohl. Mit seiner stabilen Struktur tue sich Deutschland extrem schwer mit einer Adaption an aktuelle Herausforderungen.
Derweil schalte die globale Konjunktur in den Expansionsmodus. "Ungeachtet der restriktiven Geldpolitik und der schwachen Binnennachfrage in China zieht die weltweite Industriekonjunktur an", so Kohl. Die heftige geldpolitische Straffung habe die Wirtschaft verkraftet, nun dĂŒrfe sie im Jahresverlauf mit Entlastungen rechnen. So könnte die US-Notenbank Fed aus Sicht von Julius BĂ€r die Zinsen erstmals im September wieder senken und im Dezember möglicherweise noch eine weitere Senkung vornehmen.
Der Blick in die Vereinigten Staaten zeige auĂerdem, dass höhere Zinsen fĂŒr die Unternehmen nicht nur Nachteile hĂ€tten. "Der Zinsanstieg hat die US-Konzerne mit gröĂeren Einlagen belohnt", sagte Kohl. Die hohen BarmittelbestĂ€nde der Unternehmen in den USA hĂ€tten netto mehr Zinsen abgeworfen, als auf der anderen Seite fĂŒr Kredite bezahlt werden musste. Bei den Unternehmen der Eurozone dominierten hingegen die Zinszahlungen. Hier hat die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) im Gegensatz zur Fed allerdings bereits mit Zinssenkungen begonnen.

