Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch im Osten bei fast 75 Prozent
10.03.2025 - 14:11:38Eine lĂ€ngere Dunkelflaute in den letzten Monaten des Jahres 2024 habe zwar dafĂŒr gesorgt, dass der Anteil nicht stĂ€rker angestiegen sei, sagte der Chef des ost- und norddeutschen Ăbertragungsnetzbetreibers 50Hertz, Stefan Kapferer. Dennoch konnte an rund 80 Tagen im Jahr erneuerbarer Strom sogar rund 100 Prozent der Nachfrage decken.
Von "Dunkelflaute" spricht man, wenn die Sonne kaum scheint und gleichzeitig nur wenig oder gar kein Wind weht. Dies fĂŒhrt dazu, dass Solaranlagen und WindrĂ€der nur wenig Strom erzeugen können. Das Gegenteil ist die "Hellbrise", also viel Sonnenschein und gleichzeitig Wind, was zu einem Ăberangebot an Strom fĂŒhren kann. Eine exakte Definition fĂŒr "Dunkelflaute" gibt es nicht.
WÀhrend jedoch der Anteil erneuerbarer Energien weiter zunimmt, stagniert die Stromnachfrage seit Jahren. Im vergangenen Jahr lag der Verbrauch im 50Hertz-Netzgebiet - in allen ostdeutschen BundeslÀnder sowie Hamburg - dem Unternehmen zufolge bei rund 94 Terawattstunden und damit so niedrig wie seit 20 Jahren nicht mehr. Das liegt vor allem am schleppenden Hochlauf der ElektromobilitÀt sowie der geringen Nachfrage nach strombetriebenen WÀrmepumpen.
Kapferer: Brauchen mehr FlexibilitÀt im System
Schon jetzt sei an immer mehr Tagen mehr erneuerbarer Strom im Netz als ĂŒberhaupt gebraucht werde, sagte Kapferer. Der jahrelange Fokus auf den raschen Ausbau von ErzeugerkapazitĂ€ten mĂŒsse sich deshalb verĂ€ndern. "Klare Botschaft: Wir brauchen im Moment nicht jedes Jahr weiter vier Gigawatt Solar-Zubau, sondern wir brauchen mehr FlexibilitĂ€t im System", betonte er. "Und wir brauchen die Möglichkeit, den Strom durch ausgebaute Netze abzutransportieren."
50Hertz will bis 2028 deshalb knapp 23 Milliarden Euro in den Netzausbau investieren. Das sei etwa fĂŒnfmal so viel wie in der vorherigen fĂŒnfjĂ€hrigen Planungsperiode. 50Hertz gehört zur Elia Gruppe, einem belgischen Ăbertragungsnetzbetreiber. Der Investor will die Investitionen mit zusĂ€tzlichem Eigenkapital von rund 2,2 Milliarden Euro unterstĂŒtzen. Davon sollen rund 850 Millionen Euro von vier privaten Investoren kommen, darunter der Infrastrukturfonds Atlas Infrastructure sowie der Investitionskonzern BlackRock.

