Beihilfe, Schwedt

Beihilfe fĂŒr Öl-Pipeline nach Schwedt hĂ€ngt in BrĂŒssel fest

22.03.2024 - 06:06:17 | dpa.de

Der Ausbau der Öl-Pipeline von Rostock zur Raffinerie PCK Schwedt in Brandenburg wird sich nach EinschĂ€tzung des Linken-Politikers Christian Görke weiter verzögern.

Görke bezog sich auf Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums zu den von der EU-Kommission noch immer nicht genehmigten Beihilfen fĂŒr das Projekt. Auf Anfrage der Linken hatte das Ministerium erklĂ€rt: "Zur zeitlichen Perspektive lĂ€sst sich derzeit keine Aussage treffen."

Die Pipeline soll ausgebaut werden, um mehr Tankeröl vom Hafen Rostock in die riesige Raffinerie zu bringen, die Millionen Menschen im Nordosten mit Benzin und Diesel versorgt. Denn wegen der russischen Invasion in die Ukraine bezieht PCK kein Öl mehr aus Russland. Der Bund will 400 Millionen Euro in das Pipeline-Projekt stecken, braucht aber zuvor das Ja aus BrĂŒssel. Erwartet wurde dies schon vor Weihnachten, doch die Entscheidung steht aus.

Eine HĂŒrde scheint zu sein, dass PCK mehrheitlich dem russischen Staatskonzern Rosneft gehört - obwohl der Bund per Treuhandverwaltung die Kontrolle ĂŒber die Rosneft-Anteile hat. Die Antwort des Ministeriums an die Linke verweist darauf, dass Beihilfen nicht an Unternehmen gewĂ€hrt werden könnten, gegen die die EU Sanktionen verhĂ€ngt habe. "Vor diesem Hintergrund stellen sich mit Blick auf eine GewĂ€hrung von Beihilfen an eine Gesellschaft, an der ein sanktioniertes Unternehmen mehrheitlich beteiligt ist, beihilferechtliche Fragen", heißt es in der Antwort des Ministeriums.

Görke meinte dazu: "Es war und ist offensichtlich, dass es keine Genehmigung der EU geben wird, solange Rosneft an Bord ist. Das ist der nĂ€chste RĂŒckschlag fĂŒr die PCK und die Region, den die Bundesregierung, allen voran das grĂŒne Wirtschaftsministerium, zu verantworten hat." Aus Sicht des Linken-Politikers hĂ€tte der Bund eine eigene Pipeline bauen oder zumindest zeitnah die EigentĂŒmerfrage bei PCK klĂ€ren mĂŒssen. "Beides ist nicht passiert", kritisierte der Linken-Bundestagsabgeordnete.

Der Bund hatte zuletzt die Treuhandverwaltung um weitere sechs Monate bis September verlÀngert in der Erwartung, dass Rosneft seine Anteile von 54 Prozent an PCK und seine Minderheitsbeteiligung an zwei weiteren deutschen Raffinerien verkauft.

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