WindrÀder, Betrieb

Mehr WindrÀder in Betrieb genommen - Branche warnt vor Ausbaustopp

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 12:57 Uhr | dpa.de

Der Ausbau von WindrÀdern in Deutschland kommt weiter voran.

Im ersten Halbjahr 2026 wurden 423 WindrÀder an Land mit einer elektrischen Gesamtleistung von rund 2,36 Gigawatt in Betrieb genommen, wie BranchenverbÀnde mitteilten. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei dies ein Plus von sieben Prozent. Weil auch alte Anlagen stillgelegt wurden, lag der sogenannte Netto-Zubau bei einer Gesamtleistung von rund 1,9 Gigawatt.

Die meisten neuen WindrĂ€der gingen in Nordrhein-Westfalen ans Netz, gefolgt von Niedersachsen. Der Anlagenpark umfasste Ende Juni rund 29.250 Anlagen mit rund 70 Gigawatt Leistung. Das im Erneuerbare-Energien-Gesetz definierte Ziel einer installierten Leistung von 84 Gigawatt im Jahr 2026 dĂŒrfte verfehlt werden.

Bedeutung fĂŒr Energiewende

Windenergie an Land spielt eine SchlĂŒsselrolle bei der Energiewende, dem schrittweisen Ausstieg aus fossilen Energien wie Kohle und Gas. Im ersten Halbjahr 2026 erzeugten Windenergieanlagen an Land 53,1 Milliarden Kilowattstunden Strom - acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie der Bundesverband Windenergie und der Fachverband VDMA Power Systems mitteilten. Die Windenergie an Land sei mit einem Anteil von 23 Prozent nach wie vor der wichtigste EnergietrĂ€ger der Stromerzeugung in Deutschland. Vor Ort gibt es oft Proteste gegen neue WindrĂ€der, die immer höher werden.

Neugenehmigungen ziehen an

Der Umfang der neu genehmigten Leistung stieg laut den VerbĂ€nden um knapp 14 Prozent und erreichte mit 9,1 Gigawatt einen neuen Rekordwert. Im Durchschnitt dauert es derzeit 31 Monate, bis nach der Genehmigung ein Windrad errichtet wird und den ersten Strom ins Netz einspeist. Die Realisierungsdauer habe sich erhöht, sagte JĂŒrgen Quentin von der Fachagentur Wind und Solar. Er nannte zunehmende Probleme beim Netzanschluss sowie Probleme fĂŒr Genehmigungen fĂŒr Schwerlasttransport.

ReformplÀne Reiches

Die Windenergiebranche Ă€ußerte scharfe Kritik an ReformplĂ€nen von Bundeswirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche (CDU). Reiche will die hohen Förderkosten der erneuerbaren Energien senken, die aus dem Bundeshaushalt finanziert werden. Reiche strebt außerdem an, den Ausbau der erneuerbaren Energien besser an den Netzausbau anzupassen. Um NetzengpĂ€sse zu vermeiden, kommt es immer wieder zur Abregelung von Wind- und Solaranlagen, deren Leistung gedrosselt oder abgeschaltet wird. Die Eingriffe werden Redispatch genannt und kosten wegen EntschĂ€digungen jedes Jahr Milliarden.

Reiche plant nun, dass in "Hot Spots", in denen ein hoher Teil der Stromerzeugung abgeregelt werden muss, die Redispatch-Kompensation entfallen soll. Dadurch sollen die Stromrechnungen entlastet werden, weil die Kosten ĂŒber die Netzentgelte umgelegt werden.

Branche warnt vor Ausbaustopp

Die geplanten Engpassgebiet-Regelungen riskierten, den Ausbau der Windenergie zu behindern, sagte Dennis Rendschmidt, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von VDMA Power Systems. Die Redispatch-Regelungen mĂŒssten so ausgestaltet werden, dass wirtschaftlich tragfĂ€hige und finanzierungsfĂ€hige Modelle weiterhin möglich seien. Die Branche brauche langfristige Investitionssicherheit. BĂ€rbel Heidebroek, PrĂ€sidentin des Bundesverbands Windenergie, sprach sogar von einem drohenden Ausbaustopp.

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