BMW stellt sich 3000 AktionÀren - Designierter Aufsichtsratschef zur Wahl
14.05.2025 - 12:59:31 | dpa.deRund 3000 Menschen folgten der Einladung in die MĂŒnchner Olympiahalle nach Unternehmensangaben - oft getrieben vom Wunsch, aus erster Hand zu hören, wie ihr Unternehmen durch die von den US-Zöllen ausgelösten weltwirtschaftlichen Verwerfungen kommen oder die SchwĂ€che in China ĂŒberwinden will.
"Der Mensch ist nicht digital. Wir alle wollen uns auch persönlich austauschen. Uns dabei in die Augen schauen", sagte Konzernchef Oliver Zipse zu Beginn - und zur BegrĂŒndung der PrĂ€senzveranstaltung. Auch der Aufsichtsratsvorsitzende Norbert Reithofer betonte, dass gerade in Zeiten groĂer VerĂ€nderungen die Argumente fĂŒr eine PrĂ€senzveranstaltung ĂŒberwogen hĂ€tten.
Reithofer gibt Posten als Aufsichtsratschef ab
Dabei dĂŒrfte Reithofer selbst ein Argument fĂŒr die PrĂ€senzveranstaltung gewesen sein. Der Aufsichtsratsvorsitzende und frĂŒhere Konzernchef verabschiedete sich mit der Hauptversammlung nach 38 Jahren vom Unternehmen - sichtlich gerĂŒhrt und gewĂŒrdigt von Konzernchef Zipse, AktionĂ€rsvertretern und GroĂaktionĂ€r Stefan Quandt.
Nachfolger soll der ehemalige Finanzvorstand Nicolas Peter werden. Dass er - wie vorgesehen - in den Aufsichtsrat gewĂ€hlt wird, kann dabei angesichts der MehrheitsverhĂ€ltnisse bei BMW mit den Geschwistern Susanne Klatten und Stefan Quandt als GroĂaktionĂ€ren als sicher gelten.
Wie die nÀchste Hauptversammlung aussieht, ist offen
Wann es die nĂ€chste PrĂ€senz-Hauptversammlung bei BMW geben wird, ist allerdings offen. Das Unternehmen wollte sich am Mittwoch die Genehmigung fĂŒr virtuelle Hauptversammlungen fĂŒr die nĂ€chsten fĂŒnf Jahre einholen. Zu viel, befand unter anderem Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung fĂŒr Wertpapierbesitz. Viele andere Unternehmen haben sich zuletzt nur zwei Jahre genehmigen lassen. Immerhin verspricht BMW, mindestens einmal in den angestrebten fĂŒnf Jahren eine PrĂ€senz-Hauptversammlung zu veranstalten. Und Bergdolt warb fĂŒr mehr davon. "Sie sehen doch, wie gerne die AktionĂ€re kommen." Wie die Abstimmung hier ausgeht, ist offener als bei der Besetzung des Aufsichtsrats. FĂŒr die Genehmigung ist eine Dreiviertel-Mehrheit nötig.
Auch Umweltaktivisten dĂŒrften sich eher fĂŒr weitere PrĂ€senzveranstaltungen aussprechen. Sie nutzten die HV als BĂŒhne und versuchten vor allem die Rede von Konzernchef Zipse mit Zwischenrufen und Plakaten zu stören. Sie blieben aber eher eine Randnotiz.
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