Bauern pochen auf 'frisches Geld' fĂŒr Tierhaltungs-Umbau
10.01.2026 - 12:13:00"Wir brauchen frisches Geld fĂŒr den Umbau der Tierhaltung", sagte BauernprĂ€sident Joachim Rukwied der Deutschen Presse-Agentur vor der Agrarmesse GrĂŒne Woche in Berlin. "Und das Geld muss auch bei den Bauern direkt ankommen, sonst kann es nicht funktionieren." Kommen mĂŒssten auch bessere Bedingungen fĂŒr Stallumbauten.
Rukwied sagte, zunĂ€chst seien dringende Hausaufgaben etwa fĂŒr einfachere Bauvorschriften zu machen. "Wenn der Rahmen steht, muss auch ein Budget fĂŒr den Umbau kommen. Mir ist es Wurst, wie das finanziert wird. Hauptsache, es wird finanziert." Die Politik diskutiert seit Jahren ĂŒber eine Mitfinanzierung von Milliarden-Investitionen, damit Landwirte nicht allein auf den Kosten sitzen bleiben. VorstöĂe etwa fĂŒr PreisaufschlĂ€ge auf Fleisch im Handel versandeten aber. Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) lehnte dies ebenfalls schon ab.
Branchen fordern Neugestaltung des Tierhaltungslogos
Der BauernprĂ€sident mahnte auch grundlegende Ănderungen beim kĂŒnftigen staatlichen Tierhaltungslogo fĂŒr Fleisch an. "Wir haben als BranchenverbĂ€nde einen Vorschlag fĂŒr eine Neugestaltung der Kennzeichnung vorgelegt", sagte Rukwied. "Wir erwarten, dass dieser ĂŒbernommen und umgesetzt wird. Die Tierhalterinnen und Tierhalter brauchen dieses Signal." Die GrĂŒne Woche, der traditionelle Jahresauftakt der Branche, beginnt am 16. Januar in Berlin.
In einem gemeinsamen Konzept fordern VerbĂ€nde von Landwirten, Handel und Fleischwirtschaft unter anderem eine Einbeziehung auslĂ€ndischer Ware und eine Ausdehnung auf die AuĂer-Haus-Verpflegung fĂŒr mehr "Kontaktpunkte" zu den Verbrauchern. AuĂerdem sollte die Form der Kennzeichnung ĂŒberarbeitet werden, da sie derzeit "weder ansprechend noch verbraucherfreundlich" sei.
Koalition plant Verschiebung - und Nachbesserungen
Das lange geplante Logo soll nach PlĂ€nen der schwarz-roten Koalition spĂ€ter kommen und auch deutlich nachgebessert werden. Der Bundestag soll dafĂŒr in der kommenden Woche ein Gesetz beschlieĂen, das den bereits einmal auf den 1. MĂ€rz 2026 verschobenen Start der Kennzeichnungspflicht zunĂ€chst fĂŒr Schweinefleisch im Handel auf 1. Januar 2027 verschiebt. Mitte 2027 wollen Union und SPD sie dann auch auf Restaurants und Kantinen ausweiten.
Das Logo war von der Ampel-Koalition 2023 per Gesetz beschlossen worden. Das fĂŒr inlĂ€ndische Erzeugnisse verpflichtende System hat fĂŒnf Kategorien von der Stufe "Stall" mit den gesetzlichen Mindestanforderungen bis zu "Bio". Es sollte zum 1. August 2025 starten, dies wurde aber verschoben. Schon seit 2019 gibt es eine eigene "Haltungsform"-Kennzeichnung der Supermarktketten auf freiwilliger Basis, die Fleisch von Schweinen, Rindern und GeflĂŒgel umfasst.
Kein "groĂer Wurf" erwartet
Rukwied sprach sich dafĂŒr aus, beim staatlichen Logo an einer schrittweisen Ausdehnung auf weitere Tierarten festzuhalten. "Die Politik hat es bis heute nicht auf den Weg gebracht, die Kennzeichnung zunĂ€chst nur fĂŒr Schweinefleisch zu starten. Insofern glaube ich nicht an einen groĂen Wurf jetzt sofort." Es wĂ€re daher wichtig, wenn man nun endlich einmal mit der Schweinehaltung beginne und sich dann spĂ€ter weiteren Tierarten widme.

