Bayer: Asundexian senkt Schlaganfall-Risiko um gut ein Viertel gegenĂŒber Placebo
05.02.2026 - 18:20:32Die am frĂŒhen Donnerstagabend deutscher Zeit auf einem Fachkongress in New Orleans vorgestellten Daten sind wichtig, um das Marktpotenzial des Mittels nach einer möglichen Zulassung abschĂ€tzen zu können.
Bayer testete das Mittel in der zulassungsrelevanten Studie Oceanic-Stroke an mehr als 12 000 Probanden, die zuvor einen nicht-kardioembolischen ischĂ€mischen Schlaganfall oder eine Hochrisiko-Transitorische ischĂ€mische Attacke (TIA) erlitten hatten. Bei Letzterem handelt es sich um eine Art "Mini-Schlaganfall" mit einer vorĂŒbergehenden Durchblutungsstörung des Gehirns.
Konkret zeigten die Tests laut dem Konzern, dass Asundexian bei einmal tĂ€glicher Gabe im Vergleich zu einem Placebo das Risiko eines weiteren Schlaganfalls jeglicher Art (ischĂ€misch oder hĂ€morrhagisch) um 26 Prozent senkt. Auch reduzierte Asundexian signifikant den sogenannten kombinierten Endpunkt der Studie aus kardiovaskulĂ€rem Tod, Herzinfarkt (MI) oder Schlaganfall sowie den zusammengesetzten Endpunkt aus Tod jeglicher Ursache, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Dabei erhielten die Patienten in allen Gruppen - auch der mit Placebo - zusĂ€tzlich einen Thrombozytenaggregationshemmer, der dafĂŒr sorgt, dass BlutplĂ€ttchen nicht verklumpen und Blutgerinnsel bilden.
Ăberdies konnte Bayer bei der Vergabe von Asundexian im Vergleich zum Placebo keinerlei Erhöhung bei der Rate schwerer, sogenannter ISTH-Blutungen feststellen. Das Risiko fĂŒr leichte Blutungen, einen hĂ€morrhagischen Schlaganfall, symptomatische intrakranielle Blutungen und tödliche Blutungen sei Ă€hnlich hoch wie bei einem Placebo gewesen, hieĂ es weiter.
Vor etwas mehr als zwei Jahren hatte Bayer noch eine andere Phase-III-Studie zu Asundexian bei Patienten mit Vorhofflimmern und Schlaganfallrisiko wegen eines Misserfolgs vorzeitig beendet. Davor hatte der Konzern dem Mittel einen Jahresspitzenumsatz von mehr als 5 Milliarden Euro zugetraut. Ganz so viel dĂŒrfte es laut Experten bei einer Zulassung in der nun untersuchten anderen Anwendung zwar nicht werden, dennoch seien Milliardenerlöse denkbar.
Die Analysten Christian Faitz und David Evans von Kepler Cheuvreux gehen nach eigenen Angaben im Falle eines "ordentlichen" Ergebnisses von einem erreichbaren Jahresspitzenumsatz von einer Milliarde Euro aus. Dies dĂŒrfte auch von Branchenkennern insgesamt so erwartet werden, schrieben die Kepler-Experten bereits Ende Januar. Bei "exzellenten" Studienresultaten wĂ€ren laut Faitz und Evans sogar zwei Milliarden Euro denkbar.
SchlaganfĂ€lle gelten weltweit als die zweithĂ€ufigste Todesursache. Laut Bayer erleiden jĂ€hrlich etwa 12 Millionen Menschen einen Schlaganfall, davon seien 20 bis 30 Prozent rezidiv, also wiederkehrend. Trotz Behandlung bleibe das Risiko fĂŒr solche sekundĂ€ren SchlaganfĂ€lle hoch. Wie bereits bekannt, will Bayer die aktuellen Studiendaten bei Gesundheitsbehörden zur Beantragung von Marktzulassungen fĂŒr Asundexian einreichen. In den USA hat der Konzern fĂŒr das Mittel bereits fĂŒr bestimmte Schlaganfall-Patienten den sogenannten ?Fast-Track?-Status erhalten, der eine schnellere Zulassung bei vielversprechenden Arzneikandidaten erlaubt. /mis/tav/he

