ROUNDUP, Fronten

Fronten bei Zalando in Erfurt verhÀrtet - kein GesprÀch

11.05.2026 - 18:29:44 | dpa.de

Der Betriebsrat des von einer Schließung bedrohten Zalando DE000ZAL1111-Logistikzentrums in Erfurt wirft dem Vorstand vor, ein GesprĂ€chsangebot verstreichen zu lassen.

Nach der Übergabe von 1.250 Karten mit Sorgen und Forderungen von Belegschaftsmitgliedern und ihren Angehörigen in der vergangenen Woche in Berlin habe die Arbeitnehmervertretung ein Treffen ohne AnwĂ€lte und Berater vorgeschlagen, erklĂ€rte der Betriebsrat. Es gehe darum, "die festgefahrene Situation zu lösen und die fĂŒr die Belegschaft zermĂŒrbende Ungewissheit zu beenden".

Die offizielle Anfrage des Betriebsrates sei unbeantwortet geblieben. Das Unternehmen habe aus Sicht des Betriebsrates den Weg einer einseitigen Kommunikation gewĂ€hlt, indem es ein Schreiben von Co-Vorstand David Schröder an die Belegschaft veröffentlichte, in der er sich erneut fĂŒr die Einsetzung einer Einigungsstelle aussprach.

"GesprĂ€che ohne verbindlichen Rahmen haben uns in den letzten Monaten nicht weitergebracht", sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage. Deshalb setze das Management auf die Einigungsstelle. "Sie bietet den notwendigen und verlĂ€sslichen Rahmen fĂŒr weitere GesprĂ€che und Verhandlungen."

Betriebsrat fĂŒhlt sich provoziert

Betriebsratschef Tony Krause bezeichnete das Vorgehen des Managements als "zutiefst enttĂ€uschend". Es markiere "einen neuen Tiefpunkt in der Kommunikation zwischen dem Betriebsrat und der UnternehmensfĂŒhrung". Krause sprach von einer Provokation. Gegen die Einsetzung einer Einigungsstelle wehrt sich der Betriebsrat vor dem ThĂŒringer Landesarbeitsgericht.

Bei der kĂŒrzlich erfolgten Betriebsratswahl sei das Gremium in nahezu unverĂ€nderter Besetzung bei einer hohen Wahlbeteiligung im Amt bestĂ€tigt worden. Der Betriebsrat wertete das als "eindeutiges Mandat und breite Zustimmung der Kolleginnen und Kollegen zu seinem bisherigen Kurs".

Zalando will das Erfurter Logistikzentrum, mit dem der Online-ModehĂ€ndler groß geworden ist, im September schließen. Damit wĂŒrden alle 2.700 Arbeitnehmer ihren Job in Erfurt verlieren. Der Konflikt schwelt seit Jahresbeginn, inzwischen hat es zwei Betriebsversammlungen - zuletzt ohne Managementvertreter - sowie eine Demonstration von Arbeitnehmern und UnterstĂŒtzern in Erfurt gegeben.

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