Chef, Cargo

Neuer Chef von DB Cargo baut fast die HĂ€lfte der Stellen ab

19.02.2026 - 05:34:49 | dpa.de

Der Chef der seit Jahren kriselnden Bahn-GĂŒterverkehrstochter DB Cargo, Bernhard Osburg, hat den Abbau von fast der HĂ€lfte der ArbeitsplĂ€tze in Deutschland angekĂŒndigt.

Von den derzeit rund 14.000 Vollzeitstellen hierzulande sollen 6.200 wegfallen, sagte Osburg der Deutschen Presse-Agentur. Das betreffe fast alle Bereiche, etwa Fahrbetrieb, Disposition, Planung, Administration sowie Vertrieb und die IT.

VorgÀngerin mit Umstrukturierung gescheitert

Der Stellenabbau ist Teil eines Umstrukturierungsplans, mit dem Osburg das hochdefizitÀre Unternehmen wieder in die Spur bringen will. Viel Zeit bleibt ihm nicht. Noch in diesem Jahr muss DB Cargo infolge eines EU-Beihilfeverfahrens wieder schwarze Zahlen schreiben. Sonst droht das Aus. Das operative Minus belief sich Osburg zufolge im vergangenen Jahr noch auf einen mittleren zweistelligen Betrag.

Schon Osburgs VorgÀngerin, Sigrid Nikutta, wollte den Konzern neu aufstellen, musste aber gehen, nachdem ihr Sanierungskonzept in einem externen Gutachten durchgefallen war.

Osburg betont nun, eine Strategie mit mittelfristiger Ausrichtung bis zum Jahr 2030 vorgelegt zu haben. Die gutachterliche BestĂ€tigung wird fĂŒr Ende Februar erwartet. In dieser Woche wurden die BeschĂ€ftigten sowie der Aufsichtsrat von DB Cargo informiert.

Vier SĂ€ulen bilden die neue Struktur

Der Sanierungsplan des frĂŒheren Stahlmanagers besteht aus vier SĂ€ulen:

Weil die Nachfrage im GĂŒterverkehr in Deutschland bei den Hauptkunden aus den Sektoren Auto, Chemie und Stahl immer schwĂ€cher wird, will Osburg den Fokus aufs europĂ€ische Ausland legen. "Wir richten Vertrieb, Planung, Disposition und Produktion deutlich stĂ€rker europĂ€isch aus und bauen DB Cargo zum fĂŒhrenden europĂ€ischen Schienenlogistiker mit klaren, grenzĂŒberschreitenden Systemlösungen aus", betonte er.

Die zweite SĂ€ule besteht aus Einsparungen in Höhe von rund einer Milliarde Euro bis 2030. Die Maßnahmen dafĂŒr umfassen unter anderem den Wegfall von 4.000 ArbeitsplĂ€tzen, einer schlankeren Verwaltung sowie ProduktivitĂ€tssteigerungen im Fuhrpark.

Einzelwagenverkehr bleibt Verlustbringer

Weitere 2.000 Stellen fallen im sogenannten Einzelwagenverkehr weg, der beibehalten, aber grundlegend neu aufgestellt werden soll. Das ist die dritte SĂ€ule im Konzept. Bei dieser Verkehrsart werden einzelne Wagen bei Industriekunden abgeholt und auf großen Rangierbahnhöfen zu langen ZĂŒgen zusammengestellt. Am Zielort werden sie wieder auseinandergenommen und die Waggons einzeln zum Endkunden weitertransportiert.

Osburg will die sogenannte Zugbildung kĂŒnftig an vier Hauptstandorten - Köln-Bremberg, Seelze, Mannheim und NĂŒrnberg - konzentrieren. FĂŒnf weitere Rangieranlagen sollen als nachgelagerte Standorte betrieben werden mit einer flexibleren Auslastung. Von derzeit 27 Instandhaltungswerken wiederum sollen zwölf geschlossen oder verkauft werden.

Osburg betont, dass das GeschÀft im Einzelwagenverkehr auch in der neuen Struktur defizitÀr und die Bahn auf eine Förderung des Bundes angewiesen bleibe.

Neue Konzernkultur

Die vierte SĂ€ule betrifft die Unternehmenskultur. Der neue Chef will mehr VerantwortungsgefĂŒhl bei den zustĂ€ndigen Entscheidern in der FlĂ€che und verbindliche PlĂ€ne zur Umsetzung des neuen Konzepts.

Bis zum Sommer sollen weitere Details geklÀrt und das Konzept nach und nach in die Umsetzung gehen, betonte Osburg. Die neue Struktur im Einzelwagenverkehr soll bis 2027 umgesetzt werden.

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