DrÀger, Chemieindustrie

DrÀger warnt: 'Die Chemieindustrie stirbt leise'

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 05:28 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Chef des LĂŒbecker Herstellers von Medizin- und Sicherheitstechnik DrĂ€gerwerk DE0005550636, Stefan DrĂ€ger, warnt vor dem Niedergang der deutschen Chemieindustrie.

"Die Chemieindustrie stirbt leise", sagte DrĂ€ger in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Die Aufmerksamkeit richte sich vor allem auf die Krise der Automobilbranche. "Alle schauen auf Automotive, und das finde ich ĂŒbertrieben."

DrĂ€ger beliefert die Chemieindustrie mit MessgerĂ€ten, Warnanlagen und Atemschutzmasken. Der Konzern ist darĂŒber hinaus Dienstleister und stellt Personal, das etwa Produktionsprozesse in Chemiewerken ĂŒberwacht.

"Wir beobachten, dass viele Anlagen gar nicht wieder angefahren werden und stillstehen", sagte der DrĂ€ger-Vorstandsvorsitzende. "Wenn man ĂŒber WerksgelĂ€nde lĂ€uft, ist es trostlos." Das Unternehmen verzeichne im Chemiebereich UmsatzrĂŒckgĂ€nge. Diese könne es aber ĂŒber Wachstum in anderen Bereichen mehr als ausgleichen.

Die zwei HauptgrĂŒnde fĂŒr die schwierige Lage der Chemieindustrie sind DrĂ€ger zufolge die Energiepreise und die BĂŒrokratie.

DrĂ€ger (63) leitet in fĂŒnfter Generation das 1889 in LĂŒbeck gegrĂŒndete Familienunternehmen. Vergangenes Jahr beschĂ€ftigte der börsennotierte Konzern mehr als 16.000 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von annĂ€hernd 3,5 Milliarden Euro. Die Stammaktien hĂ€lt mehrheitlich die Familie DrĂ€ger.

Die Chemiebranche, die zu den grĂ¶ĂŸten Industriebranchen des Landes gehört, steckt seit Jahren in einer Krise. Der Branchenverband VCI teilte jĂŒngst mit, dass die Produktion, der Umsatz und die Investitionen im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurĂŒckgegangen sind.

Am Stammsitz des weltgrĂ¶ĂŸten Chemiekonzerns BASF DE000BASF111 in Ludwigshafen fiel im Mai erstmals seit 1954 die Zahl der Vollzeitstellen unter 30.000.

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