ROUNDUP, Wacker

Wacker Chemie verdient zum Jahresstart operativ mehr - Aktie legt zu

20.04.2026 - 09:48:34 | dpa.de

Der Chemiekonzern Wacker DE000WCH8881 hat im ersten Quartal infolge des Iran-Kriegs im TagesgeschÀft voraussichtlich mehr verdient als gedacht.

Kunden hĂ€tten Bestellungen wegen des Kriegs vorgezogen, teilte Wacker Chemie DE000WCH8881 am Freitagabend in MĂŒnchen mit. Daher dĂŒrfte der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) nach vorlĂ€ufigen Zahlen mit 173 Millionen Euro deutlich höher liegen als vom Unternehmen und von Branchenexperten prognostiziert. Der Umsatz lag zum Jahresauftakt bei gut 1,4 Milliarden Euro nach knapp 1,5 Milliarden im Vorjahreszeitraum. An der Börse kamen die Nachrichten gut an.

FĂŒr die im Mittelwerteindex MDax DE0008467416 gelistete Aktie ging es am Montagmorgen in einem schwachen Gesamtmarkt zuletzt um zwei Prozent nach oben. Seit Jahresbeginn hat sie etwas mehr als ein Drittel an Wert gewonnen, in den vergangenen zwölf Monaten sogar 48 Prozent.

Analyst Marcus Dunford-Castro von Jefferies hob hervor, dass das operative Quartalsergebnis deutlich ĂŒber der Mitte der vom Konzern angegebenen Prognosespanne und auch deutlich ĂŒber der KonsensschĂ€tzung liege. Ein HĂ€ndler verwies darauf, dass höhere Rohstoff- und Energiepreise an die Kunden hĂ€tten weitergegeben werden können.

FĂŒr das Gesamtjahr hob Wacker Chemie nun die Umsatzprognose etwas an. So sollen die Erlöse den Vorjahreswert von knapp 5,5 Milliarden Euro jetzt um einen hohen einstelligen Prozentsatz ĂŒbertreffen. Bisher hatte der Vorstand nur eine Steigerung um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz in Aussicht gestellt. Der operative Gewinn soll aber wie geplant 550 bis 700 Millionen Euro erreichen. Im Vorjahr wurden hier 427 Millionen Euro verbucht.

Wacker Chemie hat 2025 unter dem Strich wegen Abschreibungen sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit einem Sparprogramm einen Verlust von 805 Millionen Euro eingefahren. Deshalb sollen die AktionĂ€re fĂŒr 2025 keine Dividende erhalten. Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen noch 2,50 Euro je Aktie an die AktionĂ€re ausgeschĂŒttet.

Im Herbst 2025 hat das Management ein Programm zur Kostensenkung aufgelegt, mit dem am Ende jĂ€hrlich mehr als 300 Millionen Euro eingespart werden sollen. Dazu zĂ€hlt auch ein Abbau von mehr als 1.500 Stellen vor allem in Deutschland. Weltweit beschĂ€ftigte der Konzern Ende 2025 knapp 16.500 Menschen, davon etwa 10.750 in Deutschland. Die Maßnahmen sollen bis Ende 2027 abgeschlossen sein.

Im Zuge der Einsparungen will sich Unternehmenschef Christian Hartel auch in den Chemiebereichen stÀrker auf die margentrÀchtigeren SpezialitÀten fokussieren, im Polysilizum-GeschÀft auf den Halbleitermarkt und in der Life-Science-Sparte Biosolutions auf innovative Biotech-Anwendungen.

Der Konzern bekommt unter anderem schon lĂ€nger die Folgen einer trĂ€gen Bauwirtschaft zu spĂŒren. Darunter leidet die Polymer-Sparte des Unternehmens, die Basis- und Zusatzmaterialien fĂŒr Klebstoffe, BodenbelĂ€ge, Farben und Beton herstellt. Und auch die Silikon-Sparte leidet, die vielfĂ€ltige Hochleistungskunststoffe etwa fĂŒr die Autoindustrie, Elektro- und Medizintechnik, aber auch die Bauwirtschaft und die Textilindustrie produziert.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis   Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
de | boerse | 69213693 |