ASML setzt weiter auf KI-Boom - Umsatzprognose fĂŒr 2030 bestĂ€tigt
14.11.2024 - 10:17:07Schwung liefern soll auch die zunehmende Bedeutung der KĂŒnstlichen Intelligenz (KI). Die zuletzt auch wegen des tristeren Jahresausblicks arg gebeutelten Aktien legten am Donnerstagvormittag zu.
Der Umsatz soll bis 2030 auf 44 bis 60 Milliarden Euro steigen, teilte der Konzern am Donnerstag im Rahmen eines Kapitalmarkttages in Veldhoven mit. Zum Vergleich: Erst Mitte Oktober hatten die NiederlĂ€nder den Umsatzausblick fĂŒr 2025 auf 30 bis 35 Milliarden Euro gesenkt. Vom Umsatz sollen im Jahr 2030 dann 56 bis 60 Prozent Bruttomarge hĂ€ngen bleiben.
Der Spezialist fĂŒr sogenannte Lithographie-Systeme zur Herstellung modernster Computerchips, die auch fĂŒr KI-Anwendungen wichtig sind, bekam zuletzt eine gewisse KaufzurĂŒckhaltung der Kunden zu spĂŒren. Viele Chiphersteller hatten ihre InvestitionsplĂ€ne teils eingedampft, auch wegen einer trĂ€geren Entwicklung der ElektromobilitĂ€t. Hinzu kommt der Technologiestreit zwischen China und den USA mit der Debatte um Exportverbote fĂŒr hochmoderne Chipfertigungsanlagen nach China.
ASML-Chef Christophe Fouquet bleibt indes zuversichtlich. Die langfristigen Aussichten fĂŒr die Halbleiterindustrie blieben vielversprechend, da Halbleiter eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung zahlreicher Megatrends in der Gesellschaft spielten, sagte er am Donnerstag laut Mittelung. Neben dem Wachstumspotenzial mehrerer wichtiger anderer EndmĂ€rkte biete der KI-Trend eine bedeutende Chance fĂŒr die Halbleiterindustrie.
Analyst Sandeep Deshpande von der Bank JPMorgan wertet es positiv, dass ASML an den lĂ€ngerfristigen Zielen festhĂ€lt. Angesichts der zuletzt gesenkten Ziele fĂŒr 2025 und des aktuellen GeschĂ€ftsumfeldes sei nicht mit einer Zielerhöhung fĂŒr 2030 zu rechnen gewesen. Sollte sich die Endnachfrage aber erholen, könnte das Unternehmen den Ausblick zu einem spĂ€teren Zeitpunkt immer noch anheben.
FĂŒr den ASML-Aktienkurs ging es am Vormittag in Amsterdam um knapp vier Prozent auf 652,20 Euro nach oben. Damit geht der jĂŒngste Bodenbildungsversuch weiter, nachdem die Papiere vor einer Woche auf ein Tief seit einem Jahr gefallen waren. Im Sommer hatte der Kurs noch ein Rekordhoch ĂŒber 1.000 Euro erklommen, bevor die Unsicherheiten rund um die kurzfristigen GeschĂ€ftsperspektiven zunahmen.

