Nvidia warnt vor KI-FĂŒhrung Chinas durch US-ExporthĂŒrden
29.05.2025 - 06:00:03"Die Plattform, die in China gewinnt, kommt in die Position, global fĂŒhrend zu sein", sagte Nvidia-Chef Jensen Huang. Heute sei der chinesische Markt durch die AusfuhrbeschrĂ€nkungen aber faktisch verschlossen fĂŒr die US-Industrie, kritisierte er.
Abgesehen von den strategischen Ăberlegungen entgeht Nvidia durch die ExporthĂŒrden viel GeschĂ€ft. Allein im laufenden Vierteljahr dĂŒrften sie acht Milliarden Dollar Umsatz kosten, schĂ€tzte der Konzern bei der Vorlage von Quartalszahlen. Im vergangenen Quartal musste Nvidia deswegen 4,5 Milliarden Dollar abschreiben. Es sei eine Milliarde weniger gewesen als zunĂ€chst erwartet, da ein Teil der Technik anderweitig verwendet worden sei.
US-Regierung bremst China-GeschÀft
Schon unter dem vorherigen PrĂ€sidenten Joe Biden schufen die USA HĂŒrden fĂŒr den Verkauf der modernsten Hochleistungschips nach China. Nvidia konnte deswegen an chinesische Unternehmen nur eine langsamere Version mit dem Namen H20 liefern. Doch selbst diese Chipsysteme fallen seit Mitte April angesichts der Handelspolitik von Bidens Nachfolger Donald Trump unter ExportbeschrĂ€nkungen. Davor verkaufte Nvidia H20-Chips im Wert von 4,5 Milliarden Dollar nach China. Nvidia betont, es sei technisch unmöglich, die aktuellen Chips noch weiter abzuspecken, um die Exportvorgaben zu erfĂŒllen.
"Die Frage ist nicht mehr, ob China KI haben wird", sagte Huang. Das sei bereits der Fall. "Die Frage ist, ob einer der gröĂten KI-MĂ€rkte auf amerikanischen Plattformen laufen wird." Wenn chinesische Anbieter keine US-Konkurrenz im eigenen Land hĂ€tten, mache sie das stĂ€rker und schwĂ€che die amerikanische Position. Die US-Regierung sei davon ausgegangen, dass China keine Chips fĂŒr KĂŒnstliche Intelligenz machen könne. "Diese Annahme war schon immer fragwĂŒrdig - und jetzt ist sie klar falsch", sagte der Nvidia-Chef.
"Unser PrÀsident will, dass Amerika gewinnt"
Huang lobte zugleich Trump in höchsten Tönen - unter anderem, weil dieser weitergehende AusfuhrbeschrĂ€nkungen der Biden-Regierung vor Inkrafttreten im Mai gestoppt hatte. "PrĂ€sident Trump will, dass US-Technologie fĂŒhrend ist", sagte der Nvidia-Chef in einer Telefonkonferenz mit Analysten. "Unser PrĂ€sident will, dass Amerika gewinnt", bekrĂ€ftigte er kurz danach im TV-Sender CNBC. Huang begleitete Trump auf dessen Nahost-Reise, wo auch ein Rechenzentren-Projekt bekanntgegeben wurde, von dem Nvidia profitiert.
Weiter rasantes Wachstum
Auch ohne die China-UmsĂ€tze lĂ€sst der KI-Boom das GeschĂ€ft von Nvidia rasant wachsen. Im vergangenen Quartal sprang der Umsatz im Jahresvergleich um 69 Prozent auf rund 44,1 Milliarden Dollar (38,8 Mrd Euro) hoch. Nvidia ĂŒbertraf damit Erwartungen der Wall Street. Selbst im Vergleich zum Quartal davor gab es ein Plus von zwölf Prozent. FĂŒr das laufende Quartal prognostizierte Nvidia trotz der EinbuĂen im chinesischen Markt einen Umsatz von 45 Milliarden Dollar.
Der Gewinn von Nvidia stieg im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um gut ein Viertel auf fast 18,8 Milliarden Dollar. FĂŒr die Aktie ging es im nachbörslichen Handel um fast fĂŒnf Prozent aufwĂ€rts.

