Abnehm- und Diabetesmittel von Novo Nordisk florieren
06.11.2024 - 14:31:45Vor allem der Verkauf der Abnehmspritze Wegovy sprang im vergangenen Quartal sprunghaft an und ĂŒbertraf die Erwartungen der Analysten. Nach den eher enttĂ€uschenden Verkaufszahlen des US-Konkurrenten Eli Lilly US5324571083 hatte die Börse am Mittwoch zunĂ€chst etwas zu feiern - am Nachmittag kehrte jedoch ErnĂŒchterung ein.
Die Aktie von Novo Nordisk kletterte in der Spitze zunĂ€chst um fast neun Prozent und fĂŒhrte damit den Stoxx 50 EU0009658160 an. Am frĂŒhen Nachmittag allerdings reduzierte sich der Kursgewinn zĂŒgig auf nur noch 0,8 Prozent. Damit liegt der Kurs seit Jahresbeginn rund 9 Prozent im Plus. Seit dem Rekordhoch von Ende Juni hat das Papier mehr als ein Viertel eingebĂŒĂt.
Die Marktkapitalisierung ist inzwischen auf umgerechnet 453 Milliarden Euro gesunken, dennoch ist Novo Nordisk dank des Hypes um die Abnehmmittel noch immer der mit Abstand wertvollste Konzern in Europa vor LVMH FR0000121014 (305 Mrd) und SAP DE0007164600 (267 Mrd).
Der Konzern vermeldete zur Wochenmitte fĂŒr das dritte Quartal einen Umsatzanstieg um 21 Prozent auf 71,3 Milliarden dĂ€nische Kronen (rund 9,6 Mrd Euro), insbesondere getrieben durch das GeschĂ€ft mit seinen Mitteln bei Diabetes und krankhafter Fettleibigkeit (Adipositas).
Die beiden wichtigsten Verkaufsrenner der DĂ€nen, Ozempic und Wegovy mit dem Wirkstoff Semaglutid, stehen inzwischen fĂŒr mehr als die HĂ€lfte des Konzernumsatzes. Analysten zeigten sich besonders ĂŒber den Anstieg beim Gewichtssenker Wegovy erfreut - hier zog der Erlös um fast 80 Prozent auf 17,3 Milliarden Kronen an, da das Medikament auf weiteren MĂ€rkten verfĂŒgbar wurde. In den USA, dem wichtigsten Absatzmarkt, kletterte der Erlös ebenfalls krĂ€ftig, weil dort immer mehr Versicherer die Kosten ĂŒbernehmen.
Zwar seien die Verkaufspreise fĂŒr Wegovy etwas schlechter als gedacht ausgefallen; insgesamt seien sie aber gut genug, um fĂŒr etwas Erleichterung zu sorgen, kommentierte Analystin Emily Field von der Barclays-Bank die Resultate. Noch zur Halbjahresbilanz hatte der Konzern, der als Pionier und MarktfĂŒhrer in dem Bereich gilt, mit seinen Verkaufszahlen zu den Abnehmmitteln enttĂ€uscht.
Der Gewinn unter dem Strich kletterte im Berichtszeitraum um gut ein FĂŒnftel auf 27,3 Milliarden Kronen. Damit schlug sich der Konzern besser als von Analysten erwartet.
Das Management engte nach den ersten neun Monaten seine Umsatz- und Gewinnerwartungen an das Jahr ein weiteres Mal ein. Erwartet wird jetzt fĂŒr das Gesamtjahr ein Erlösplus zu konstanten Wechselkursen von 23 bis 27 Prozent. Das ist am unteren Ende ein Prozentpunkt mehr, am oberen Ende allerdings auch ein Prozent weniger als zuletzt.
FĂŒr den operativen Gewinn prophezeien die DĂ€nen jetzt abseits von Wechselkurseffekten ein Plus von 21 bis 27 Prozent. Damit traut sich der Konzern ebenfalls am unteren Ende etwas mehr, am oberen Ende aber auch etwas weniger zu als bisher. Im Sommer hatte Novo Nordisk das Ziel fĂŒr diese Kennziffer bereits gedĂ€mpft.
Die Aufmerksamkeit von Branchenkennern gilt unterdessen bereits Novos nÀchster Generation der Adipositas-Behandlung: Cagrisema. Das Mittel wird in einer Studie der fortgeschrittenen Phase III getestet, die Ergebnisse werden bis Dezember erwartet.

