Finanzierung/Investitionen, Produktion/Absatz

Pharmariese Novo Nordisk baut Produktion weiter aus

23.11.2023 - 11:27:56

Der dÀnische Pharmakonzern Novo Nordisk DK0060534915 steckt weiter Milliarden in den Ausbau seiner Produktion.

In Frankreich investiert der Konzern jetzt 2,1 Milliarden Euro, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag meldete. Der Konzern reagiert damit auf die hohe Nachfrage nach seinen populĂ€ren Medikamenten zur Gewichtsreduzierung, die zu LieferengpĂ€ssen fĂŒhrte.

Unklar ist, ob die Summe auch staatliche Subventionen enthĂ€lt. Die Investition wird laut dem französischen PrĂ€sidentenbĂŒro mehr als 500 ArbeitsplĂ€tze schaffen. Der Novo-Standort in Chartres sĂŒdwestlich von Paris beschĂ€ftigt derzeit 1450 Mitarbeiter und produziert Insulin, das von mehr als acht Millionen Patienten weltweit verwendet wird.

Novo Nordisk will vor allem die Produktion von zwei Medikamenten steigern: Wegovy zur Gewichtsreduktion und Ozempic gegen Diabetes. Beide Arzneimittel enthalten den Wirkstoff Semaglutid, der die Wirkung eines Darmhormons nachahmt und ein SĂ€ttigungsgefĂŒhl hervorruft. Wegovy hilft den Anwendern nachweislich, bis zu 15 Prozent ihres Körpergewichts zu verlieren.

Vor allem in den USA gibt es einen großen Hype um die Medikamente, der befeuert wird von Prominenten und Unternehmern wie Elon Musk. In der Industrie herrscht deshalb eine Art GoldgrĂ€berstimmung und an der Börse befeuert der Trend die Aktienkurse. Dies hat Novo Nordisk zum wertvollsten Unternehmen Europas gemacht: Im September hatten die DĂ€nen den französischen LuxusgĂŒterriesen LVMH FR0000121014 als wertvollstes Unternehmen in Europa abgelöst. Aktuell bringt es der im Stoxx-50-Index EU0009658160 notierte Pharmakonzern auf eine Marktkapitalisierung von umgerechnet 425 Milliarden Euro, der Börsenwert von LVMH liegt bei knapp 358 Milliarden Euro.

Novo Nordisk bemĂŒht sich um den Ausbau von Fabriken und Produktionslinien, da sich der Wettbewerb auf dem Markt fĂŒr Gewichtsreduzierung verschĂ€rft. Inzwischen hat auch der US-Pharmakonzern Eli Lilly US5324571083 die erste Zulassung fĂŒr seinen eigenen AppetitzĂŒgler erhalten, der in den USA unter dem Namen Zepbound vermarktet wird. Mit demselben Wirkstoff namens Tirzepatid haben die Amerikaner bereits ein Diabetes-PrĂ€parat auf dem Markt.

Auch Lilly kĂŒndigte erst kĂŒrzlich die Errichtung einer neuen ProduktionsstĂ€tte fĂŒr Medikamente etwa gegen Diabetes in Alzey nahe Mainz (Rheinland-Pfalz) an, die ab 2024 entstehen soll. Die Kosten bezifferte der Konzern auf rund 2,5 Milliarden Dollar (rund 2,3 Mrd Euro).

Die Hersteller reagieren damit auf die EngpĂ€sse und den erwarteten weiteren Anstieg der Nachfrage nach ihren Diabetes- und Adipositas-Medikamenten: Erst Anfang dieses Monats prĂ€sentierte Novo Nordisk einen Investitionsplan in Höhe von umgerechnet rund 5,6 Milliarden Euro fĂŒr den Bau einer 170 000 Quadratmeter großen ProduktionsstĂ€tte im Heimatland DĂ€nemark. Weltweit beschĂ€ftigt der massiv wachsende Pharmakonzern inzwischen mehr als 61 000 Menschen in 80 LĂ€ndern.

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