Aktien Frankfurt: Dax stemmt sich gegen Tech-Schwäche
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 12:01 Uhr | dpa.deUm die Mittagszeit sank der deutsche Leitindex lediglich um 0,19 Prozent auf 26.078 Punkte. Der MDax DE0008467416 der mittelgroßen Börsenunternehmen kam mit 31.834 Punkten ebenso wie der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 kaum von der Stelle.
Die Verluste trafen in Asien wie am Vortag bereits im US-Handel vor allem Halbleiterwerte, was sich auch negativ auf deutsche Branchentitel auswirkte. Gerade der südkoreanische Kospi KRD020020008 war bis Mitte Juni zum Sinnbild des KI-Booms geworden und hatte seinen Kursstand gegenüber dem Jahreswechsel zeitweise mehr als verdoppelt, bis Ende Juli dann aber wieder mehr als halbiert. Die seitherige Erholung steht nun mit schweren Verlusten wieder auf dem Prüfstand.
Während die Rekorde der technologielastigen Indizes wie des Kospi, des japanischen Nikkei 225 JP9010C00002 XC0009692440 oder des Nasdaq 100 US6311011026 in den USA Monate her sind, hatte der Dax erst in der Vorwoche seinen Höchststand erreicht. Im Bereich von 26.500 Punkten lief er sich allerdings zuletzt fest.
Steigende Anleihezinsen und die problematische Lage in Nahost hielten den Risikoappetit der Anleger gering, erklärte Marktexperte Stephen Innes. Gerade Technologiewerte sind sehr zinssensitiv, unter anderem aufgrund hoher, meist fremdfinanzierter Investitionen. Ein Vorteil für die Branche könne allerdings sein, dass sich die besonders ängstlichen Anleger bereits im Kursrutsch im Juli verabschiedet haben dürften.
Im Dax zählte der Halbleiterkonzern Infineon DE0006231004 mit einem Kursrückgang um 1,6 Prozent zu den größten Verlierern. Ähnlich sah es im MDax für den Branchenzulieferer Jenoptik DE000A2NB601 aus, dessen Titel 1,5 Prozent einbüßten, sowie für die 1,7 Prozent schwächeren Aktien von Infineon-Branchenkollege Elmos DE0005677108.
Schlusslicht im Nebenwerte-Index SDax DE0009653386 war Heidelberger Druckmaschinen DE0007314007 mit einem Kursrutsch von zuletzt noch 3,1 Prozent. Dass der Maschinenbauer trotz eines schwachen ersten Geschäftsquartals mit einem deutlichen Rückgang bei Umsatz und operativem Ergebnis an seinen Jahreszielen festhält, verfing bei den Anlegern nicht. Auch der Nettoverlust fiel höher als vor einem Jahr aus.
Die schwächelnden Titel von Redcare Pharmacy NL0012044747 konnten ebenso wie die des Konkurrenten DocMorris CH0042615283 nicht dauerhaft von dessen Geschäftszahlen profitieren. Und verloren zuletzt 0,9 Prozent. Die Schweizer Online-Apotheke hatte im ersten Halbjahr dank starker Zuwächse bei rezeptpflichtigen Medikamenten und eines florierenden Geschäfts mit digitalen Dienstleistungen ihren Verlust verringert. Er hob zudem die Jahreszielspannen für den Umsatz und die bereingte operative Ergebnisprognose (Ebitda) an.
Die Aktionäre des Rüstungsunternehmens Renk DE000RENK730 freuten sich über einen Kursgewinn von 2,8 Prozent auf 51,36 Euro. JPMorgan-Analyst David Perry schürte bei den Anlegern Übernahmefantasie. Auch wenn er aktuell kein konkretes Übernahmeangebot ausmacht, sieht er die Augsburger doch als attraktives Ziel für einen größeren Branchenkollegen. Schließlich gebe es enormes Konsolidierungspotenzial im Sektor, so der Experte. Mit seinem Kursziel von 75 Euro liegt Perry auf einem Niveau, das die Aktien zuletzt im Oktober erreicht hatten.
Gefragt waren im Kielwasser von Renk auch Vincorion DE000VNC0014 mit plus 5,9 Prozent. Dagegen gewannen Hensoldt DE000HAG0005 nur moderat, und für Rheinmetall DE0007030009 ging es um 0,9 Prozent bergab./gl/jha/
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---
